Acquirer – Was bedeutet das für den Zahlungsprozess?
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Acquirer – Was bedeutet das für den Zahlungsprozess?

Damit Händler im Geschäftsalltag Kartenzahlungen annehmen können, sind sie auf die Zusammenarbeit mit einem sogenannten Acquirer angewiesen. Hierbei handelt es sich um einen Zahlungsdienstleister oder eine Acquirer-Bank. 

Der Acquirer übernimmt die wichtige Aufgabe, die Verbindung zwischen dem Händler, dem Kartennetzwerk und der Bank des Kunden herzustellen. Ohne diese Funktion wäre es Unternehmen nicht möglich, Zahlungen per Kreditkarte oder Debitkarte über ein POS-Gerät, ein Zahlungsterminal oder ein Zahlungsgateway verarbeiten zu lassen.

Der Acquirer übernimmt dabei etliche Teilaufgaben, die in der Summe viel Aufwand verursachen können. Dazu gehört es, die Transaktionen zu prüfen und weiterzuleiten. Der Acquirer kümmert sich aber auch zumindest teilweise um das Risikomanagement und sorgt nach erfolgreichem Clearing dafür, dass das Geld auf dem Händlerkonto eingeht. Für Händler wäre es viel zu aufwendig, diese Aufgaben selbst zu erledigen.

Händler sollten die Bedeutung der Acquirer für eine reibungslose Kartenakzeptanz nicht unterschätzen. Wer hier mit einem verlässlichen Partner zusammenarbeitet, kann seinen Kunden ein besseres Erlebnis bieten und schafft damit die Grundlage für den eigenen geschäftlichen Erfolg.

Was ist eine Acquirer-Funktion?

Die Acquirer-Funktion beschreibt eine im Zahlungsverkehr wichtige Rolle, die ein Zahlungsdienstleister im Hintergrund übernimmt, wenn ein Händler eine Kartenzahlung annimmt. Der Begriff „to acquire“ stammt aus dem Englischen und bedeutet in diesem Zusammenhang, Händler für die Kartenakzeptanz anzubinden und deren Zahlungstransaktionen abzuwickeln.

Andere häufig verwendete Bezeichnungen für den Acquirer lauten Merchant Acquirer oder Acquiring Bank. Diese Institutionen sind es, die es einem Händler ermöglichen, Kreditkarten, Debitkarten oder andere kartengebundene Zahlungsmethoden zu akzeptieren. In den meisten Fällen wird hierfür ein Händlerkonto bereitgestellt und es erfolgt eine Anbindung an eine entsprechende technische und finanzielle Infrastruktur.

Die Begriffe Acquirer-Bank, Acquiring Bank und Merchant Acquirer werden in der Praxis häufig für dieselbe Rolle verwendet. Gemeint ist damit ein Finanzinstitut oder Zahlungsdienstleister, der Händlern die Annahme von Kartenzahlungen ermöglicht und direkt Mitglied in Kartensystemen wie Visa oder Mastercard sein kann. Der Acquirer trägt dabei die regulatorische sowie finanzielle Verantwortung für die Zahlungsabwicklung.

Davon zu unterscheiden sind Anbieter wie Payment Service Provider, Payment Processor oder Payment Gateways, die Händler praktisch bei der Zahlungsannahme unterstützen können. Sie stellen zum Beispiel Zahlungsterminals bereit, binden Online-Zahlungen an oder übernehmen technische und operative Aufgaben im Zahlungsprozess. Bei Anbietern wie myPOS kommen dann noch Lösungen für Zahlungen vor Ort, Online-Zahlungen, Geschäftskonto und Karten hinzu.

Was macht ein Acquirer eigentlich?

Der Acquirer ist im Zahlungsprozess gleich an mehreren Stellen beteiligt. Dabei beginnt seine Arbeit nicht erst, wenn der Kunde am Terminal mit der Karte bezahlen möchte.

Seine Tätigkeit setzt bereits beim Onboarding des Händlers an. Der Acquirer prüft die grundlegenden Unternehmensdaten, das Geschäftsmodell, die Branche sowie das zu erwartende Transaktionsvolumen und die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen.

Die Risikobewertung gehört dabei zu den wesentlichen Aufgaben des Acquirers. Er schätzt Risiken ein, erkennt Betrugsversuche und prüft die Einhaltung von Geldwäschevorgaben. Gleichzeitig soll er sicherstellen, dass das Geschäft des Händlers auch wirklich zu den Regeln der jeweiligen Kartensysteme passt.

Sobald ein Kunde an der Kasse mit Karte, Smartphone oder Smartwatch bezahlt oder online seine Kartendaten eingibt, gelangen die Zahlungsdaten über das Zahlungsterminal oder Zahlungsgateway zum Acquirer. Die Transaktion wird technisch geprüft, für das Kartennetzwerk aufbereitet und die Anfrage weitergesendet.

Nach erfolgreicher Autorisierung kommt die Abrechnung der Gelder hinzu. Der Acquirer sorgt dafür, dass die Transaktion in den Clearing-Prozess gelangt und der Händler nach Abschluss der Abrechnung den entsprechenden Betrag erhält (abzüglich der vereinbarten Transaktionskosten). Schließlich übernimmt der Acquirer auch Aufgaben im Rückbuchungsmanagement und koordiniert den Chargeback-Prozess zwischen Händler, Kartensystem und ausstellender Bank.

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Wie der Acquirer in das Zahlungsökosystem passt

Ein Blick auf das Zahlungsökosystem insgesamt hilft dabei, die Rolle des Acquirers zu verstehen

Hier lohnt es sich, die vier beteiligten Parteien Händler, Acquirer, Kartensystem und Emittent zu betrachten:

  • Händler: Hierbei handelt es sich um das Unternehmen, das eine Zahlung akzeptieren möchte. Das kann ein stationäres Geschäft mit Zahlungsterminal sein, ein mobiler Dienstleister mit Kartenleser oder ein Onlineshop mit Zahlungsgateway. Der Vertrag kommt zwischen dem Händler und dem Acquirer oder Zahlungsanbieter zustande und umfasst die Verarbeitung von Kartenzahlungen.
  • Acquirer: Der Acquirer ist die erste finanzielle bzw. zahlungsabwickelnde Instanz auf Händlerseite, an welche die Transaktion nach dem Terminal weitergeleitet wird. Er nimmt die Transaktionsdaten entgegen, kommuniziert mit dem Kartensystem und organisiert später die Abrechnung auf das Händlerkonto.
  • Kartensystem: Das Kartensystem wie etwa Visa oder Mastercard stellt die Regeln und Infrastruktur für die Transaktionen zwischen Acquirer und Emittent bereit. Dank des Kartensystems können die Beteiligten nach einheitlichen Standards miteinander kommunizieren.
  • Emittent: Hierbei handelt es sich um die kartenausgebende Bank des Kunden. Sie entscheidet darüber, ob eine Zahlung zu autorisieren oder abzulehnen ist. Dabei erfolgt eine Prüfung der Kartengültigkeit und des Kreditrahmens bzw. der Kontodeckung sowie der Sicherheitsregeln.

Der Händler möchte also bezahlt werden und wird dabei vom Acquirer vertreten. Der Emittent wiederum vertritt die Kundenseite und beide Seiten werden dann durch das Kartennetzwerk verbunden.

Der Zahlungsprozess

Während der Zahlungsprozess für den Kunden an der Kasse sehr einfach wirkt, muss im Hintergrund für die Umsetzung der Zahlung ein mehrstufiger Transaktionsablauf stattfinden. An diesem sind mehrere Systeme beteiligt.

Schritt 1: Der Kunde initiiert die Zahlung

Der Prozess beginnt, sobald der Kunde für eine Zahlung im Geschäft seine Karte einsteckt, durchzieht oder kontaktlos vorhält. Alternativ kann dafür am Zahlungsterminal auch ein Smartphone oder eine Smartwatch verwendet werden. Bei einer Onlinezahlung muss der Kunde seine Kartendaten eingeben, eine gespeicherte Karte nutzen oder über eine digitale Wallet bezahlen.

In diesem Moment erfolgt auch die Erfassung der für die Zahlung erforderlichen Daten. Hier sind Karteninformationen, Betrag, Händlerkennung, Terminal- oder Gateway-Daten und Sicherheitsmerkmale zu nennen. Moderne Zahlungsprozesse basieren dabei auf einer Verschlüsselung, Tokenisierung und Authentifizierung, um dem Schutz der sensiblen Daten Rechnung zu tragen.

Schritt 2: Die Transaktion wird an den Acquirer gesendet

Das Zahlungsterminal oder Zahlungsgateway sendet jetzt die Transaktionsdaten an den Acquirer. Auf Händlerseite ist der Acquirer damit das erste beteiligte Finanzinstitut. Er nimmt die Anfrage entgegen, prüft diese und stellt letztlich die formale Weiterverarbeitbarkeit fest.

Zu nennen sind hier etwa technische Prüfungen: Wurden Händlerkennung, Terminal, Betrag und Zahlungsart korrekt übermittelt? Zusätzliche Sicherheitsverfahren wie die Authentifizierung über 3D Secure können bei Online-Zahlungen eine Rolle spielen. Unter PSD2 sind zudem eine starke Kundenauthentifizierung und sichere Kommunikation zentrale Sicherheitsbausteine.

Schritt 3: Der Acquirer kommuniziert mit dem Kartensystem

Im nächsten Schritt leitet der Acquirer die Anfrage an das zuständige Kartensystem weiter. Es hängt von der eingesetzten Karte oder Zahlungsmethode ab, welches System konkret beteiligt ist. Bei internationalen Karten werden das in vielen Fällen Visa oder Mastercard sein. In Deutschland wiederum spielt die girocard eine bedeutsame Rolle im Zahlungsverkehr.

Die Zahlungsanfrage wird vom Kartennetzwerk an die kartenausgebende Bank weitergeleitet. Das Kartennetzwerk prüft dabei auch, ob die technischen und vertraglichen Regeln eingehalten werden. Damit sorgt es letztlich für eine standardisierte Weiterleitung der Anfrage des Acquirers an die Bank des Kunden.

Schritt 4: Die ausstellende Bank autorisiert oder lehnt ab

Der Emittent bzw. die ausstellende Bank muss die Zahlung jetzt prüfen. Sie kontrolliert, ob die Karte aktiv und damit einsatzfähig ist, ob der gewünschte Betrag auf dem Konto überhaupt verfügbar ist und ob der Kunde authentifiziert wurde. Zudem muss die Transaktion im Rahmen der Risikoregeln plausibel wirken.

Konnten bei der Kontrolle keine Probleme entdeckt werden, autorisiert die Bank die Zahlung. Der Betrag wird reserviert oder es wird alternativ bestätigt, dass die Zahlung grundsätzlich ausgeführt werden kann. Sollten Probleme auftreten (fehlende Deckung, überschrittener Kreditrahmen, gesperrte Karte, technischer Fehler oder Betrugsverdacht), wird die Transaktion hingegen abgelehnt.

Schritt 5: Die Autorisierung wird über den Acquirer zurückgeleitet

Nachdem die ausstellende Bank eine Entscheidung bezüglich der Transaktion getroffen hat, muss diese wieder zurückgeleitet werden. Das geschieht über denselben Weg vom Emittenten über das Kartensystem zum Acquirer und von dort an das Zahlungsterminal oder Zahlungsgateway des Händlers.

Sollte eine Genehmigung vorliegen, kann der Händler den Kauf entsprechend abschließen. Sollte es hingegen zu einer Ablehnung gekommen sein, muss der Kunde eine andere Zahlungsmethode wählen. In der Praxis dauert dieser Autorisierungsprozess allerdings in den meisten Fällen nur wenige Sekunden.

Schritt 6: Clearing und Abrechnung

Die Autorisierung ist nicht mit der endgültigen Auszahlung zu verwechseln. Nach der Autorisierung folgt nämlich erst noch das Clearing. Bei diesem anschließenden Vorgang werden die autorisierten Transaktionen gesammelt, zwischen den beteiligten Parteien abgestimmt und für die finanzielle Abrechnung vorbereitet.

Erst wenn das Clearing erfolgt ist, kann der Acquirer dafür sorgen, dass die Gelder auf das Händlerkonto überwiesen oder diesem gutgeschrieben werden. Vorher werden von diesem Betrag aber noch Gebühren abgezogen (z. B. Merchant Discount Rate, Interchange-Gebühren, Systemgebühren und gegebenenfalls weitere vertraglich vereinbarte Kosten). Gerade im Hinblick auf die Cashflow-Situation von KMU ist eine schnelle Abrechnung wichtig.

Praktische Lösungsansätze

Autorisierung vs. Abrechnung: Die doppelte Rolle des Acquirers

In der Praxis sollten die beiden Vorgänge Autorisierung und Abrechnung nicht miteinander verwechselt werden. Gerade für Händler ist die Unterscheidung bedeutsam, weil sie erklärt, warum bei einer bereits genehmigten Zahlung das Geld trotzdem nicht in jedem Fall sofort frei verfügbar ist.

Bei der Autorisierung handelt es sich um die Echtzeitprüfung einer Zahlung. Hier wird die Frage beantwortet, ob die Zahlung überhaupt durchgeführt werden darf. Dazu leitet der Acquirer die Anfrage an das jeweilige Kartensystem und den Emittenten weiter. Die Antwort des Prüfvorgangs wird danach an den Händler zurückgeleitet. In dieser Prozessphase entscheidet es sich, ob der Verkauf an der Kasse oder im Onlineshop tatsächlich wie gewünscht abgeschlossen werden kann.

Die Abrechnung hingegen bezieht sich auf die finanzielle Nachbearbeitung. Bei der Abrechnung geht es darum, wann und in welcher Höhe der Händler sein Geld erhält. Clearing, Gebühren, Risikoprüfungen, Chargeback-Fristen und vertragliche Auszahlungsbedingungen spielen hier eine Rolle. Es hängt vom Geschäftsmodell und vom Anbieter ab, ob die Gutschrift sofort, am selben Tag oder später erfolgt.

Der Acquirer ist also nicht nur für eine stabile Autorisierung zuständig. Er muss sich auch um eine transparente Abrechnung kümmern. Für den Händler ist es wichtig, nachvollziehen zu können, welche Transaktionen erfolgreich durchgeführt werden konnten, welche Gebühren dabei angefallen sind und wann er Zugriff auf die Gelder erhält.

Händlerkonto: Wie Kartengelder beim Händler ankommen

Nach erfolgreicher Verarbeitung müssen Kartengelder dem Händler gutgeschrieben oder ausgezahlt werden. Dafür kann je nach Anbieter und Vertragsmodell ein eigenes Händlerkonto, ein Abrechnungskonto beim Zahlungsdienstleister oder auch das reguläre Geschäftskonto des Unternehmens genutzt werden. 

Entscheidend ist nicht immer ein separates Konto, sondern eine verlässliche Abrechnungsstruktur, über die autorisierte und geclearte Kartenzahlungen dem Händler zugeordnet und ausgezahlt werden.

Der Grund liegt darin, dass Kartenzahlungen keine direkte Überweisung vom Kundenkonto auf das Geschäftskonto des Händlers darstellen. Zwischen Kauf und Auszahlung stehen mit Autorisierung, Clearing, Gebührenberechnung, Risikomanagement und möglichen Rückbuchungen mehrere Zwischenschritte. Der Acquirer oder Zahlungsdienstleister organisiert diese Prozesse und sorgt anschließend dafür, dass der auszuzahlende Betrag beim Händler ankommt.

Gerade bei wachsendem Transaktionsvolumen hilft ein transparentes Händlerkonto dabei, Zahlungseingänge besser nachzuvollziehen. Händler sehen hier direkt, welche Zahlungen eingegangen sind, welche Gebühren ihnen abgezogen wurden und welche Beträge bereits verfügbar sind.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es daher vorteilhaft, über ein zuverlässiges Händlerkonto zu verfügen. Um hier den Aufwand möglichst zu reduzieren, lohnen sich besonders solche Lösungen, die Händlerkonto, Zahlungsterminal, Online-Zahlungen und Geschäftskonto verknüpfen.

Bei myPOS können Händler Kartenzahlungen vor Ort über POS-Terminals annehmen, Online-Zahlungen über ein Zahlungsgateway oder weitere digitale Zahlungstools abwickeln und die eingehenden Gelder zentral über ihr myPOS-Geschäftskonto verwalten. Das Konto unterstützt unter anderem Zahlungseingänge über IBAN, Echtzeit-Übersichten, Business-Debitkarten sowie Konten in mehreren Währungen. So sind Zahlungsannahme, Abrechnung und Geldverwaltung in einer gemeinsamen Plattform gebündelt.

Wie Acquirer Geld verdienen

Acquirer verdienen an den Gebühren, die sie für die Zahlungsabwicklung berechnen. In der sogenannten Merchant Discount Rate (MDR), auch Händlerrabattsatz genannt, sind dabei die Gebühren häufig zu einer Gesamtrate zusammengefasst.

Bei der Merchant Discount Rate handelt es sich zumeist um einen prozentualen Anteil am Transaktionsbetrag. Möglich ist auch, dass eine feste Gebühr pro Transaktion hinzukommt.

Die Gesamtkosten für die Händler setzen sich dabei aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dazu gehören vor allem die Interchange-Gebühren, die im Kartenzahlungsprozess an die kartenausgebende Bank gezahlt werden. Die Interchange Fee Regulation deckelt die Interbankenentgelte innerhalb des EWR für viele Verbraucher-Debitkarten und Verbraucher-Kreditkarten innerhalb der EU auf 0,2 Prozent des Transaktionswerts für Verbraucher-Debitkarten und 0,3 Prozent für Verbraucher-Kreditkarten. 

Diese Grenzen gelten jedoch nicht pauschal für alle Kartenarten und Kartensysteme. Ausgenommen sind unter anderem bestimmte kommerzielle Karten sowie bestimmte Drei-Parteien-Kartensysteme; außerdem können Mitgliedstaaten für inländische Debitkartentransaktionen niedrigere oder alternative Obergrenzen vorsehen.

Weitere Kostenbestandteile sind die Schema-Gebühren oder Systemgebühren für die Nutzung des jeweiligen Kartennetzwerks. Sie variieren je nach Kartentyp, Region, Transaktionsart und Kartensystem. Außerdem berechnet der Acquirer einen eigenen Aufschlag für seine Leistungen (technische Verarbeitung, Risikomanagement, Händlerbetreuung, Betrugsprävention, Reporting und Auszahlung).

Für Händler ist das Angebot mit dem niedrigsten Prozentsatz nicht zwingend die beste Lösung. Monatliche Fixkosten, Terminalmiete, Mindestumsätze, Zusatzgebühren für Rückbuchungen oder Kosten für grenzüberschreitende Transaktionen können einen anfänglich günstig erscheinenden Tarif am Ende teurer machen. Entscheidend ist daher vor allem die Transparenz der gesamten Gebührenstruktur.

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Was bei der Auswahl eines Acquirers zu beachten ist

Wer Zahlungen akzeptieren möchte, sollte sich bei der Auswahl des Acquirers nicht nur nach dem Preis richten. Der Anbieter muss auch zum Geschäftsmodell, den Kunden und dem Transaktionsvolumen sowie den technischen Anforderungen passen.

PCI-DSS-Compliance

Der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI-DSS) definiert die Sicherheitsanforderungen für Unternehmen und Dienstleister, die Kartendaten speichern, verarbeiten oder übertragen. Für die Zusammenarbeit müssen Händler unbedingt Acquirer oder Zahlungsanbieter auswählen, die PCI-DSS-konforme Prozesse unterstützen.

Händler sollten aktiv danach fragen, wie der Anbieter die Kartendaten schützt, ob er eine Tokenisierung einsetzt und welche Anforderungen sie selbst erfüllen müssen. Im E-Commerce sind zum Beispiel 3D Secure, eine starke Kundenauthentifizierung und die Betrugsprävention wichtig, um Online-Zahlungen abzusichern.

Gebührenstruktur und Transparenz

Hinsichtlich der Gebührenstruktur interessieren vor allem folgende Fragen:

  • Gibt es nur eine Transaktionsgebühr oder sind zusätzliche monatliche Fixkosten vorgesehen?
  • Fallen Kosten für das Zahlungsterminal, Rückbuchungen, Währungsumrechnung, Auslandskarten oder bestimmte Zahlungsmethoden an?
  • Gibt es Mindestumsätze oder Vertragslaufzeiten?

Gerade kleinere Händler sollten bei ihrem Acquirer auf eine einfache Gebührenstruktur achten. Wer zum Beispiel ein Café, ein Kosmetikstudio oder einen mobilen Reparaturservice betreibt, möchte sich nicht jeden Monat mit komplexen Abrechnungen belasten müssen. 

Es sollte daher vorher geprüft werden, wie übersichtlich die Abrechnung ist und wie der Anbieter das Interbankenentgelt, die Systemgebühren und den Acquirer-Aufschlag nachvollziehbar darstellt.

Abrechnungsgeschwindigkeit

Da sich die Geschwindigkeit der Auszahlung direkt auf den Cashflow auswirkt, sollten gerade KMU bei der Auswahl ihres Acquirers auf diesen Punkt achten. Wareneinkauf, Personal, Miete und laufende Kosten müssen finanziert werden. Hier ist es für kleine und mittlere Unternehmen problematisch, wenn Karteneinnahmen erst nach mehreren Tagen verfügbar sind.

Ein Acquirer mit schneller Abrechnung ist also wichtig. myPOS bietet eine solche schnelle Gutschrift bei bestimmten Kartenzahlungen an und bietet den Zugriff auf Gelder innerhalb weniger Sekunden.

Mehrwährungs- und grenzüberschreitende Funktionen

Bei lokal begrenzten Verkäufen sind umfangreiche Mehrwährungsfunktionen eventuell nicht notwendig. Onlinehändler oder Dienstleister mit internationalen Kunden können hingegen darauf angewiesen sein. Hier ist es wichtig, mehrere Währungen akzeptieren zu können, damit sich grenzüberschreitende Transaktionen sauber abwickeln lassen.

Hier kommt es vor allem auf eine breite Unterstützung von Karten, Wallets und lokalen Zahlungsmethoden an. myPOS nennt auf seiner deutschen Zahlungsmethoden-Seite unter anderem girocard, Visa, Mastercard, AMEX, JCB, Bancontact, iDEAL | Wero, Apple Pay und Google Pay. 

Ob eine bestimmte Zahlungsmethode verfügbar ist, kann jedoch vom Land, vom Händlerprofil, vom gewählten Produkt, vom technischen Setup und gegebenenfalls von einer separaten Aktivierung abhängen. Das gilt besonders für neuere Verfahren wie Wero, die schrittweise ausgerollt werden.

Kundensupport

Zahlungsprobleme müssen als geschäftskritischer Faktor verstanden werden. Es hat Auswirkungen auf den Umsatz, wenn ein Terminal nicht funktioniert oder eine Online-Zahlung fehlschlägt. In solchen Fällen sind Händler auf schnelle Hilfe angewiesen. Es sollte daher vorab geprüft werden, ob entsprechende Supportkanäle verfügbar sind. 

Für Händler mit langen Öffnungszeiten, Wochenendgeschäft oder mobilen Einsätzen ist ein verlässlicher und jederzeit erreichbarer Support besonders wichtig.

Wie sich das Acquiring auf deutsche Händler auswirkt

In Deutschland bleibt der Markt durch lokale Zahlungsgewohnheiten wie die girocard geprägt. Für das Jahr 2025 wurden rund 8,3 Milliarden Transaktionen und ein Umsatzvolumen von etwa 308 Milliarden Euro gemeldet. Die Transaktionen stiegen gegenüber 2024 noch einmal um 4,8 Prozent an. Für stationäre Händler ist es daher wichtig, dass ein Acquirer oder Zahlungsanbieter die girocard unterstützt.

Während im stationären Geschäft Terminal, Kontaktloszahlung, girocard und schnelle Abwicklung im Vordergrund stehen, kommt es im Onlinehandel zusätzlich auf Zahlungsgateway, Betrugsprävention, 3D Secure und Checkout-Optimierung an. Ein einfacher Checkout vermeidet Kaufabbrüche und stärkt die Kundenbindung.

Viele Kartenzahlungen annehmen zu können, ist die eine Sache. Gerade für KMU ist es im Hinblick auf den Cashflow aber auch wichtig, dass die Gelder schnell verfügbar sind und die Transaktionskosten im Rahmen bleiben.

Da Zahlungsdienste in Deutschland und im EWR reguliert sind, sollten Händler nur mit entsprechend zugelassenen Zahlungsdienstleistern zusammenarbeiten. myPOS bietet seine Zahlungs- und E-Geld-Dienstleistungen im EWR über myPOS Limited an. myPOS Limited ist als E-Geld-Institut von der Central Bank of Ireland zugelassen und reguliert; die Lizenz- bzw. Referenznummer lautet C475122. Die Angaben lassen sich über das öffentliche Register der Central Bank of Ireland oder das EBA-EUCLID-Register prüfen. 

Fazit

Ein Acquirer ermöglicht Händlern, Kartenzahlungen sicher anzunehmen, Transaktionen weiterzuleiten und Gelder abzurechnen. Er verbindet Händler, Kartensysteme und kartenausgebende Banken. 

Für Unternehmen zählen vor allem transparente Gebühren, schnelle Auszahlungen, passende Zahlungsmethoden und ein verlässlicher Support. Wer den richtigen Zahlungspartner wählt, verbessert Cashflow, Sicherheit und Zahlungserlebnis nachhaltig im Geschäft, unterwegs und online.

Häufige Fragen

Ja, es bestehen grundsätzliche Unterschiede. Die Hausbank führt das normale Geschäftskonto, vergibt Kredite und bietet die allgemeinen Bankdienstleistungen an. Ein Acquirer ist dagegen auf die Annahme und Abwicklung von Kartenzahlungen spezialisiert. Er sorgt dafür, dass Händler Kreditkarten, Debitkarten und je nach Anbieter weitere Zahlungsmethoden akzeptieren können. Allerdings bieten manche Banken selbst Acquiring an. In vielen Fällen arbeiten Händler aber mit spezialisierten Zahlungsdienstleistern zusammen.

Während der Autorisierung nimmt der Acquirer die Transaktionsdaten vom Zahlungsterminal oder Zahlungsgateway entgegen und leitet sie an das passende Kartensystem weiter. Dazu prüft er, ob die Anfrage technisch verarbeitet werden kann. Vom Kartensystem aus gelangen die Daten schließlich zur kartenausgebenden Bank, die entscheiden muss, wie mit der Zahlung zu verfahren ist. Die Antwort, ob eine Transaktion genehmigt oder abgelehnt wurde, gelangt über denselben Weg an den Händler zurück.

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Eine Kündigung kann erfolgen, wenn ein Händler gegen Vertragsbedingungen, Kartensystemregeln oder gesetzliche Vorgaben verstößt. In solchen Fällen können die Acquirer entsprechende Maßnahmen ergreifen. Zu den Risikogründen gehören auch ungewöhnlich viele Rückbuchungen, der Betrugsverdacht oder falsche Angaben beim Onboarding. Auch ein deutlich verändertes Geschäftsmodell kann problematisch werden. Das wäre zum Beispiel bei einem plötzlich stark gestiegenen Transaktionsvolumen der Fall.

Ein Acquirer kann Auszahlungen verzögern, teilweise zurückhalten oder Reserven bilden, wenn er ein erhöhtes Risiko erkennt. Typische Gründe sind stark steigende Chargebacks, ungewöhnliche Transaktionsmuster, Verdacht auf Betrug, sehr lange Lieferzeiten, Beschwerden von Kunden oder fehlende Unterlagen. Auslöser können auch sehr hohe Einzelbeträge sein oder ein langer zeitlicher Abstand zwischen der Zahlung und der Leistungserbringung. Mit dem Zurückhalten von Abrechnungen versucht der Acquirer, mögliche Verluste bzw. Rückforderungen abzusichern.

Ja, es stellt grundsätzlich kein Problem dar, mit mehreren Acquirern zu arbeiten. Üblich ist das zum Beispiel bei größeren Händlern, die an einer höheren Ausfallsicherheit, besseren Konditionen oder einer höheren Akzeptanzquote interessiert sind. Für kleinere Händler ist es hingegen häufig einfacher, auf eine einzige gut integrierte Lösung zu setzen. In diesem Fall bleiben Abrechnung, Support und Reporting für den Händler übersichtlicher und damit im Geschäftsalltag besser handhabbar.

Der MCC-Code (Merchant Category Code) beschreibt die Branche oder Geschäftstätigkeit eines Händlers. Beim Onboarding ordnet der Acquirer diesen Code anhand des Geschäftsmodells, der Produkte oder Dienstleistungen und der Kartensystemregeln zu. Deshalb erhält etwa ein Restaurant einen anderen Code als ein Reiseanbieter. Dabei handelt es sich bei diesem Code um mehr als nur eine interne Klassifizierung. Der MCC-Code kann zum Beispiel Einfluss auf Risikobewertung, Gebühren und zulässige Transaktionen haben.

Der Acquirer ist nicht allein verantwortlich für die Betrugsüberwachung. Er trägt dazu aber einen wichtigen Teil bei. Seine Aufgaben bestehen darin, Transaktionsmuster zu prüfen, Rückbuchungsquoten zu überwachen und Händler- und Branchenrisiken zu bewerten. Sollte er verdächtige Vorgänge beobachten, kann er zusätzliche Kontrollen auslösen. Neben dem Acquirer sind aber auch Händler, Kartensysteme, Emittenten und technische Sicherheitslösungen an der Betrugsüberwachung beteiligt.

Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren wie dem verwendeten Terminal, dem Vertrag und der technischen Kompatibilität ab. Manche Terminals sind an einen bestimmten Anbieter gebunden, andere können neu konfiguriert werden. Manchmal werden sie nur im Rahmen eines Miet- oder Servicevertrags bereitgestellt. Vor einem Wechsel sollte der Händler daher genau überprüfen, ob die vorhandene Hardware weiter nutzbar ist, welche Kosten für die Neukonfiguration entstehen und ob das neue Setup auch tatsächlich alle benötigten Zahlungsmethoden unterstützt.

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