So eröffnen Sie ein Kosmetikstudio: Budget, Ausstattung und Formalitäten
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So eröffnen Sie ein Kosmetikstudio: Budget, Ausstattung und Formalitäten

Die Kosmetikbranche ist ein weitläufiges und vielseitiges Feld, das eine Menge Möglichkeiten für die Selbstständigkeit bietet. Klassischerweise ist damit ein Dienstleistungsbetrieb gemeint, der sich der Körper- und Schönheitspflege widmet.

Um einen eigenen Salon zu eröffnen bedarf es in Deutschland neben der Auswahl von Räumlichkeiten und Ausrüstung auch eine genaue Planung von Angebot, Budget und Personalbedarf.

Darüber hinaus sind die Gewerbeanmeldung, Versicherungen sowie Hygienevorschriften und Anforderungen an die Qualifikation zu berücksichtigen. Die formalen Vorgaben können je nach Stadt und Bundesland, Räumlichkeiten, Geräteeinsatz und Behandlungsangeboten sowie der Beschäftigung von Personal variieren.

Entscheiden Sie, welche Art von Kosmetikstudio Sie in Deutschland eröffnen möchten

Der erste Schritt bei der Eröffnung eines Schönheitssalons besteht darin, ein Konzept zu entwickeln. Überlegen Sie im Vorfeld, welche Dienstleistungen Sie konkret anbieten möchten, bevor Sie im nächsten Schritt die Kosten kalkulieren. 

Die Vielfalt ist hier groß:

  • Kosmetiksalon
  • Haut- und Körperpflege
  • Nagelpflege (Maniküre, Pediküre, Naildesign)
  • Augenbrauen- und Wimpernstyling
  • Sonnenstudio
  • Massage
  • Laser- und IPL-Leistungen oder Waxing zur Haarentfernung
  • Friseursalon
  • Barbershop
  • Studio mit gemischtem Angebot

Ihr Angebot beeinflusst, welche Zielgruppe Sie erreichen und was Sie bezüglich Ausstattung, Hygiene, Preisgestaltung und der Wahl der Räumlichkeiten beachten müssen.

Je nach Leistungen sind ggf. Prüfungen durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer und das Gesundheitsamt erforderlich. Bei Laser- oder Intense-Pulsed-Light-Behandlungen (IPL) sind die Bestimmungen der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) von Bedeutung.

Weitere Überlegungen betreffen die Preis- und Zeitgestaltung. Manche Salons behandeln nur nach Terminvereinbarung, andere bieten dies auch ohne Termine an. Sie sollten außerdem entscheiden, ob Sie sich im Premium- oder Budget-Segment positionieren möchten.

Es gibt überdies mobil unterstützte Studios, Salons, die ihren Fokus auf den Verkauf von Schönheitsprodukten legen sowie solche, die für die Behandlung der Kunden einzelne Sitzplätze oder ganze Räume anbieten.

Bevor Sie Ausgaben für kostenintensive Räumlichkeiten, teure Spezialgeräte sowie Renovierungen oder langfristige Mietverträge tätigen, prüfen Sie die lokale Nachfrage vor Ort. So richten Sie Ihr Angebot auf die vorhandene Zielgruppe aus.Bei jedem Dienstleistungsbetrieb ist die Kundenperspektive ein zentraler Faktor für den Erfolg. Die Klientel in Deutschland legt Wert auf pünktliche Termine, eine transparente Preisgestaltung sowie saubere Räumlichkeiten.

Auch eine professionelle Beratung und die Privatsphäre während der Behandlung gehören zu den Kundenerwartungen. Ferner sind übersichtliche Quittungen und vertraute Zahlungsmethoden wie Girocard, Kredit- und Debitkarte, kontaktlos, mobile Wallets sowie die Bargeldzahlung Erfolgskriterien auf dem deutschen Markt.

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Budgetkalkulation für die Eröffnung eines Kosmetikstudios in Deutschland

Um einen Beauty-Salon erfolgreich zu führen, bedarf es einer realistischen Budgetplanung

Die Gründungskosten für ein Kosmetikstudio sind je nach Geschäftsmodell und -Größe mit ca. 10.000 bis 50.000 Euro zu veranschlagen. 

Sie umfassen vor allem die folgenden Kostenpunkte:

Kostenkategorie
Kostenspanne
Mietkaution und ggf. die Maklergebühr, wenn ein Makler mit der Suche nach Räumlichkeiten beauftragt wurde1.000 bis 5.000 Euro
Kosten für die Renovierung und Einrichtungsgegenstände2.500 bis 10.000 Euro
Geräte und Ausstattung für die Behandlung, etwa Behandlungsliegen, Nagelstationen und Geräte2.500 bis 10.000 Euro
Lagerbestand, falls der Verkauf von Produkten zum Businessmodell gehört500 bis 1.500 Euro
Versicherungskosten500 bis 1.500 Euro
Beschilderung500 bis 1.000 Euro
Kosten für den Betrieb der Webseite und andere Marketingkanäle wie ein Google-Unternehmensprofil500 bis 1.500 Euro
Kauf von Buchungssoftware, Kassensystem und Kartenterminal300 bis 2.000 Euro
Kosten für Beratung bei Steuer- und Buchungsangelegenheiten800 bis 2.000 Euro
Aufwendungen für Marketingmaßnahmen zur Eröffnung1.000 bis 3.000 Euro

Danach fallen auch im laufenden Betrieb des Studios regelmäßig Kosten an, die Sie bei Ihrer Finanzplanung berücksichtigen sollten:

KostenkategorieKostenspanne
Monatliche Zahlung der Raummiete und Mietnebenkosten800 bis 2.500 Euro im Monat
Löhne und Lohnnebenkosten für Mitarbeiter2.400 bis 3.700 Euro monatlich pro Vollzeitkraft
Kauf von neuen Produkten für den Verkauf100 bis 1.500 Euro im Monat
Handtücher, Wäsche und Hygieneartikel50 bis 250 Euro monatlich
Reinigungskosten80 bis 400 Euro monatlich
Abfallentsorgung10 bis 60 Euro monatlich
Gebühren für die Steuerberatung100 bis 400 Euro monatlich
Software-Abonnements40 bis 180 Euro monatlich
Wartung und Reparatur von Geräten20 bis 200 Euro monatlich
Zahlungsgebühren Ca. 0,9 bis 1,3 % des Kartenumsatzes
Tilgungsrate für KrediteBei einer Finanzierungssume von 20.000 Euro und fünf Jahren Laufzeit etwa 380 bis 420 Euro im Monat
Ggf. Mitgliedschaftsbeiträge für die Handwerkskammer, IHK oder Berufsgenossenschaften5 bis 40 Euro monatlich

Wie hoch das erforderliche Budget ausfällt, hängt von unterschiedlichen Einflussgrößen ab. Es kann je nach Stadt, Stadtteil, Salongröße, Behandlungsangebot und der Qualität der Einrichtung variieren.

Auch die Entscheidung, ob Geräte gekauft oder geleast werden, beeinflusst die Kosten. Werden eher einfache Schönheitsleistungen angeboten, senkt dies den Finanzaufwand. Kostenintensive Behandlungen, für die teure Geräte erforderlich sind, erhöhen das Budget.

Eine wesentliche Unterstützung bei der Prognose von Umsätzen und der Überwachung von Kostendeckung und Gewinn bieten POS-Berichte und tägliche Abschlüsse. Hierbei helfen Kartenzahlungen und Anzahlungen, die sich genau kontrollieren lassen.

Die Wahl des richtigen Standorts und der richtigen Räumlichkeiten für einen deutschen Salon

Der Standort entscheidet über Sicht- und Erreichbarkeit des Salons. Als wichtige Standortfaktoren gelten die Parkmöglichkeiten vor Ort sowie die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Kundenfrequenz und die lokale Kaufkraft. Berücksichtigt werden sollte außerdem das Profil in der Nachbarschaft und der Wettbewerb im direkten Umfeld.

Die Wahl erfolgt idealerweise mit Blick auf die geplanten Leistungen, aber auch auf die betriebliche Effizienz. Zu beachten sind die Kundenbedürfnisse, aber auch Reinigungszeit, Kundenverkehr sowie Personalbewegungen und die Lagerung von Vorräten.

Bevor Sie einen Mietvertrag unterzeichnen, prüfen Sie, ob der Raum überhaupt gewerblich genutzt werden darf, wie die Wasserversorgung, Belüftung und Stromkapazität aussieht und ob er den gängigen Brandschutzvorschriften entspricht.

Zudem ist vor Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit die Zustimmung des Vermieters einzuholen. Machen Sie sich auch mit den Umbauvorschriften vertraut, schauen Sie sich die Aufteilung der Behandlungsräume an und berücksichtigen Sie die Möglichkeiten der Beschilderung. Ebenso ist zu klären, ob Kundenbesuche erlaubt sind.

Ein wichtiger Aspekt ist die Barrierefreiheit. Sind Räume nur per Treppe erreichbar, kann dies für Rollstuhlfahrer sowie Kunden mit Kinderwagen oder Gehhilfen die Zugänglichkeit erschweren. Auch die Nähe zu Parkmöglichkeiten, die Breite des Eingangs und der Türen sowie die Höhe der Behandlungsliegen sind in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen. Achten Sie darauf, dass auch ältere Kunden einfach und bequem eintreten können.

Für Salons, die bestimmte Dienstleistungen anbieten, sind möglicherweise weitergehende Prüfungen hinsichtlich der Räumlichkeiten, Hygiene und Geräte erforderlich. So geht die nötige Ausstattung bei Laser- und IPL-Behandlungen, Bräunungsstudios oder Piercing- und Permanent-Make-up-Angeboten über die eines einfachen Schönheitssalons hinaus. Gleiches gilt für Friseursalons oder Massagestudios.

Um Kunden ein positives Erlebnis zu bieten, sind Empfangs- und Wartebereiche, Beleuchtung, der Zugang zu Toiletten sowie Garderobe und Lagerräume einzuplanen. Eine ausreichende Privatsphäre, ein Bereich für die Verkaufsauslage sowie ein reibungsloser Bezahlvorgang mit geeignetem Kassierbereich sind ebenfalls wichtig.

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Gewerbeanmeldung, Finanzamt, IHK/HWK und grundlegende Formalitäten bei der Unternehmensgründung

Für den Betrieb eines Kosmetikstudios müssen Sie eine Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbeamt vornehmen. Zuständig hierfür ist die Stadtverwaltung, Gemeinde oder Kommune.

Darüber hinaus ist für jedes Unternehmen eine Steueranmeldung beim Finanzamt zu tätigen. Die Behörde vergibt – falls noch nicht vorhanden – eine Steuernummer. Auch ist zu erwägen, ob die Kleinunternehmerregelung angewendet werden kann und soll, die auch die Erhebung der Umsatzsteuer beeinflusst.

Gewerbliche Unternehmen müssen Mitglied bei der IHK werden. Friseur- und Barbiersalons müssen der Handwerkskammer beitreten und sich in die Handwerksrolle eintragen lassen.

Hinsichtlich der Rechtsform haben Sie die Option, Ihr Kosmetikstudio als Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH zu führen Weitere Überlegungen betreffen die Buchführung, die Verwaltung und Ablage von Rechnungen oder Quittungen, die Einrichtung eines Geschäftskontos sowie der Abschluss aller wichtigen Versicherungen.

Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung ist in einigen Fällen Pflicht, aber auch ohne gesetzliche Vorgabe oftmals ratsam. Achten Sie außerdem darauf, alle notwendigen DSGVO-Datenschutzdokumente vorliegen zu haben. Sinnvoll ist es zudem, rechtsgültige AGB zu formulieren. Sie können unter anderem Regelungen zu Terminbuchungen, Verbindlichkeiten, Stornierungsfristen, Anzahlungen, Verspätigungen sowie Gutscheinen und deren Gültigkeit enthalten.

Generell sollten immer die rechtlich erforderlichen Verfahren vor Ort geprüft werden, bevor Sie Mietverträge unterzeichnen, eine teure Ausrüstung kaufen und den Betrieb aufnehmen. Je nach Stadt, Kommune und Gemeinde können einige Unterschiede bestehen. Als Ansprechpartner hilft der Stadt-, Kommunal- oder Gemeinderat weiter.

Behandlungsspezifische Vorschriften: Friseurhandwerk, Barbiere, Laser/IPL, Sonnenstudios, Piercing und risikoreichere Dienstleistungen

Die Unterschiede bei den Rechtsvorschriften für einen gewerblich betriebenen Salon sind groß

Sie hängen stark davon ab, welche Leistungen Sie konkret anbieten:

  • Für Friseursalons und Barbershops bestehen spezielle Anforderungen der Handwerkskammer. Um sie betreiben zu dürfen, benötigen Sie einen Meisterbrief oder müssen einen Mitarbeiter als Betriebsleiter bestimmen, der die Meisterqualifikation aufweist.
  • Werden im Kosmetikstudio Laser-, IPL- oder Ultraschallbehandlungen angeboten oder arbeiten Sie mit Hoch- und Radiofrequenz und ähnlichen Geräten, greifen möglicherweise die NiSV-Vorschriften. Sie erfordern einen Fachkundenachweis, eine ausreichende Dokumentation und sind meldepflichtig.
  • Noch strenger sind die Vorgaben, wenn Tätowierungen, Piercings und Permanent-Make-up angeboten werden. Zu beachten sind die Hygienevorschriften, die etwa eine Händedesinfektion vor jedem Eingriff sowie die Verwendung von Einmalhandschuhen, sterilen Nadeln oder sterilisierten Instrumenten vorsehen. Auch ist eine Anzeige beim Gesundheitsamt vorzunehmen und die Dokumentationspflichten sind einzuhalten.
  • Bei Massage- oder Wellnessleistungen ist darauf zu achten, medizinische Wirksamkeitsversprechen zu vermeiden. Dies ist nur erlaubt, wenn Sie eine Qualifikation hierfür aufweisen und berechtigt sind, therapeutische Dienstleistungen anzubieten, etwa durch eine physiotherapeutische Ausbildung.

Die rechtlichen Anforderungen sind also komplex und variieren je nach Geschäftsmodell stark. Setzen Sie sich immer damit auseinander, was für Ihr Kosmetik- und Hautpflege-Business gültig ist, bevor Sie Geräte kaufen, für Behandlungen werben und Mitarbeiter schulen.

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Kauf von unverzichtbarer Ausstattung und Verbrauchsmaterialien für Kosmetikstudios

Eine moderne und hochwertige Ausstattung ist essenziell für jedes Studio in der Kosmetik- und Schönheitsbranche. Hier gilt es, die verschiedenen Studiobereiche mit passendem Mobiliar und je nach Leistung erforderlichen Materialien und Geräten auszustatten.

Rezeption

Bei der Rezeption ist die Empfangstheke das zentrale Element. Hier werden Kunden empfangen und es erfolgt die Abrechnung der Behandlungen. Die technische Ausstattung, die hierfür erforderlich ist, umfasst in der Regel einen Computer und Drucker, ein Telefon sowie ein Kassensystem mit einem Kartenterminal und Belegdrucker.

Wartebereich

Der Wartebereich sollte komfortabel sein, damit Ihre Kunden es bequem haben. Hierfür sind Sitzgelegenheiten wie Stühle oder Sessel sowie ein Tisch hilfreich. Zudem können Sie hier, genau wie im Kassenbereich, Hautpflege- und Nagelprodukte sowie sonstige Waren für den Verkauf ausstellen.

Behandlungsräume, Nagelstation, Wachsbereich oder Hautpflegebereich

Im Behandlungsraum gehören Behandlungsliegen, Hocker, Sterilisations- oder Desinfektionsgeräte sowie Handtücher und Abfallbehälter zur Standardausstattung. Je nach Behandlungsart statten Sie diesen Raum mit entsprechendem Equipment aus.

Dies können eine UV-Lampe fürs Nageldesign sowie Wachsheiz- und Gesichtsdampfgeräte, Lupenleuchten, Wimpernbehandlungsliegen, Augenbrauenwerkzeuge, Massageliegen oder Bräunungsgeräte sein.

Sofern Sie Laser-/IPL-Behandlungen zur Enthaarung anbieten, benötigen Sie entsprechende Geräte. Friseursalons erfordern Friseurstühle und ein Waschbecken. Auch Spiegel und Rollwagen sollten sich in den Behandlungsräumen finden.

Häufig verwendete Einmalartikel wie Wattepads, Handschuhe, Papierrollen und Ähnliches gehören ebenso in die Behandlungsräume wie Handtücher, Wachs, Desinfektionsmittel oder Hautpflege- und Nachsorgeprodukte, die während der Behandlung eingesetzt werden.

Personalbereich und Lager

Für Mitarbeiter ist ein separater Raum erforderlich, in dem sich das Personal umziehen und ggf. auch Pausen verbringen kann. Im Lagerraum bewahren Sie Produktvorräte auf, aber auch Reinigungsmittel und -geräte sowie sonstige Gerätschaften, die Sie nicht im Bereich mit Kundenverkehr lagern möchten.

Bei der Auswahl der Ausstattung ist auf Hygiene, Langlebigkeit, Garantie und den Wartungsbedarf zu achten. Zudem empfiehlt es sich, den Energieverbrauch, erforderliche Mitarbeiterschulungen und Anforderungen hinsichtlich der Gerätedokumentation im Blick zu haben. Auch der Umsatz, den jeder Arbeitsplatz generieren kann, ist ein Faktor, der mit einzukalkulieren ist.

Verfahren für Hygiene, Sicherheit und Kundenbetreuung planen

Die meisten Kosmetikbehandlungen gehören zu den körpernahen Dienstleistungen. Daher sind Hygiene, Sicherheit und ein vertrauensvolles, empathisches Kundenverhältnis von besonders großer Bedeutung.

Um dies zu gewährleisten, sind Reinigungspläne und Anleitungen zum Umgang mit Wäsche ebenso wichtig wie die Desinfektion von Flächen sowie von Werkzeugen und Geräten. Auch Einwegwerkzeuge, eine gründliche Handhygiene, die regelmäßige Entsorgung von Abfall und feste Routinen zur Rückstellung von Arbeitsplätzen gehören zu den hygienischen Grundvoraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb.

Darüber hinaus bedarf es strukturierter Sicherheitsprozesse bei den Behandlungen. Beratungsformulare stellen sicher, dass Sie alle behandlungsrelevanten Informationen Ihrer Kunden erfassen. Das können Allergien und Unverträglichkeiten sein, aber auch Viruserkrankungen, neurologische oder dermatologische Leiden.

Die Überprüfung von Kontraindikationen, Patch-Tests für die Verträglichkeit bestimmter Pflegeprodukte sowie Einverständniserklärungen und Nachsorgehinweise gehören ebenfalls zu den Sicherheitsstandards. Die Protokollierung von Zwischenfällen und ggf. das Festhalten der Behandlungsergebnisse per Foto dienen zur lückenlosen Dokumentation.

Ein sicherer Umgang mit Materialien und Gerätschaften ist ebenfalls wichtig für die Sicherheit. Dies betrifft alle, die bei der Behandlung mit Chemikalien, Kosmetika, Desinfektionsmitteln sowie Wachs- und Nagelprodukten, scharfkantigen Werkzeugen, Elektro-, Heiz- und Kosmetikgeräten in Kontakt kommen.

Für Kunden in Deutschland sind Hygiene und Sicherheit ein wesentlicher Vertrauensfaktor. Eine gute Risikokontrolle sollte daher fester Bestandteil aller Prozesse sein.

Um den reibungslosen Ablauf aller Aufgaben, von der Kundenbetreuung bis zur Dokumentation, sicherzustellen, hilft es, diese zu standardisieren. Hierfür bietet es sich an, entsprechende Systeme zu implementieren.

POS- und Buchungstools ermöglichen es, digitale Aufzeichnungen, Buchungsnotizen und eine Behandlungshistorie festzuhalten. So standardisieren Sie die Kundenbetreuung und haben alle relevanten Informationen jederzeit abrufbar.

Personal einstellen, Stühle oder Räume vermieten und Qualifikationen prüfen

Für die Einstellung von Mitarbeitern gibt es verschiedene Personalmodelle. Im Kosmetikbereich können festangestellte Fachkräfte wie Therapeuten, Kosmetiker, Friseure oder Masseure beschäftigt werden. Es ist aber auch möglich, Freiberufler und Minijobber einzustellen.

Wer sein Kosmetikstudio als Einzelunternehmen führt, ist selbst für die Führung des Salons und die Arbeiten verantwortlich. Viele Berufe in der Schönheitsbranche sind handwerkliche Ausbildungsberufe, sodass Sie auch Auszubildende beschäftigen können.

Dabei gelten immer die arbeitsrechtlichen Anforderungen. Für Mitarbeiter sind Verträge aufzusetzen, Lohnabrechnungen durchzuführen und Arbeitszeitregelungen umzusetzen. 

Weitere Verpflichtungen, die man als Arbeitgeber in Deutschland beachten muss, umfassen die folgenden Aspekte:

  • Die Gewährung von bezahltem Urlaub
  • Krankenversicherungsbeiträge
  • Sozialversicherungsbeiträge
  • Richtlinien am Arbeitsplatz

All diese Punkte sind in Deutschland in den Gesetzen, Verordnungen und Bestimmungen des Arbeitsrechts geregelt, etwa im Sozialgesetzbuch (SGB IV und V), und für jeden Arbeitgeber wichtig.

Bei der Miete von Räumen und Stühlen sind klare Vereinbarungen zu treffen. Sie treffen Regelungen zu Miete und deren Zahlungsabwicklung sowie zur Handhabung von Produkten, zum Umgang mit Kunden, zu Versicherungen, zum Datenzugriff, zur Reinigung und Pflege sowie zu Beschwerden und zur Nutzung der Saloneinrichtung.

Die Qualifikation und Schulung von Mitarbeitern ist auf das Behandlungsangebot auszurichten. Auch Anforderungen der Versicherung, die Handhabung von Geräten, Hygienerisiken sowie Anforderungen der Handwerkskammer, IHK oder NiSV sind mit einzubeziehen.

Auch in diesem Bereich sind Systeme wie POS-Mitarbeiterkonten und die Vergabe entsprechender Berechtigungen hilfreich, um Trinkgelder und Provisionen festzuhalten, tägliche Umsatzberichte sowie Terminberichte zu verfassen. Dies hilft bei der Verwaltung und Steuerung von Leistungen und der Nachverfolgung von Umsätzen.

Einrichtung von Zahlungs-, Buchungs-, Buchhaltungs-, Quittungs- und Kassensystemen

Eine zuverlässige und rechtssichere Zahlungsabwicklung ist ab dem ersten Tag wichtig. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Zahlungswegen. Sie umfassen Lösungen wie Girocard, Debit- und Kreditkarten, mobile Wallets, kontaktlose Zahlungen sowie Zahlungslinks, Anzahlungen bei Online-Buchung, Geschenkkarten und Bargeld.

Je nach Angebot können bestimmte Zahlungskonditionen festgelegt werden. Das sind etwa No-Show-Anzahlungen, feste Behandlungspakete oder geteilte Zahlungen. Auch für die Zahlung von Trinkgeldern sowie Rückerstattungen, den Verkauf von Proudkten, die Abrechnung für Stuhl- und Raummiete sowie Mitarbeiterprovisionen sind Regelungen zu treffen.

Im Rahmen der Buchhaltung verbuchen Sie Tageseinnahmen, führen die Umsatzsteuerabrechnung durch und verwalten Ausgaben und Einkäufe, Lohnabrechnung, Rückerstattungen und Trinkgelder sowie Kartenabrechnungen und Kassenabstimmungen.

Kommen elektronische Kassensysteme zum Einsatz, ist die Einhaltung des § 146a Abgabenordnung (AO) und der Kassensicherungsverordnung einschließlich einer zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) und der Quittungspflicht vorgeschrieben.

Kassenberichte stellen Informationen zu den häufigsten Behandlungen, Stoßzeiten, Mitarbeiterleistungen, durchschnittlichen Transaktionswerten, Anzahlungen und den Verkauf von Produkten bereit. Auch Stammkunden und ruhigere Zeiten lassen sich hiermit identifizieren.

Für den laufenden Betrieb empfiehlt es sich, ein solides Zahlungs- und Kassensystem zu implementieren. Hierfür haben sich Kartenlesegeräte für die Beauty- und Wellnessbranche bewährt.

Aus Kundensicht ist es wichtig, reibungslose und unkomplizierte Abläufe bei der Bezahlung sicherzustellen. Ein schneller Check-out, transparente Quittungen und Preise, einfache Rückerstattungen und vertraute Zahlungssysteme erhöhen den Komfort für die Kunden und schaffen Vertrauen.

Versicherungen abschließen und den Salon absichern

Versicherungen abschließen und den Salon absichern

Selbstständige Betreiber von Kosmetiksalons sind selbst für ihre betriebliche und persönliche Absicherung verantwortlich. 

Zu den betrieblichen Versicherungen gelten folgende:

  • Betriebshaftpflicht
  • Berufs- oder Behandlungshaftpflicht
  • Produkthaftpflicht
  • Hausrat- oder Ausstattungsversicherung für Geräte und Einrichtung
  • Warenversicherung für die zum Verkauf stehenden Produkte
  • Cyber- oder Datenversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Betriebsunterbrechnungsversicherung zur Abdeckung von Schäden durch entgangene Gewinne bei versicherten Sachschäden

Werden mobile oder externe Leistungen angeboten, können hier weitere Versicherungen erforderlich sein, etwa wenn Kunden zu Hause, bei Veranstaltungen, in Hotels oder gemieteten Räumen behandelt werden.

Manche Versicherungen verlangen auch Qualifikationsnachweise, Beratungsunterlagen, Geräteschulungen und -wartungen sowie Patch-Tests und das Gewährleisten sicherer Behandlungsabläufe.

Im Fokus sollten zudem Risikobereiche stehen, etwa mögliche allergische Reaktionen, Verbrennungen, Schnittverletzungen, Infektionen, Stürze, Gerätediebstahl und -schäden sowie der Datenverlust und Verletzungen von Mitarbeitern oder Kundenbeschwerden.

Es ist ratsam, den Versicherungsschutz passgenau auf das komplette Behandlungsangebot abzustimmen. Dies ist sinnvoller als allgemeine Policen, die spezielle Dienstleistungen oder gerätebasierte Behandlungen meist nicht abdecken.

Eröffnung des Salons und Verwaltung des anfänglichen Cashflows

Die Eröffnung ist der Startpunkt für den Betrieb im Kosmetikbusiness. 

Damit sie zum Erfolg wird, sind im Vorfeld einige Maßnahmen zu planen:

  • Erstellen Sie eine umfassende Preisliste sowie Behandlungsbeschreibungen, richten Sie eine Buchungsseite ein, aktualisieren Sie das Google-Unternehmensprofil und bereiten Sie die Beschildung der Räumlichkeiten vor.
  • Dazu sind Öffnungszeiten festzulegen und zu kommunizieren. Planen Sie Eröffnungsangebote und sammeln Sie Bewertungen, um zu prüfen, ob Ihr Angebot zu den Wünschen der Zielgruppe passt.
  • Bei der Preisfestlegung sollten wichtige Kostenpunkte anteilig mit einfließen. Dazu gehören die Behandlungsdauer sowie Personal- und Produktkosten, Mietanteil, Zahlungsgebühren, Abnutzung von Geräten und Ausrüstung, die Reinigungszeit, der Steueranteil und die gewünschte Gewinnspanne. Auch Anzahlungen sollten Kunden ermöglicht werden.
  • Dazu sind klare Stornierungsbedingungen zu bestimmen, gerade für lange Behandlungen, Termine am Wochenende, Erstkunden oder Dienstleistungen, die mit reservierten Geräten oder teuren Produkten durchgeführt werden.
  • Um den Erfolg nachzuhalten, hilft es, die ersten Zahlen zu verfolgen und zu analysieren. Sie beinhalten Buchungen, den Anteil der Laufkundschaft, Umsätze pro Behandlung, die Verkaufsquote, den Zahlungsmix sowie Rückerstattungen, Anzahlungen und Trinkgelder. Auch die Menge der wiederkehrenden Besucher sowie ruhige Zeiten und Ausfälle sollten im Blick behalten werden.
  • Zahlungs- und Kassendaten helfen bei der Entscheidung über die Personaleinstellung, Veränderungen von Öffnungszeiten und Preisen sowie darüber, welche Angebote Sie streichen oder neu aufnehmen und in welche Geräte Sie investieren.

Zu berücksichtigen sind auch saisonale Schwankungen. Der Verkauf von Weihnachtsgutscheinen, spezielle Angebote zur Hochzeitssaison sowie von Summer-Waxings, Festival- oder Event-Stylings oder Winter-Hautpflege beeinflussen den Erfolg ebenso wie regionale Angebote. Das können Oktoberfest-Stylings in Bayern sein, während im Raum Köln, Düsseldorf oder Mainz Karnevals-Looks nachgefragt werden.

Fazit

Die Eröffnung und der Betrieb eines Kosmetiksalons erfordern eine gute Planung und Kalkulation. Dabei sind Konzept, Budget und Räumlichkeiten ebenso zu berücksichtigen wie Vorschriften, Gewerbeanmeldung, Hygiene, Versicherung sowie Personal, Zahlungsabwicklung, Quittungen und der Cashflow.

Je nach Stadt, Behandlungsangebot und Qualifikation sowie Geräte-, Raum- und Personalbedarf variieren die Anforderungen stark. Für den Erfolg sind sowohl das Kundenerlebnis als auch strukturierte organisatorische Backoffice-Abläufe relevant.

Hilfreich sind hierbei verlässliche Kartenterminals, Kassen- und Buchungssysteme sowie Quittungsprozesse und eine lückenlose Buchhaltung. So stellen Sie einen professionellen wie vertrauenswürdigen und finanziell erfolgreichen Salonbetrieb sicher.

Häufige Fragen

Die Eröffnung eines Kosmetikstudios erfordert in der Regel Ausgaben zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Einen wesentlichen Einfluss auf die Kosten haben die Ausstattung, Größe und Lage des Betriebs.

Ja, in Deutschland ist für jede Eröffnung eines Kosmetiksalons eine Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbeamt Pflicht. Sie sollte immer vor Aufnahme der Tätigkeit erfolgen.

Für bestimmte Behandlungen, die zum heilkundlichen Bereich zählen oder den Einsatz spezieller Geräte erfordern, müssen Genehmigungen oder Sachkundenachweise vorliegen. Das sind etwa Laser-/IPL-Behandlungen, NiSV-pflichtige Kosmetik, die heilkundliche Fußpflege und andere. Die Regelungen sind vielschichtig, weshalb es unbedingt anzuraten ist, sich vor Betriebsaufnahme bei der zuständigen Kammer oder beim Gesundheitsamt zu erkundigen.

Der Betrieb eines Studios von zu Hause aus ist möglich, es sind jedoch mehrere rechtliche und bauliche Voraussetzungen zu erfüllen. Auskünfte hierzu geben das Gewerbe- und das Bauamt sowie die zuständige Kammer. Besteht ein Mietverhältnis, ist zudem die Zustimmung des Vermieters erforderlich.

Ob die Anmeldung der Tätigkeit beim Gesundheitsamt verpflichtend ist, hängt von den konkreten Dienstleistungen ab. Tätowierungen, Piercings oder Permanent-Make-up sind häufig meldepflichtig. Auch die Verwendung von NiSV-Geräten muss gemeldet werden. Darüber hinaus hängt es vom Bundesland ab, ob ein Schönheitssalon einer Meldung bedarf. In manchen Bundesländern wie NRW gibt es eine Hygiene-Verordnung, die dies vorsieht. Daher ist es sinnvoll, sich vor der Eröffnung über die konkreten Regelungen in der Region zu erkundigen.

Die Meldung beim Finanzamt muss innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit erfolgen. Dies können Sie elektronisch über das Portal “Mein ELSTER” mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung machen.

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