Was kann ein Fremder mit meiner IBAN machen?
Letzte Aktualisierung: 08.09.2026
Die IBAN ist eine wichtige Ziffer bei Bank-Transaktionen. Ihre Herausgabe ist oftmals für Online-Shopping-Transaktionen erforderlich, wenn mit dem Konto bezahlt werden soll.
Viele Menschen machen sich Sorgen, was passieren kann, wenn die IBAN in falsche Hände gerät. Fremde, die über Ihre IBAN verfügen, haben üblicherweise keinen Zugriff auf Ihr Konto, können damit jedoch durch aus in gewissem Rahmen missbräuchlich umgehen.
Wie dies aussehen kann und was Sie tun können, um sich zu schützen, erfahren Sie hier.
INHALTSVERZEICHNIS
- Was eine IBAN über Ihr Bankkonto verrät
- Was kann ein Fremder tatsächlich mit Ihrer IBAN anstellen?
- Was ein Fremder mit Ihrer IBAN allein nicht tun kann
- Was ein Fremder mit Ihrer IBAN versuchen könnte
- Wie Ihre IBAN in die falschen Hände geraten kann
- Wenn die Offenlegung der IBAN ernster wird
- So schützen Sie Ihre IBAN und Bankdaten
- Wann Sie Ihre Bank kontaktieren sollten
- Fazit
Was eine IBAN über Ihr Bankkonto verrät
Die IBAN, kurz für “International Bank Account Number”, ist eine international standardisierte Bankkontonummer. In Deutschland hat sie 2014 die Kontonummer abgelöst. Die dient dazu, das dazugehörige Bankkonto zu identifizieren und wird bei Banktransaktionen angegeben.
Allerdings enthält sie keine Anmeldedaten und auch keine sensiblen Zugriffsinformationen. Auch eine PIN oder TAN ist darin nicht enthalten. Einen direkten Kontozugriff erhält also niemand, der lediglich eine IBAN vorliegen hat.
Was kann ein Fremder tatsächlich mit Ihrer IBAN anstellen?
Die IBAN alleine verschafft Fremden nur wenig Möglichkeiten in Bezug auf ein Konto.
Es besteht theoretisch die Möglichkeit, eine Lastschrift anzuweisen – allerdings hat der Kontoinhaber bei einem SEPA-Lastschriftverfahren die Möglichkeit, diese innerhalb von acht Wochen zu widerrufen. Daher sind die Risiken durch die Herausgabe der IBAN eingeschränkt.
Was ein Fremder mit Ihrer IBAN allein nicht tun kann
Die IBAN enthält zwar personenbezogene Daten, diese allein sind jedoch für sich allein für Fremde kaum nutzbar. Die Ziffer setzt sich zusammen aus der Länderkennung (in Deutschland “DE”) sowie einer Prüfziffer, der Bankleitzahl und der Kontonummer. Andere Zugangsdaten sind nicht darin zu finden.
Um beispielsweise auf das Onlinebanking zuzugreifen, sind eine PIN und eine TAN erforderlich. Zudem bieten die meisten Banken heutzutage eine 2-Faktor-Authentifizierung an, die den Schutz erhöht.
Auch das Abheben von Bargeld, die Verwaltung des Kontos oder die Änderung der Kontoeinstellung ist alleine mit der IBAN nicht möglich.
Was ein Fremder mit Ihrer IBAN versuchen könnte
Unberechtigte Dritte haben zwei Möglichkeiten, unbefugt Transaktionen mit einer IBAN durchzuführen.
Durch den Einsatz eines sogenannten Lastschriftverfahrens können diese Geld von Ihrem Konto abbuchen lassen. Hierbei darf allerdings meist ein von der Bank festgelegter Maximalbetrag nicht überschritten werden.
Zudem können Fremde mit der IBAN online eine Bestellung auf Rechnung abgegeben und so versuchen, betrügerische Aktivitäten zu vollziehen.
Unbefugte Lastschrift: Das größte praktische Risiko
Die unbefugte Lastschrift vom Konto ist theoretisch möglich, denn Banken prüfen in der Regel vor einer Buchung nicht, ob ein gültiges Mandat vorliegt. Dies erfolgt erst nach der Abbuchung, und zwar durch den Kontoinhaber selbst.
Dies ist allerdings nicht mit einem vollständigen Zugriff auf das Konto verbunden. Solche Lastschriften sind meist nur in Höhe kleiner oder mittlerer Beträge möglich. Es ist dennoch ratsam, die Kontobewegungen regelmäßig zu prüfen, um solche missbräuchlichen Lastschriften schnell zu entdecken und sie zu widerrufen.
Im Rahmen des SEPA-B2B-Verfahrens zwischen Geschäftskonten muss zudem die Bank des Zahlungspflichtigen vor der Abbuchung überprüfen, ob ein gültiges Mandat vorliegt. Dies senkt das Risiko unbefugter Lastschriften im Geschäftskontext.
So machen Sie eine unbefugte Lastschrift rückgängig
Lastschriften können generell innerhalb von 8 Wochen ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Bei unberechtigten Lastschriften gilt sogar eine Frist von bis zu 13 Monaten.
Um eine solche Lastschrift rückgängig zu machen, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen:
- Prüfen Sie Ihre Abbuchungen und kontrollieren Sie Betrag, Buchungsdatum und den Zahlungsempfänger.
- Wenn eine unberechtigte Kontobewegung vorliegt, lässt sich die Lastschrift zurückbuchen. Oftmals ist das ober das Onlinebanking möglich, etwa über einen Button “Lastschrift zurückgeben” oder “Lastschrift widersprechen”. Der Vorgang wird meist mit einer TAN bestätigt. Meist erfolgt die Rückbuchung zeitnah.
- Informierne Sie Ihre Bank und melden Sie verdächtige Vorgänge. So können weitere Maßnahmen geprüft werden.
All diese Maßnahmen nehmen nur wenig Zeit und Aufwand in Anspruch. Bei einem Betrugsverdacht kann es auch ratsam sein, die Polizei zu informieren, damit sie sich der Sache annimmt.
Rechnungsbetrug: Wenn jemand Ihre IBAN für Bestellungen nutzt
Unbefugte können mit einer fremden IBAN Waren oder Dienstleistung bestellen und die Bestellung mit einer Zahlung auf Rechnung vornehmen. Dann erhält der Kontoinhaber eine Rechnung für eine Bestellung, die er gar nicht vorgenommen hat.
Wer eine solche Rechnung erhält, sollte diese direkt prüfen und auf keinen Fall bezahlen, wenn er die Transaktion nicht zuordnen kann oder sicher ist, nichts bestellt zu haben.
So reagieren Sie auf eine verdächtige Rechnung
Wenn Sie eine Rechnung erhalten, bei der Sie den Verdacht des Betrugs haben, empfiehlt es sich, folgendermaßen vorzugehen:
- Nehmen Sie keine Bezahlung der Rechnung vor.
- Nehmen Sie Kontakt mit dem Verkäufer auf, um die Angelegenheit zu klären.
- Erläutern Sie ihm, dass Sie diese Bestellung nicht vorgenommen haben und daher die Rechnung nicht bezahlen müssen.
- Bewahren Sie alle schriftlichen Nachweise auf, die belegen, dass Sie die Bestellung nicht aufgegeben haben. Dazu gehören Sendungsverläufe und auch der gesamte Schriftverkehr.
- Kommt diese Form des Missbrauchs wiederholt vor, melden Sie sie direkt bei der Polizei, am besten mit einer Strafanzeige. So wird der Vorgang direkt als Betrug behandelt.
Auch wenn die Nichtzahlung der Rechnung das oberste Gebot ist, sollten Empfänger nicht untätig bleiben. So klären Sie die Angelegenheit schnell und senken das Risiko von Verlusten.
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Wie Ihre IBAN in die falschen Hände geraten kann
Über Kontoauszüge besteht die Möglichkeit, dass Fremde an eine IBAN gelangen. Auch bei einer Rechnung, die Sie als Unternehmen an Kunden verschicken, ist es üblich, die Bankverbindung anzugeben, denn sie ist nötig, damit der Kunde die Rechnung bezahlt. Dadurch kann jeder die IBAN einsehen, der Zugriff auf die Rechnung hat.
Auch wenn Sie bei einem Onlinekauf Ihre IBAN angeben, damit Ihnen das Produkt oder die Dienstleistung in Rechnung gestellt werden kann, geben Sie sie heraus. Auch wenn E-Mails mit Rechnungsdaten versendet werden, geben Sie die Kontrolle darüber ab, wer Ihre IBAN einsehen kann.
Werden Dokumente mit den eigenen Bankdaten nicht sachgemäß entsorgt, kann es ebenfalls passieren, dass Fremde diese finden und die IBAN einsehen können.
Doch ganz egal auf welche Art und Weise und ob online oder offline: Tatsache ist, dass es immer wieder Situation gibt, in denen Sie Ihre IBAN aktiv an Dritte weitergeben oder sie unbeabsichtigt in die Hände von Dritten gelangen. Doch was bedeutet das bzw. stellt dies ein Risiko für die Sicherheit Ihres Kontos dar?
Wenn die Offenlegung der IBAN ernster wird
Die Herausgabe der IBAN alleine stellt kein größeres Sicherheitsrisiko dar. Ein solches kann allerdings entstehen, wenn Sie die Ziffer zusammen mit anderen personenbezogenen Daten herausgeben oder Unbefugte darauf Zugriff erhalten.
Dazu gehören zum Beispiel der vollständige Name, die Adresse, das Geburtsdatum oder die Anmeldedaten für das Onlinebanking. Vor allem Letztere sollten immer vertraulich behandelt und niemals herausgegeben werden.
Auch die Herausgabe der E-Mail-Adresse kann problematisch werden, wenn sie für Phishing, gefälschte Zahlungsaufforderungen oder das sogenannte Social Engineering verwendet wird. Dabei versuchen Betrüger, möglichst viele sensible Daten zu sammeln, etwa auch Passwörter, um Zugänge zu PCs zu erhalten.
Problematisch kann es zudem sein, wenn Fremde über Ausweisdokumente verfügen, denn diese lassen sich dann für die Authorisierung von Transaktionen nutzen.
Es ist daher ratsam, bei der Herausgabe dieser Informationen, Dokumente und Daten Vorsicht walten zu lassen und immer genauestens auf Datensicherheit im Banking zu achten.
So schützen Sie Ihre IBAN und Bankdaten
Obwohl das Risiko durch die Herausgabe der IBAN gering ist, gibt es doch einige Dinge, die Sie tun können, um die Sicherheit Ihres Kontos zu erhöhen und finanzielle Risiken zu minimieren:
- Überprüfen Sie regelmäßig die Ihnen zugesandten Kontoauszüge bzw. Ihr Onlinebanking, um sicherzugehen, dass keine Kontobewegungen stattfinden, von denen Sie nichts wissen.
- Nehmen Sie die Vertraulichkeit der Kontodaten ernst und achten Sie darauf, sämtliche Bankunterlagen sicher zu entsorgen. Diese sollten nicht in einem Mülleimer landen, an den Fremde gelangen können, sondern am besten in einem Shredder zerstört werden, sodass die Informationen nicht mehr lesbar sind.
- Sperren Sie verdächtige Lastschriften sofort und legen Sie ein Bezahl-Limit für Lastschriften fest. So verhindern Sie, dass größere Beträge ohne Ihr Wissen abgebucht werden.
- Durch die Aktivierung von Bankbenachrichtigungen erhöhen Sie den Schutz ebenfalls und schaffen eine Möglichkeit, Missbrauch schnell zu erkennen.
Wenn Sie diese Schritte beachten und einhalten, senken Sie das Risiko missbräuchlicher Aktivitäten auf Ihrem Konto bereits erheblich.
Wann Sie Ihre Bank kontaktieren sollten
Bei bestimmten Vorkommnissen sollten Kontoinhaber sofort Kontakt mit ihrer Bank aufnehmen. Das gilt beispielsweise, wenn eine unbekannte Lastschrift vorgenommen wurde, die Sie keinem Bereich in Ihrem Unternehmen zuordnen können und die weder Sie noch einer Ihrer Mitarbeiter veranlasst hat.
Auch wenn Bankunterlagen mit sensiblen Daten verloren gegangen sind, Sie eine verdächtige Rechnung erhalten haben oder es einen Phishing-Versuch gab, empfiehlt es sich, die Bank zu informieren.
Gab es wiederholten Missbrauch Ihrer Bankdaten, kann es sogar sinnvoll sein, die Sperrung des Kontos vorzunehmen. So kann gar kein Geld vom Konto abgebucht werden.
Fazit
Die IBAN allein ermöglicht Fremden keinen vollständigen Zugriff auf Ihr Bankkonto. Onlinebanking, Kontoeinstellungen oder Bargeldabhebungen lassen sich damit nicht durchführen. Dennoch kann unter Umständen ein Missbrauch der IBAN, etwa für unberechtigte Lastschriften oder betrügerische Bestellungen, erfolgen.
Um das Risiko möglichst gering zu halten, sollten Sie Ihre Kontobewegungen regelmäßig kontrollieren und Bankunterlagen sicher aufbewahren bzw. nicht mehr benötigte Dokumente sorgfältig vernichten.
Auch Bankbenachrichtigungen können dabei helfen, ungewöhnliche Vorgänge schnell zu erkennen. Stellen Sie eine unbekannte Lastschrift oder einen anderen Missbrauch fest, sollten Sie möglichst schnell reagieren und Ihre Bank informieren.
Grundsätzlich gilt: Eine IBAN allein ist kein Zugang zum Konto. Ein sorgfältiger Umgang mit Bankdaten und schnelles Handeln bei verdächtigen Vorgängen helfen jedoch, mögliche Risiken und Schäden zu begrenzen.
Häufige Fragen
Kann jemand allein anhand meiner IBAN Geld von meinem deutschen Geschäftskonto abheben?
Allein mit der IBAN kann niemand Geld von Ihrem deutschen Geschäftskonto abheben oder auf das Onlinebanking zugreifen. Sie kann jedoch unter Umständen für unberechtigte Lastschriften verwendet werden
Können Betrüger mit der IBAN meines Unternehmens eine SEPA-Lastschrift einrichten?
Betrüger können versuchen, mit einer fremden IBAN eine SEPA-Lastschrift einzureichen. Dafür ist jedoch kein vollständiger Zugriff auf das Geschäftskonto erforderlich, und unberechtigte Lastschriften können in der Regel zurückgegeben werden.
Was sollte ein deutsches KMU tun, wenn es eine unbekannte Lastschrift entdeckt?
Bei einer unbekannten Lastschrift sollte das Unternehmen die Kontobewegung umgehend prüfen und die Lastschrift gegebenenfalls zurückgeben. Zusätzlich sollte die Bank informiert und bei einem Betrugsverdacht weitere Schritte wie eine Anzeige geprüft werden.
Kann ich SEPA-Lastschriften auf meinem deutschen Geschäftskonto sperren?
Unternehmen können SEPA-Lastschriften auf ihrem Geschäftskonto grundsätzlich sperren oder entsprechende Limits festlegen. Welche Optionen zur Verfügung stehen, hängt von der jeweiligen Bank ab.
Sollten KMU ihre IBAN auf Rechnungen, Websites und Bestellformularen veröffentlichen?
KMU können ihre IBAN auf Rechnungen, Websites und Bestellformularen prinzipiell angeben, da sie allein keinen direkten Kontozugriff ermöglicht. Wichtig ist dennoch, weitere sensible Bank- und Zugangsdaten vertraulich zu behandeln und die Kontobewegungen regelmäßig zu kontrollieren, da Versuche unbefugter SEPA-Lastschriften nicht auszuschließen sind.
Kann jemand anhand einer deutschen IBAN meine Bank identifizieren?
Die Bankleitzahl ist Bestandteil der deutschen IBAN, sodass sich daraus das kontoführende Kreditinstitut ableiten lässt.
Welche zusätzlichen Daten werden neben einer IBAN in der Regel für schwerwiegenden Bankbetrug benötigt?
Für schwerwiegenden Bankbetrug werden neben der IBAN meist weitere sensible Daten benötigt, etwa Onlinebanking-Zugangsdaten, PINs, TANs oder andere Authentifizierungsdaten. Die IBAN allein reicht dafür nicht aus.
Kann der Missbrauch einer IBAN zu Buchhaltungsproblemen bei der Kontenabstimmung führen?
Unberechtigte Lastschriften können zu Abweichungen bei der Kontenabstimmung führen und zusätzlichen Prüfaufwand verursachen. Eine regelmäßige Kontrolle der Kontobewegungen hilft, solche Unstimmigkeiten frühzeitig zu erkennen.



