Hundesalon eröffnen in Deutschland: Voraussetzungen, Kosten und Schritt-für-Schritt-Plan
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Hundesalon eröffnen in Deutschland: Voraussetzungen, Kosten und Schritt-für-Schritt-Plan

In einem Hundesalon werden professionelle Dienstleistungen rund um die Fell- und Körperpflege von Hunden angeboten. Dazu gehören zum Beispiel das Waschen, Trocknen, Bürsten, Scheren und Trimmen. Speziell ausgebildete Hundefriseure entfernen auch die Unterwolle und kümmern sich um die Krallenpflege. Und sie kennen sich mit rassespezifischen Schnitten und dem Umgang mit alten oder nervösen Tieren aus.

Neben handwerklichem Geschick hängt der Erfolg eines Hundesalons auch von den wirtschaftlichen Fähigkeiten der Betreiber ab. Sie müssen eine belastbare Preiskalkulation durchführen, Termine realistisch planen und ihren Umsatz zum Beispiel über Wiederholungsbuchungen konsequent ausbauen.

Wer sich mit einem Hundesalon selbstständig machen möchte, muss außerdem früh entscheiden, wie der Betrieb konkret aussehen soll. Neben einem klassischen stationären Salon kommen etwa ein Home-Salon, ein mobiles Pflegefahrzeug oder Hausbesuche infrage. Je nach Geschäftsmodell unterscheiden sich Investitionsbedarf, laufende Kosten und organisatorische Anforderungen.

Was ist ein Hundesalon?

Ein Hundesalon kümmert sich um die fachgerechte Pflege von Fell, Haut, Pfoten und Krallen. Der Erhalt oder die Verbesserung des äußeren Erscheinungsbilds ist dabei nicht das einzige Ziel. Regelmäßiges Bürsten, das Entfernen loser Unterwolle und das rechtzeitige Kürzen verfilzter Bereiche dienen auch dem allgemeinen Wohlbefinden des Hundes und der Früherkennung von Hautveränderungen.

Ein Hundesalon kann dabei auf unterschiedliche Weise betrieben werden:

  • Stationärer Salon: Die Kundschaft wird in eigenen, angemieteten Gewerberäumen empfangen. Dieses Modell bietet eine professionelle Außenwirkung und eine hohe Terminleistung, verursacht aber laufende Miet- und Nebenkosten.
  • Home-Salon: Ein Raum im eigenen Haus oder auf dem eigenen Grundstück wird für die Hundepflege eingerichtet. Dadurch sinken die Raumkosten. Hier treten aber Fragen bezüglich Nachbarschaftsschutz und baurechtlicher Nutzung in den Vordergrund.
  • Mobiler Hundesalon: Die Pflege findet in einem ausgebauten Fahrzeug statt. Dieses Modell ist bequem für die Kundschaft und kann in ländlichen Regionen attraktiv sein.
  • Hausbesuche: Der Hundefriseur arbeitet mit mobiler Ausrüstung in der Wohnung der Kundschaft. Das reduziert die Investition in ein Spezialfahrzeug, begrenzt aber die angebotenen Leistungen. Erfolgen die Besuche nach vorheriger Terminvereinbarung, handelt es sich grundsätzlich nicht um ein Reisegewerbe. Ohne vorherige Bestellung kann dagegen eine Reisegewerbekarte nach § 55 GewO erforderlich sein.
  • Eingemieteter Arbeitsplatz: Möglich ist auch ein Platz in einer Tierhandlung, Hundeschule oder einem anderen tierbezogenen Betrieb. Dadurch können Miete, Empfangsbereich und vorhandene Kundenkontakte geteilt werden.

Hier ist zu beachten, dass die Fellpflege keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung ersetzt. Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten wie etwa entzündeten Hautstellen sollte der Halter daher an eine Tierarztpraxis verwiesen werden.

Markt und Kundennachfrage für Hundesalons in Deutschland

Markt und Kundennachfrage für Hundesalons in Deutschland

In Deutschland leben viele Hunde, womit Anbieter auf eine breite potenzielle Zielgruppe treffen. Im Jahr 2025 lebten rund zehn Millionen Hunde in etwa 8,3 Millionen deutschen Haushalten. Insgesamt hielten 43 Prozent der Haushalte mindestens ein Heimtier.

Trotz des großen potenziellen Marktes sollte ein Hundesalon nicht als Selbstläufer betrachtet werden. Es kommt letztlich nicht auf die gesamte Nachfrage in Deutschland, sondern auf die relevante Nachfrage im eigenen unmittelbaren Einzugsgebiet an. Faktoren wie Hundedichte, Altersstruktur oder Kaufkraft der Hundehalter spielen hier eine Rolle.

In Städten mit weniger Auslaufflächen werden eher kleine und mittelgroße Hunde gehalten. Hier können in stationären Hundesalons die Kunden in kürzeren Pflegeintervallen bedient werden. In ländlichen Gebieten sind die Tiere typischerweise etwas größer und es muss mehr Unterwolle entfernt werden. Hier sind mobile Dienstleistungen und längere Termine in größeren Abständen bedeutsamer.

Hundesalon eröffnen: Voraussetzungen und Schritte

Wer einen Hundesalon eröffnen möchte, muss eine ganze Reihe von Entscheidungen treffen. Anhand der folgenden Schritte ist eine systematische Umsetzung möglich.

Geschäftsmodell für den Hundesalon wählen

Ein Hundesalon kann umgesetzt werden als gemieteter Salon, Home-Salon, mobiles Pflegefahrzeug oder als ein Arbeitsplatz innerhalb eines anderen Tierbetriebs. Das hat Auswirkungen auf die Kosten etwa für die Miete, die Fahrtzeiten oder die Anforderungen an die Ausstattung. 

Es ist wichtig, dass das Modell zu den eigenen Möglichkeiten wie etwa dem Budget und den eigenen Fähigkeiten sowie zur lokalen Nachfrage passt.

Praktische Fähigkeiten in der Hundepflege erwerben

Hundefriseur bzw. Hundefriseurin ist in Deutschland kein staatlich anerkannterAusbildungsberuf. 

Wegen der fehlenden staatlichen Berufsausbildung sind die angehenden Hundefriseure daher auf eine außerbetriebliche Qualifikation angewiesen. Die für den Beruf erforderlichen praktischen Fähigkeiten werden über private Lehrgänge, Salonpraktika oder spezielle IHK-Zertifikatsangebote erworben. 

Die Friseure müssen mit unterschiedlichen Hundegrößen umgehen und eine kompetente Fellbeurteilung vornehmen können. Zudem müssen Probleme, die einer tierärztlichen Abklärung bedürfen, erkannt werden können.

Businessplan erstellen und Budget festlegen

Ein Businessplan sollte die wichtigsten Entscheidungen zur Gründung systematisch zusammenführen. Sinnvoll ist eine Gliederung in folgende Bereiche:

  • Geschäftskonzept: Zielgruppe, angebotene Leistungen, Preise und Positionierung des Hundesalons
  • Betriebsplanung: Standort, Öffnungszeiten und realistische Terminkapazitäten
  • Investitionen und laufende Kosten: Ausbildung, Räume, Fahrzeug, Ausstattung, Versicherungen, Software und Marketing
  • Umsatzplanung: erwartete Zahl der Termine, durchschnittlicher Umsatz pro Hund und notwendige Auslastung
  • Risikoplanung: mögliche Terminabsagen, ein langsamerer Kundenaufbau, Krankheit oder unerwartete Reparaturen

Zusätzlich sollte eine ausreichende Liquiditätsreserve für die ersten Betriebsmonate eingeplant werden.

Realistische Terminkapazität berechnen

Wie viel Zeit die Termine beanspruchen, hängt von Faktoren wie der Größe, der Fellart, dem Pflegezustand und Verhalten des Hundes ab. Nicht jede Arbeitsstunde lässt sich abrechnen, weil Dokumentation, Vorgespräche, Reinigung und Werkzeugvorbereitung ebenfalls Zeit in Anspruch nehmen. Zudem müssen Puffer für verspätete Abholungen eingeplant werden. 

Eine lückenlose Folge von Terminen den ganzen Tag über ist daher gerade bei allein arbeitenden Personen unrealistisch.

Gewerbe anmelden und Rechtsform wählen

Zu den möglichen Rechtsformen gehören Einzelunternehmen, GbR, UG und GmbH. Das Einzelunternehmen ist in Deutschland die typische Wahl für einen allein geführten Hundesalon, weil es häufig die einfachste Variante darstellt.

  • Einzelunternehmen: Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich, allerdings haftet der Inhaber grundsätzlich auch mit seinem Privatvermögen.
  • GbR: Geeignet für mindestens zwei Personen, die gemeinsam gründen. Auch hier ist kein Mindestkapital vorgeschrieben. Die Gesellschafter haften grundsätzlich persönlich und als Gesamtschuldner für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft.
  • UG (haftungsbeschränkt): Ermöglicht eine grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkte Haftung bei geringem Stammkapital. Dafür sind unter anderem notarielle Gründung, Handelsregistereintrag und Bilanzierung erforderlich.
  • GmbH: Bietet ebenfalls eine Haftungsbeschränkung, erfordert aber mindestens 25.000 Euro Stammkapital und bringt einen höheren formalen und buchhalterischen Aufwand mit sich.

Nachdem die Entscheidung für eine Rechtsform gefallen ist, erfolgt die Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbeamt. Es ist wichtig, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung grundsätzlich innerhalb eines Monats nach Tätigkeitsaufnahme elektronisch über ELSTER an das Finanzamt zu übermitteln.

Geeignete Betriebsversicherungen abschließen

Eine Betriebshaftpflicht sollte Personen-, Sach- und Vermögensschäden abdecken. Die Versicherung muss dabei auch Hunde berücksichtigen, die sich vorübergehend in der Obhut des Salons befinden. Es sollte vor Abschluss der Police genau geprüft werden, ob Verletzung, Entlaufen, Verlust oder Tod eines Tieres eingeschlossen sind.

Die gesetzliche Unfallversicherung ist ebenfalls zu berücksichtigen. Unternehmen sind grundsätzlich binnen einer Woche beim zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden; bei einer fristgerechten Gewerbeanmeldung gilt diese Pflicht als erfüllt. Werden Beschäftigte eingestellt, sind diese über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Weitere Produkte wie Inhalts-, Rechtsschutz- und Betriebsunterbrechungsversicherungen können abhängig vom Betriebsmodell sinnvoll sein. Bei einem mobilen Pflegefahrzeug mit fest eingebauter Ausstattung kommen Fahrzeug- und Sachschutz hinzu.

Genehmigungen und Tierschutzpflichten prüfen

In § 11 Tierschutzgesetz ist die rein gewerbliche Fellpflege nicht als eigener erlaubnispflichtiger Tatbestand aufgeführt. Das bedeutet, dass ein klassischer Hundesalon in der Regel keine entsprechende Erlaubnis benötigt. Die Rechtslage kann sich ändern, wenn zusätzlich Tierbetreuung, Unterbringung, Hundetraining, Zucht oder Tierhandel angeboten werden.

Das Tierschutzrecht ist immer zu beachten. Hunde dürfen keinen vermeidbaren Schmerzen, Leiden oder Schäden ausgesetzt werden. Für den Umgang mit Stress, Aggressionen, Verletzungen, Flucht oder tierärztlichen Notfällen sind klare Abbruch- und Notfallverfahren zu definieren.

Räumlichkeiten, Vermieter und örtliche Anforderungen prüfen

Bevor ein Hundesalon in gemieteten Räumen eröffnet wird, sollten die wichtigsten Voraussetzungen in dieser Reihenfolge geklärt werden:

  • Zustimmung des Vermieters einholen: Die geplante gewerbliche Nutzung sollte ausdrücklich erlaubt sein.
  • Nutzungsart prüfen: Auch bereits gewerblich genutzte Räume dürfen nicht automatisch für jeden Betrieb verwendet werden.
  • Bauamt kontaktieren: Dort lässt sich klären, ob der Hundesalon am vorgesehenen Standort zulässig ist oder eine Nutzungsänderung erforderlich wird.
  • Mietvertrag abschließen: Ein langfristiger Vertrag sollte erst unterschrieben werden, wenn die geplante Nutzung rechtlich und praktisch geklärt ist.

So lassen sich unnötige Umbaukosten, Verzögerungen oder Probleme bei der späteren Betriebseröffnung vermeiden.

Geschäftsräume auswählen oder mobiles Pflegefahrzeug vorbereiten

Folgenden Anforderungen sollten geeignete Räume genügen:

  • Warmwasser
  • Belastbare Abflüsse
  • Ausreichende Elektrik
  • Gute Beleuchtung
  • Heizung und Belüftung
  • Eigene Wasch-, Pflege-, Warte- und Lagerbereiche

Bei einem mobilen Hundesalon kommen zusätzliche bzw. abweichende Anforderungen hinzu. Dazu gehören Frisch- und Abwassertanks, eine mobile Energieversorgung sowie ausreichende Heizung, Kühlung und Lüftung. 

Die Kalkulation sollte auch Kraftstoff, Wartung, Parken, Fahrzeit und die tägliche Reinigung berücksichtigen. Vor der Anschaffung des Fahrzeugkaufs sollten noch einmal maximale Nutzlast und Qualität des Ausbaus geprüft werden.

Ausstattung für den Hundesalon kaufen

Folgende Ausstattung gehört bei einem Hundesalon dazu:

  • Höhenverstellbarer Pflegetisch
  • Geeignete Wanne
  • Trockner
  • Schermaschinen und Scheren
  • Bürsten, Kämme und Krallenwerkzeuge
  • Shampoos und Conditioner
  • Desinfektionsmittel, Handtücher und Schutzkleidung
  • Weitere Verbrauchsmaterialien

Spezialwerkzeuge sollten erst nach einer erfolgreichen Einführungsphase und bei sich stabilisierender Nachfrage angeschafft werden. Bei der Anschaffung sind auch gleich weitere Kostenfaktoren wie der Verschleiß von Scherköpfen oder notwendige Reparaturen zu bedenken.

Terminverwaltung und Kundendaten einrichten

Über eine passende Buchungssoftware sollten sich Termine, Erinnerungen, Kundennotizen und Wiederbuchungen an zentraler Stelle verwalten lassen. 

Es sollten sich Daten wie Rasse, Gewicht, Fellzustand, Gesundheitsinformationen, Verhalten und Notfallkontakte darin erfassen lassen. Abgefragt werden sollten auch Allergien, Verletzungen, Medikamente, frühere Probleme und eine mögliche Bissvorgeschichte. 

Kundendaten sind auf notwendige Angaben zu beschränken und vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Die Kunden müssen zudem über die Datenverarbeitung informiert werden. Bei externen Auftragsverarbeitern sind entsprechende Verträge erforderlich; gegebenenfalls ist auch ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten zu führen.

Einwilligungen und Notfallverfahren festlegen

Die Leistungen sollten noch vor dem Termin klar vereinbart werden. So ist es zum Beispiel bei einem stark verfilzten Fell sinnvoll, eine ausdrückliche Zustimmung für eine kürzere als vereinbarte Schur einzuholen. Hiermit sollen also notwendige Anpassungen in der Durchführung der Behandlung abgedeckt werden.

Vereinbart werden sollte auch, wie bei Parasiten, Hautproblemen, aggressivem Verhalten oder einem vorzeitigen Behandlungsabbruch zu verfahren ist. Es sollten Notfallkontakte und die bevorzugte Tierarztpraxis hinterlegt werden.

Zahlungen und POS-System einrichten

Neben Barzahlungen sollten auchgirocard, Kreditkarten, kontaktlose Zahlungen und mobile Wallets angeboten werden. 

Gerade für Pflegefahrzeuge und Hausbesuche sind mobile Kartenlesegeräte sinnvoll. Bei Anzahlungen oder offenen Beträgen können Zahlungslinks zum Einsatz kommen. Leistungen, Zusatzkosten, Rabatte, Erstattungen und Zahlungsarten sollten vom System nachvollziehbar erfasst werden.

Eine generelle gesetzliche Pflicht zur Nutzung einer elektronischen Kasse besteht nicht. Wird jedoch ein elektronisches Kassensystem eingesetzt, das unter § 146a AO und die KassenSichV fällt, muss es grundsätzlich durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) geschützt werden. Zudem gilt für solche Geschäftsvorfälle grundsätzlich die Belegausgabepflicht.

Preise und Leistungspakete kalkulieren

Eine belastbare Preiskalkulation berücksichtigt Arbeitszeit, Hundegröße, Fellart und Pflegezustand des Tieres sowie dessen Verhalten und den Schwierigkeitsgrad der Behandlung. 

Aktuelle Preislisten deutscher Hundesalons zeigen für eine Komplettpflege kleiner Hunde häufig Einstiegspreise von etwa 55 bis 70 Euro; bei großen Hunden sind etwa 80 bis 130 Euro oder mehr üblich. Die tatsächlichen Preise unterscheiden sich jedoch regional und je nach Leistungsumfang erheblich. 

Es sollten leicht verständliche Pakete etwa für Baden, Komplettpflege, Trimmen oder Krallenpflege angeboten werden. Ist der Aufwand vorher nicht genau bestimmbar, eignen sich Ab-Preise oder Preisrahmen. Zuschläge etwa für starke Verfilzung, Parasiten oder einen besonderen Zeitaufwand sollten vor der Behandlung kommuniziert werden.

Wichtig: Werden Preise gegenüber Verbrauchern angegeben, müssen grundsätzlich Gesamtpreise einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile ausgewiesen werden. Für die wesentlichen Leistungen ist zudem ein gut sichtbares Preisverzeichnis im Salon bereitzuhalten.

Profitables Wiederbuchungsmodell aufbauen

Regelmäßige Termine sind besonders profitabel und verbessern die Kundenbindung. Der nächste Termin wird gleich nach Abholung reserviert, womit mehr Planungssicherheit einhergeht. 

Vor allem sorgen die regelmäßigen Behandlungen aber dafür, dass starke Verfilzungen nicht mehr so leicht auftreten, was zeitaufwendige Pflegefälle vermeidet. Es sollten möglichst viele Erstkunden zu solchen Stammkunden werden, wobei etwa Erinnerungen helfen können. 

Die Intervalle sollten zum Felltyp und individuellen Hundebedarf passen.

Hundesalon eröffnen und vermarkten

Zum Marktauftritt gehören ein passender Geschäftsname, eine informative Website, ein Google-Unternehmensprofil und lokale Verzeichniseinträge. Leistungen, Preisrahmen, Öffnungszeiten, Parkmöglichkeiten und Buchungswege sollten klar kommuniziert werden. 

Häufig ist es zudem nützlich, den Kontakt zu Tierarztpraxen, Tierhandlungen oder Züchtern zu halten, um die Kundenakquise zu unterstützen. Wichtig sind außerdem lokale Empfehlungen und positive Bewertungen, weil es sich hierbei um Vertrauenssignale handelt.

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Hundesalon eröffnen: Kosten nach Geschäftsmodell

Die Kosten für die Eröffnung eines Hundesalons hängen von der Größe, dem Standort und vielen anderen Faktoren ab. 

Die folgende Übersicht kann als Planungsrahmen für kleine, inhabergeführte Betriebe dienen:

GeschäftsmodellPlanungsrahmenTypische Kostentreiber
Einfacher Home-Salonetwa 7.000–18.000 EuroAusbildung, Raumumbau, Tisch, Wanne, Trocknung, Werkzeuge
Gemieteter kleiner Salonetwa 18.000–45.000 EuroKaution, Renovierung, Sanitärtechnik, Einrichtung, Anlaufkosten
Mobiler Hundesalonetwa 30.000–80.000 EuroFahrzeug, professioneller Ausbau, Wasser-, Strom- und Klimatechnik
Umfangreich ausgestatteter Salonetwa 40.000–90.000 Euro oder mehrGrößere Fläche, hochwertige Einrichtung, mehrere Arbeitsplätze, Personalstart

Das sind einige der typischen einmaligen Kosten:

  • Aus- und Weiterbildung
  • Gewerbeanmeldung
  • Beratung und gegebenenfalls Gründungskosten der Rechtsform
  • Mietkaution
  • Umbau, Elektrik, Wasser und Abwasser
  • Bodenbeläge und Lüftung
  • Badewanne, Tisch und Trocknungstechnik
  • Schermaschinen, Scheren und Pflegewerkzeuge
  • Erstausstattung mit Produkten und Handtüchern
  • Website, Beschilderung und Eröffnungsmarketing
  • Buchungssoftware, Kartenlesegerät und Kassentechnik
  • Fahrzeug oder Fahrzeugausbau

Laufende monatliche Kosten:

  • Miete und Nebenkosten
  • Strom, Wasser und Heizung
  • Kraftstoff und Fahrzeugwartung
  • Versicherungen
  • Pflegeprodukte und Verbrauchsmaterial
  • Reinigung und Wäsche
  • Schärfen und Reparatur von Werkzeugen
  • Software und Telekommunikation
  • Zahlungsgebühren
  • Buchhaltung und Steuerberatung
  • Marketing
  • Löhne und Arbeitgeberkosten
  • Steuern und Rücklagen

Bei den Kosten ergibt sich also eine große Spannweite. Wenn bereits geeignete Räume verfügbar sind, reduziert sich der Kapitalbedarf entsprechend.

Hundepflege-Leistungen profitabel kalkulieren

Eine tragfähige Preiskalkulation berücksichtigt die gesamte für einen Termin eingesetzte Arbeitszeit sowie Pflegeprodukte, Energie, Miete, Fahrtkosten und Zahlungsgebühren. Auch nicht abrechenbare Tätigkeiten wie Reinigung, Terminverwaltung, Einkauf und Kundengespräche müssen über die Preise finanziert werden.

Für kurze Einzelleistungen empfiehlt sich ein Mindestpreis. Große, stark verfilzte, nervöse oder besonders zeitintensive Hunde sollten entsprechend dem tatsächlichen Aufwand berechnet werden. Entscheidend ist dabei nicht nur der Umsatz pro Termin, sondern der Erlös je Arbeitsstunde. 

Faktoren wie die Termindauer, Wiederbuchungsquote, Ausfälle und der Deckungsbeitrag der einzelnen Leistungen sind laufend zu kontrollieren. Steigen Löhne, Miete, Energie, Kraftstoff oder Produktkosten, sollten die Preise überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. 

Notwendige Änderungen sollten frühzeitig und transparent gegenüber der Stammkundschaft kommuniziert werden.

Tagesgeschäft und Kundenerlebnis organisieren

Tagesgeschäft und Kundenerlebnis organisieren

Der Ablauf im Hundesalon sollte so gestaltet sein, dass Mensch und Tier möglichst wenig Stress ausgesetzt sind:

  • Der Arbeitstag sollte mit der Kontrolle der Termine beginnen, mit der Durchsicht von Kundennotizen und der Vorbereitung von Werkzeugen und Produkten.
  • Zwischen den Terminen muss genügend Zeit vorhanden sein, um Tisch, Wanne und Werkzeuge reinigen und für den nächsten Einsatz vorbereiten zu können. Handtücher und Schlaufen müssen regelmäßig gewechselt werden.
  • Dem Kunden sollte frühzeitig mitgeteilt werden, wenn sich ein Termin verzögert, die Behandlung länger dauert als geplant oder das Fell stärker verfilzt ist als angekündigt. 

Sollten dem Friseur Haut- oder Ohrenveränderungen auffallen, sollte das mitgeteilt werden. Das gilt auch, falls Mehrkosten entstehen. Dafür sollten die Halter bei Abholung eine kurze Rückmeldung erhalten.

Ideen für Kundenbindung und Wachstum

Der einfachste Weg zu mehr Wachstum führt über die bessere Auslastung des vorhandenen Betriebs. Haben sich die Abläufe eingespielt, kann auch über eine Erweiterung mit zusätzlichen Räumen oder Fahrzeugen und mehr Personal nachgedacht werden.

Folgende Ideen können für zusätzlichen Umsatz sorgen:

  • Auf Felltypen abgestimmte regelmäßige Pflegepläne
  • Welpen-Gewöhnungstermine
  • Unterwollentermine im Fellwechsel
  • Ruhige Termine für alte oder ängstliche Hunde
  • Besonders frühe oder späte Termine an ausgewählten Tagen
  • Mobile Pflegetage in einem festgelegten Gebiet

Eine stabile Kundenbindung entsteht vor allem durch gleichbleibend gute Ergebnisse, zuverlässige Termine und einen individuellen Umgang mit jedem Hund. Für die Kundenakquise sind persönliche Empfehlungen, lokale Onlinebewertungen und Kooperationen mit Tierarztpraxen, Hundeschulen oder Tierfachgeschäften besonders wertvoll. 

Bevor Öffnungszeiten verlängert oder neues Personal eingestellt wird, sollten zunächst ruhigere Zeitfenster besser ausgelastet werden.

Häufige Fehler bei der Hundesalon-Gründung

Folgende Fallstricke sollten Gründer im Blick haben:

  • Ohne ausreichende praktische Ausbildung selbstständig starten
  • Räume nutzen, bevor Vermieter und Bauamt zugestimmt haben
  • Reinigung, Verwaltung, Absagen und andere unbezahlte Zeiten unterschätzen
  • Einheitspreise trotz unterschiedlicher Fellarten und Arbeitsaufwände verlangen
  • Teure Fahrzeuge oder Spezialausrüstung vor bestätigter Nachfrage kaufen
  • Gesundheitlich oder verhaltensbedingt schwierige Hunde trotz fehlender Erfahrung annehmen
  • Betreuung oder Training ohne Prüfung zusätzlicher Anforderungen anbieten
  • Fellzustand, Einwilligungen und Zwischenfälle nicht dokumentieren
  • Zu viele Termine einplanen und dadurch Tierwohl und Gesundheit belasten
  • Den Betrieb vorzeitig erweitern, obwohl Stammkundschaft und Liquidität noch nicht stabil sind

Wer diese Fehler vermeidet, sollte sehr viel schneller auf einen gesunden und nachhaltigen Wachstumspfad gelangen.

Wie myPOS einen Hundesalon unterstützen kann

Wie myPOS einen Hundesalon unterstützen kann

In einem Hundesalon stehen die Fellpflege und ein zuverlässiger Service immer an erster Stelle. Die Kunden möchten aber auch möglichst reibungslos bezahlen können. Hier kommt es auf Zahlungslösungen für Dienstleiste an, die den täglichen Anforderungen im Salon genügen.

myPOS unterstützt je nach gewählter Lösung Karten-, kontaktlose und Wallet-Zahlungen. Mobile Kartenlesegeräte eignen sich sowohl für einen stationären Salon als auch für einen mobilen Hundefriseur oder Hausbesuche.

Zahlungslinks können genutzt werden, um vereinbarte Anzahlungen oder noch offene Beträge aus der Ferne anzufordern. Zahlungslinks lassen sich dafür per E-Mail, Nachricht oder sozialem Netzwerk übermitteln.

Transaktionsaufzeichnungen erleichtern bei myPOS den täglichen Abgleich von Terminen, Leistungen, Kartenzahlungen, Rückerstattungen und offenen Beträgen. Dadurch entsteht eine bessere Datenbasis für die Buchhaltung und die Liquiditätsplanung und damit für die erfolgreiche Steuerung des Geschäfts.

Fazit

Wer seinen Hundesalon zu einem tragfähigen Geschäftsmodell entwickeln möchte, bringt fachliche Kompetenz mit und achtet auf das Tierwohl, realistische Preise und verlässliche Abläufe. 

Entscheidend für den Erfolg sind eine sorgfältige Planung, passende Versicherungen, klare Terminregeln und eine konsequente Kundenbindung. 

Mit bedarfsgerechter Ausstattung und flexiblen Zahlungsoptionen lässt sich der Betrieb professionell, effizient und kundenorientiert aufbauen und weiterentwickeln.

Häufige Fragen

Neben eigenem Kapital kommen klassische Bankdarlehen und öffentliche Förderkredite infrage. Die KfW bietet beispielsweise Förderprodukte für Investitionen und laufende Kosten bei Existenzgründungen an. Wer aus der Arbeitslosigkeit gründet, kann unter bestimmten Voraussetzungen außerdem einen Gründungszuschuss erhalten.

Welche Steuern anfallen, hängt unter anderem von der Rechtsform ab. Einzelunternehmer versteuern ihren Gewinn grundsätzlich über die Einkommensteuer; bei Gewerbetreibenden kann zusätzlich Gewerbesteuer anfallen. Bei UG und GmbH spielt stattdessen die Körperschaftsteuer eine Rolle. Hinzu kommt grundsätzlich die Umsatzsteuer, sofern keine Steuerbefreiung wie die Kleinunternehmerregelung greift.

Wer Beschäftigte einstellt, muss die Gefahren am Arbeitsplatz beurteilen und daraus geeignete Schutzmaßnahmen ableiten. In einem Hundesalon können beispielsweise elektrische Geräte, Scheren, Reinigungsmittel, rutschige Böden oder das Heben schwerer Hunde relevant sein. Auch eine ausreichende Unterweisung der Mitarbeiter gehört zum Arbeitsschutz.

Vor der ersten Einstellung wird eine Betriebsnummer für die Sozialversicherung benötigt. Beschäftigte müssen anschließend bei der zuständigen Einzugsstelle angemeldet werden. Zusätzlich sind unter anderem die Vorgaben zu Arbeitsbedingungen, Mindestlohn und Arbeitszeit einzuhalten. Die wesentlichen Vertragsbedingungen des Arbeitsverhältnisses müssen entsprechend dem Nachweisgesetz dokumentiert werden.

Über soziale Netzwerke können Pflegeergebnisse, saisonale Hinweise, freie Termine und Einblicke in den Salon veröffentlicht werden. Damit lässt sich insbesondere die lokale Sichtbarkeit erhöhen und der Kontakt zu bestehenden Kunden pflegen. Bei geschäftlichen Profilen sind jedoch unter anderem Impressums-, Datenschutz-, Bild- und Werberegeln zu beachten.

Wichtig ist eine fortlaufende Erfassung von Einnahmen und Ausgaben und eine Zuordnung der anfallenden Kosten zu Miete, Pflegeprodukten, Fahrzeug, Versicherungen, Marketing und Ausstattung. Ein regelmäßiger Soll-Ist-Vergleich zeigt, wo die tatsächlichen Kosten von der Planung abweichen. Buchungsbelege müssen zudem geordnet aufbewahrt werden.

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