Was ist ein Startup-Unternehmen? – Definition und Tipps
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Was ist ein Startup-Unternehmen? – Definition und Tipps

Start-ups sind Unternehmen, die gerade erst gegründet wurden, ein deutliches Wachstumsziel verfolgen und neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle entwickeln. Häufig sind Startups mit vielen Hoffnungen und Erwartungen verknüpft und sie setzen auf innovative Ideen. Auch wenn es sich um junge Unternehmen handelt, ziehen sie viel Aufmerksamkeit auf sich und versuchen Investoren mit einem dynamischen und skalierbaren Geschäftsmodell von sich zu überzeugen.

In Deutschland entstehen solche Startups typischerweise vermehrt in bestimmten Branchen. Zu nennen sind die Bereiche Software, SaaS oder künstliche Intelligenz. Auch Green Tech oder der E-Commerce gehören dazu ebenso wie digitale Dienstleistungen. Der IT-Bezug ist bei Startups häufig stark ausgeprägt.

Auffällig ist auch die zu beobachtende Zweiteilung des deutschen Gründungsmarktes. Viele kleinere Existenzgründungen finden im Nebenerwerb statt. Eine KfW-Untersuchung zeigt, dass die Zahl der Gründer im Jahr 2025 auf 690.000 gestiegen ist. Und von diesen sind ganze 70 Prozent Gründungen im Nebenerwerb. Zu beobachten sind in diesem Jahr also nur 206.000 Vollerwerbsgründungen und 483.000 Nebenerwerbsgründungen.

Der Markt für Start-ups ist dagegen im Vergleich deutlich kleiner. Der Startup-Verband meldet für 2025 nur 3.568 neu gegründete Start-ups in Deutschland. Das entspricht einem Plus von 29 Prozent gegenüber dem Jahr 2024.

Auch wenn die reine Anzahl gering erscheint, sollte die Bedeutung der Start-ups auf keinen Fall unterschätzt werden. Denn sie bilden den besonders innovations- und wachstumsorientierten Teil des Gründungsmarktes ab. Gerade technologiegetriebene Geschäftsmodelle legten 2025 in Deutschland stark zu und die Start-up-Szene wächst mit hoher Dynamik. Es lohnt sich also, diesen Markt in Deutschland näher zu beobachten.

Was ist ein Startup?

Start-ups (häufig auch Startup geschrieben) sind junge Unternehmen, deren Gründung noch nicht lange zurückliegt. Die Gründung erfolgt durch eine oder mehrere Personen und ihr liegt ein neues Produkt, eine neue Dienstleistung oder ein neues Geschäftsmodell zugrunde. Die Gründer möchten diese Innovation auf den Markt bringen und damit einen gesellschaftlichen Mehrwert sowie Gewinne erzielen.

Bei einem Start-up wird häufig auf das junge Alter abgezielt. Dabei handelt es sich hierbei nicht um den entscheidenden Punkt. Diese Unternehmen sind vor allem durch eine Kombination aus Innovation, Unsicherheit, Skalierbarkeit und Wachstumsambition getrieben. Die Gründer gehen häufig hohe Risiken ein, weil sie davon überzeugt sind, dass eine neue Idee die Marktreife erreicht hat und ihre Kunden finden wird.

Für traditionelle Unternehmen ist es typisch, mit einem bewährten Geschäftsmodell zu starten. Das kann zum Beispiel ein Handwerksbetrieb sein, der etablierte und vielfach nachgefragte Dienstleistungen anbietet. Oder ein Café, das in einer stark frequentierten Straße Umsatz generieren möchte.

Ganz anders sieht es bei Start-ups aus. Häufig gibt es für das eigene Produkt noch keinen Markt. Dieser muss erst einmal geschaffen werden. Die Gründer stehen vor der Herausforderung, eine passende Zielgruppe zu finden, eine stabile Vertriebslogik zu etablieren und einen durchsetzungsfähigen Preis zu wählen. Da sie häufig Pioniere sind, gibt es vielfach niemanden, an dem sie sich dabei orientieren können.

Für Start-ups ist es typisch, dass der Verkauf und das Geldverdienen nur einen Aspekt darstellen. Häufig geht es auch um das unternehmerische Lernen und das Sich-Orientieren auf einem neuen Markt.

Außerdem müssen Gründer von Start-ups in der Regel mit geringen Ressourcen auskommen. Es gibt keine Erfolgsgarantie, weshalb sich die Gründer des hohen Risikos immer bewusst sein sollten. Zudem erwarten die Investoren häufig nicht sofortige Gewinne, sondern verstehen, dass diese besondere Form von Unternehmensgründung Zeit benötigt. All das hebt Start-ups deutlich von traditionellen Gründungen ab.

Wichtige Merkmale eines Startups

Wichtige Merkmale eines Startups

Start-ups ähneln sich häufig in ihren Grundzügen stark, unabhängig von der Branche. Sie sind innovativ, setzen auf ein skalierbares Geschäftsmodell und müssen mit wenig Ressourcen auskommen. Hinzu kommen hohe Wachstumsambitionen und eine schrittweise Entwicklung.

Innovatives Produkt oder innovative Dienstleistung

Die meisten Start-ups basieren in vielen Fällen auf einer innovativen Geschäftsidee. Hierbei kann es sich um ein neues Produkt, ein neues technologisches Verfahren oder eine neu konzipierte Dienstleistung handeln.

Innovation bedeutet hier nicht zwangsläufig, dass etwas zum ersten Mal entwickelt wird. Sie kann auch darin bestehen, dass ein Problem der Kunden schneller, günstiger oder einfacher als durch den Wettbewerb gelöst wird.

Zu den typischen Beispielen auf dem deutschen Gründungsmarkt gehören Fintech-Angebote, KI-gestützte Anwendungen oder SaaS-Lösungen. Häufig richten sich diese Angebote an kleine oder mittlere Unternehmen. Entscheidend ist dabei immer der klare Mehrwert.

Skalierbares Geschäftsmodell

Start-ups fangen klein an, möchten aber schnell wachsen. Dazu ist ein skalierbares Geschäftsmodell notwendig. Skalierbarkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Kosten, Personal und Infrastruktur nicht so schnell steigen müssen wie der Umsatz. Das ist zum Beispiel bei digitalen Geschäftsmodellen häufig der Fall. Software, Plattformen oder Online-Dienste können vielen Kunden gleichzeitig zur Verfügung gestellt werden, ohne hohen zusätzlichen Aufwand pro Nutzer.

Gerade Business Angels und Wagniskapitalfinanzierer achten häufig darauf, dass ein Start-up über ein solches skalierbares Geschäftsmodell verfügt. Das Unternehmen soll einen großen Markt adressieren und mit zusätzlichem Kapital schnell wachsen können.

Begrenzte Anfangsressourcen

Viele Start-ups müssen anfangs mit wenig Kapital auskommen. Doch auch die Teams sind häufig anfänglich sehr klein und bestehen zum Beispiel nur aus wenigen Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet. Für diese Art von Gründern ist es daher unerlässlich, Prioritäten zu setzen.

Es muss eine Entscheidung getroffen werden, welche Funktionen wirklich notwendig sind und welche Zielgruppe zuerst bedient werden soll. Zudem ist eine vorausschauende Liquiditätsplanung erforderlich.

Die Ressourcenknappheit ist Vorteil und Nachteil zugleich. Sie schränkt zwar ein, zwingt aber auch zu einem fokussierten Arbeiten. Das Unternehmen muss frühzeitig überprüfen, ob das neue Produkt vom Markt wirklich angenommen wird.

Hohe Wachstumsambition

Für Start-ups ist es typisch, hohe Wachstumsziele zu verfolgen. Das Ziel ist es, deutlich schneller zu wachsen als das klassische Kleinunternehmen. Statt eines lokalen Markts adressieren sie häufig Kunden in ganz Deutschland, Europa oder weltweit. Es genügt ihnen also in der Regel nicht, nur in der eigenen Region zu bestehen.

Mit den hohen Wachstumsambitionen geht ein entsprechender Druck einher. Start-ups möchten früh belastbare Kennzahlen vorlegen können und müssen ihre Vertriebsprozesse schnell entwickeln. Die Entscheidungsprozesse sind insgesamt stark von den hohen Wachstumsambitionen geprägt.

Iterative Entwicklung

Start-ups wählen häufig einen schrittweisen Entwicklungsansatz für ihre Produkte. Die Angebote werden nicht über Jahre hinweg im Verborgenen geplant und dann veröffentlicht. Stattdessen kommt auf den Markt, was bereits vorzeigbar ist.

Das dahinterliegende Konzept nennt sich MVP (Minimum Viable Product). Hierbei handelt es sich um ein Produkt, das nur über die allerwichtigsten Funktionen verfügt. Je früher das Start-up damit auf den Markt geht, desto eher kann wertvolles Kundenfeedback eingesammelt werden.

Die Gründer lernen auf diese Weise schnell, was die Kunden wirklich benötigen, wie die Zahlungsbereitschaft aussieht und ob das Geschäftsmodell tragfähig ist. Eng verbunden mit diesem Ansatz sind Lean Startup, Design Thinking und Marktvalidierung.

Wie man ein Start-up-Unternehmen finanziert

Wie funktioniert ein Startup?

Grundsätzlich funktioniert ein Start-up nicht anders als jedes andere Unternehmen. Ein Angebot muss entwickelt und an den Kunden gebracht werden. Es werden erste Umsätze erzielt und die langfristige Profitabilität angestrebt. Der Unterschied besteht in der Gründungsphase und darin, wie das Unternehmen wächst.

Innovation statt Replikation

Traditionelle Unternehmen orientieren sich an bestehenden Prozessen und replizieren diese. Das kann zum Beispiel die Eröffnung eines Büros für Steuerberatung oder einer Bäckerei sein. Das Start-up hingegen setzt auf Innovation und neue Produkte, Vertriebsmodelle oder digitale Dienstleistungen.

Für Deutschland typisch sind technologieorientierte Start-ups. Diese gehen häufig aus Hochschulen, Gründerzentren, Inkubatoren oder Accelerator-Programmen hervor. Häufig stützen sich die Start-ups dabei auf ihre regionalen Netzwerke. Startup-Cluster finden Gründer vor allem in Städten wie Berlin, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Aachen oder Heidelberg vor.

Schnelles Wachstum und Skalierbarkeit

Start-ups sind in den meisten Fällen auf ein möglichst schnelles Wachstum ausgelegt. Dafür muss das Geschäftsmodell grundsätzlich geeignet sein. Es ist wichtig, dass der Zielmarkt tatsächlich groß genug ist, um ein solches schnelles Wachstum zu ermöglichen.

Für Investoren, Business Angels und Wagniskapitalfinanzierer spielt zudem der Aspekt der Skalierbarkeit eine entscheidende Rolle. Damit ist gemeint, dass das Wachstum wirtschaftlich effizient sein muss. Es sollen sich zusätzliche Kunden bedienen lassen, ohne dass die Kosten explodieren. Umsatz und Kostenstruktur sollen sich also unterschiedlich schnell entwickeln und die Kosten dabei deutlich langsamer.

Iteration und Product-Market-Fit

Wenn ein Produkt ab einem bestimmten Punkt den Bedarf im Markt genau trifft, sprechen Experten davon, dass der Product-Market-Fit erreicht sei. Das ist ein wichtiger Moment in der Entwicklung eines jeden Start-ups. Die Kunden haben den Nutzen verstanden und erhöhen entsprechend ihre Zahlungsbereitschaft. Ab jetzt sind auch intensivere Kundenweiterempfehlungen zu erwarten.

Um zum Product-Market-Fit zu gelangen, durchlaufen Start-ups typischerweise mehrere Iterationsschleifen. Es werden Annahmen formuliert und möglichst frühzeitig im Markt getestet. Anhand des Feedbacks sind dann weitere Entwicklungsschritte möglich. Hierbei handelt es sich um einen strukturierten Lernprozess, der zum Beispiel auf Interviews, Landingpages, Prototypen, Pilotkunden und Design Thinking basiert.

Ist ein IPO immer das Ziel?

Nein, ein IPO ist zwar ein möglicher und häufig gewählter, aber nicht der einzige Weg. Die IPOs haben zwar das Bild stark geprägt, das sich die Öffentlichkeit von jungen Technologieunternehmen gemacht hat. Nach einem rasanten Wachstum folgt die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und der Gang an die Börse. Doch das muss in der Praxis nicht immer so sein.

Tatsächlich ist ein IPO in Deutschland eine eher seltener anzutreffende Exit-Form bei Start-ups. In einer Untersuchung hat sich KfW Research VC-finanzierte deutsche Start-ups seit 2005 angesehen und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: Ganze 92 Prozent der im Untersuchungszeitraum erfassten Exits fanden durch Verkauf statt. Tatsächlich hatten IPOs nur einen sehr geringen Anteil von 4 Prozent.

Ein Start-up kann also auf unterschiedlichen Wegen seine Gründungsphase beenden. Einer davon ist der Verkauf an ein größeres Unternehmen. Möglich ist aber auch ein Börsengang oder der Buyout durch einen Finanzinvestor. Start-ups können bewusst auf ein Listing verzichten und sich stattdessen auf eine nachhaltige Profitabilität konzentrieren.

Ein erfolgreicher Exit ist häufig gerade aus Sicht der Investoren wichtig. Für die Gründer selbst kann das aber ganz anders aussehen. Möglich ist auch der langfristige Aufbau als eigenständiges Technologieunternehmen, ohne dass zusätzliche Mittel über den Kapitalmarkt aufgenommen werden. Hierbei handelt es sich um wichtige strategische Entscheidungen, die jedes Start-up individuell treffen muss.

Wie werden Startups finanziert

Wie werden Startups finanziert?

Die Finanzierung erfolgt bei Start-ups zumeist in mehreren Phasen. Die Art der Finanzierung hängt davon ab, ob bereits ein Prototyp vorzeigbar ist, wiederkehrende Umsätze erzielt werden können oder bereits eine schnelle Skalierung stattfindet. In der Praxis sind vier wichtige Finanzierungsphasen identifizierbar.

Pre-Seed: Bootstrapping

In der Pre-Seed-Phase entsteht die Idee für ein Unternehmen. Die Gründer investieren jetzt noch ihr eigenes Geld und leisten unbezahlte Arbeit. Das nennt sich Bootstrapping. Jetzt geht es erst einmal darum, Annahmen zu prüfen, ein MVP zu bauen und zu überprüfen, ob ein Markt existiert. Startup-Förderprogramme oder Hochschulprogramme ebenso wie Landesförderbanken können sich bereits an der Finanzierung beteiligen.

Seed Funding: Business Angels

In der Seed-Phase spielen private Investoren eine stärkere Rolle. Jetzt kommen häufig Business Angels hinzu, die ihr privates Kapital, Erfahrung, sowie Branchenwissen und Kontakte mitbringen. Das Geschäftsmodell wird jetzt geschärft und es sollen erste zahlende Kunden gefunden werden. Damit handelt es sich um eine besonders kritische Finanzierungsphase.

Series A, B, C und D

In späteren Finanzierungsrunden kommen typischerweise Venture-Capital-Fonds hinzu. Diese staffeln sich in die sogenannten Series A bis D. Die Series A dient der Professionalisierung eines Geschäftsmodells, das seine grundsätzliche Funktionsweise bereits unter Beweis gestellt hat. Die Series B und C finanzieren dann die Expansion. Wenn ein Unternehmen bereits stark gewachsen ist, kann es in der Series D und späteren Runden weiteres Geld von Venture-Capital-Fonds erhalten.

In Deutschland steht Venture Capital vor allem Start-ups mit hohem Wachstumspotenzial und skalierbarem Geschäftsmodell offen. KfW Research zeigt auf, dass die von 2005 bis Mitte 2025 untersuchten Start-ups in Deutschland zu 16 Prozent mit Venture Capital finanziert wurden.

IPO oder Exit

Irgendwann erwarten die Investoren die Realisierung ihrer Rendite. Nach mehreren Finanzierungsrunden kommt es daher zum IPO oder zum Exit. Erreicht das Start-up zu diesem Zeitpunkt eine Bewertung von einer Milliarde US-Dollar, ist international von einem Einhorn die Rede. Die Bewertung spielt bei der Entscheidung für einen Exit aber nicht die alleinige Rolle. Die nachhaltige Kundengewinnung oder langfristige Profitabilität können als Faktoren ebenfalls Einfluss haben.

Risiken von Startup-Investitionen

Mit der Gründung eines Start-ups sind immer hohe Risiken verbunden. Sie verbrennen anfänglich viel Kapital und es ist nicht garantiert, dass es zu einem Product-Market-Fit kommt. Zudem lassen sich eventuell keine Anschlussfinanzierungen finden. Viele Start-ups scheitern und erzielen nicht die gewünschte Rendite. Daher sind Marktvalidierung, Kostenkontrolle und ein diszipliniertes Wachstum so wichtig.

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Was ist der Unterschied zwischen einem Startup und einem kleinen Unternehmen?

Es wäre nicht zielführend, jedes kleine Unternehmen gleich als Start-up zu bezeichnen. Die wichtigen Unterscheidungsmerkmale betreffen das Wachstum, die Innovationskraft und auch die Skalierbarkeit. 

Zudem sind Start-ups oft eine Übergangsform:

  • Wachstumsziel: Kleine Unternehmen streben häufig stabile statt maximaler Umsätze an. Sie bedienen Kunden in einer bestimmten Region, was dem Wachstum bereits gewisse Grenzen setzt. Start-ups hingegen adressieren deutlich größere Märkte und verfolgen ein stärkeres Wachstum.
  • Skalierbarkeit: Für kleinere und lokale Unternehmen ist das lineare Wachstum typisch. Wer mehr Kunden bedienen möchte, muss zum Beispiel auch mehr Personal einstellen. Start-ups hingegen streben zusätzlichen Umsatz an, der keine zusätzlichen Kosten in gleichem Maße verursacht. Das gelingt über digitale Produkte, Plattformen und automatisierte Prozesse.
  • Innovationsfokus: Auch kleine Unternehmen können innovativ sein. Der Innovationsfokus definiert sie aber nicht. Das ist bei Start-ups anders, die viel technologiegetriebener sind und neue Geschäftsmodelle entwickeln möchten.
  • Temporäres Organisationskonzept: Während Kleinunternehmen zumeist auf Dauerhaftigkeit angelegt sind, handelt es sich bei einem Start-up um eine Übergangsform. Sobald ein Markt gefunden ist und sich die Umsätze stabilisiert haben, wandelt sich das Start-up zum etablierten Unternehmen.

Start-ups sind also wachstumsdynamischer, innovativer, skalierbarer und mit mehr Unsicherheit behaftet als Kleinunternehmen. Doch auch kleine Unternehmen können wirtschaftlich erfolgreich und innovativ sein.

Wie gründet man ein Startup in Deutschland?

Eine gute Idee reicht für die Gründung eines Start-ups in Deutschland nicht aus. 

Folgende Punkte sollte jeder Gründer sorgfältig prüfen:

  • Idee validieren: Am Anfang sollte immer ein Problem stehen, das Start-ups für ihre Kunden lösen möchten. Interviews, Wettbewerbsanalysen, Landingpages oder Prototypen helfen bei der Validierung der Idee.
  • Rechtsform wählen: Im nächsten Schritt ist eine passende Rechtsform zu wählen. In Deutschland sind das für Start-ups vor allem die GmbH und die UG. In einem späteren Stadium kann eine AG gegründet werden. Die GmbH erfordert 25.000 Euro Stammkapital, wovon bei einer Bargründung vor Eintragung ins Handelsregister mindestens 12.500 Euro eingezahlt werden müssen. Bei einer UG reicht theoretisch auch ein Euro, die Kapitalausstattung sollte aber zum Geschäftsmodell passen und realistisch sein.
  • Gewerbeamt oder Handelsregister: Für UG und GmbH sowie alle anderen Kapitalgesellschaften sind in Deutschland eine notarielle Beurkundung und Eintragung ins Handelsregister erforderlich. Danach erfolgt die Gewerbeanmeldung.
  • Steuerliche Registrierung: Ist das Unternehmen gegründet, muss es auch noch steuerlich erfasst werden. Dazu wird über ELSTER der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung elektronisch an das Finanzamt übermittelt.
  • Geschäftskonto eröffnen: In der Praxis ist für Kapitalgesellschaften ein separates Geschäftskonto erforderlich, damit private und geschäftliche Finanzen sauber getrennt bleiben.
  • Finanzierung sichern: Bootstrapping, Fördermittel und Crowdfunding reichen für die erste Finanzierung zumeist aus. Später kommen externe Investoren hinzu, um das Wachstum zu beschleunigen. Eine Finanzierung aus den Umsätzen ist ebenfalls möglich.
  • MVP bauen und Markt testen: Das Minimum Viable Product sollte die Kernfunktion abbilden, damit getestet werden kann, ob der Markt den Nutzen versteht und das Produkt annimmt.

Alle diese Schritte sind für eine erfolgreiche Gründung in Deutschland erforderlich und stellen sicher, dass sich die Gründer so schnell wie möglich auf das eigentliche Geschäft konzentrieren können.

Operative Infrastruktur für deutsche Startups

Operative Infrastruktur für deutsche Startups

Eine belastbare digitale Infrastruktur ist gerade für Start-ups wichtig. Zahlungen müssen sauber abgewickelt und die Buchhaltung oder das Cashflow-Management souverän bewältigt werden.

  • Online-Zahlungen akzeptieren: Wer als Start-up digital verkauft, sollte Online-Zahlungen so früh wie möglich integrieren. Zu berücksichtigen sind Websites, Apps, SaaS-Modelle, Zahlungslinks oder Online-Shops. Reibungen im Vertrieb sollen dadurch möglichst vermieden werden. Einen Online-Checkout, Warenkorb-Plugins, API-Integrationen und Zahlungslinks bietet zum Beispiel myPOS an.
  • Abonnement- und wiederkehrende Modelle planen: SaaS-Startups oder Plattformen mit digitalen Mitgliedschaften arbeiten häufig mit wiederkehrenden Zahlungen. Das hat Auswirkungen auf die Rechnungsstellung, die Kündigungsprozesse oder den Umgang mit Zahlungsausfällen sowie viele andere Faktoren, die Zahlungen betreffen. Auch diese Modelle sollten daher frühzeitig geplant werden.
  • Kartenzahlungen für frühe Umsätze nutzen: Viele Start-ups betreiben Pop-up-Stores, sind auf Events und Messen vertreten und führen Produktdemos durch. Bei diesen sowie hybriden Modellen sind zuverlässige Kartenzahlungen vor Ort wichtig. myPOS ist genau darauf spezialisiert, Kartenzahlungen per Terminal oder Smartphone zu ermöglichen und unterstützt gängige Zahlungsmethoden einschließlich girocard.
  • Cashflow im Blick behalten: Liquidität spielt für Start-ups häufig eine überragende Rolle und ist anfangs wichtiger als der reine Buchgewinn. Wer am Markt bleiben möchte, muss Gehälter, Warenbestände und Lieferanten bezahlen können. Mit dem myPOS Geschäftskonto behalten Gründer den Überblick über ihre Transaktionen, können Zahlungen über IBAN empfangen und erhalten Echtzeit-Zugang zu ihrem Geld.

Eine saubere Zahlungsabwicklung schafft die Grundlage für den unternehmerischen Erfolg. Start-ups sollten daher genau prüfen, welcher Anbieter sie in diesem Bereich optimal unterstützt.

Fazit

Start-ups sind junge und innovationsorientierte Unternehmen, die ein skalierbares Geschäftsmodell mit hohem Wachstumspotenzial entwickeln möchten. Dafür suchen sie nach einer passenden Finanzierung und einem Markt, der ihre Idee annimmt. Unternehmerisches Lernen, eine vorausschauende Kooperation mit Investoren und eine frühe Marktvalidierung sind wichtig.

Bei der Gründung in Deutschland sind zusätzlich einige Punkte zu beachten. Rechtliche, steuerliche und operative Grundlagen sind frühzeitig zu planen und umzusetzen. Von der Rechtsform über das Geschäftskonto bis hin zur Zahlungsinfrastruktur muss alles passen. Wer diese Grundlagen schafft und sein Geschäftsmodell konsequent am Markt testet, kann aus einer anfänglichen Idee ein dauerhaft tragfähiges Unternehmen entwickeln.

Häufige Fragen

Traditionelle Unternehmen setzen auf erprobte Geschäftsmodelle. Kleinunternehmen weisen zudem die Besonderheit auf, dass sie sich zumeist auf stabile regionale Umsätze konzentrieren. Start-ups agieren ganz anders und suchen innovationsgetriebene und skalierbare Geschäftsmodelle mit hohem Wachstumspotenzial. Dafür nehmen sie ein viel höheres Maß an Unsicherheit in Kauf, als das bei traditionellen Kleinunternehmen der Fall ist. Zudem spielt bei Start-ups eine schnellere Marktvalidierung eine wichtige Rolle. Traditionelle Kleinunternehmen lassen sich hier bewusst mehr Zeit.

Das Geschäftsmodell muss nicht zwingend vom ersten Tag an skalierbar sein. Es sollte aber ersichtlich sein, wie die Skalierung später gelingen kann. Produkt, Vertrieb und operative Prozesse sollten grundsätzlich vervielfältigbar sein. Zusätzliche Kunden sollten sich gewinnen lassen, ohne dass Kosten, Personalaufwand oder Infrastruktur im gleichen Maße steigen müssen. Dafür sollte in der Frühphase des Unternehmens eine belastbare Hypothese bestehen. Gerade Investoren und Banken möchten wissen, wie realistisch die Skalierung ist.

In Deutschland kommen für Start-ups vor allem die UG (haftungsbeschränkt) und die GmbH infrage. Die UG kann mit einem geringen Stammkapital gegründet werden und ist daher eine beliebte Wahl bei Gründern, die erst einmal schlank starten möchten. Die GmbH ist jedoch etablierter und kann bei Banken, Investoren oder späteren Geschäftskunden einen solideren Eindruck hinterlassen. Die GmbH ist für Finanzierungsrunden besser anschlussfähig, erfordert aber mehr Stammkapital. Einzelunternehmen oder eine GbR sind bei Start-ups weniger üblich, weil mit der privaten Haftung ein hohes Risiko für die Gründer einhergeht.

Die Zusammenarbeit mit externen Investoren lohnt sich vor allem dann, wenn zusätzliches Kapital zu deutlich mehr Wachstum führt. Es sollten bereits erste Marktreaktionen auf das neue Produkt vorliegen und erkennbar sein, wie ein Skalierungspfad aussehen könnte. Erst dann sollten sich die Gründer für eine weitere Finanzierungsrunde entscheiden. Mit Förderprogrammen, Crowdfunding oder ersten Umsätzen behalten die Gründer erst einmal mehr Kontrolle. Externe Investoren wie Business Angels oder Wagniskapitalfinanzierer hingegen erzeugen mehr Druck und erwarten früher Ergebnisse.

Besonders wichtig für die Validierung der Produkt-Markt-Passung ist ein frühes Kundenfeedback. Die Entwicklung sollte nicht zu lange im stillen Kämmerlein erfolgen, sondern dem Markt präsentiert werden. Dann entscheidet sich am schnellsten, ob das eigene Produkt das Problem wirklich lösen kann und ob die Zielgruppe es annimmt. Hierfür eignen sich Kundeninterviews, Wettbewerbsanalysen, Landingpages, Prototypen oder Testkampagnen. Kritisch sind Beobachtungen wie eine wiederholte Nutzung durch den Kunden, die Registrierung von Nutzern oder das Anfordern von Angeboten.

In den ersten 12 Monaten sind solche KPIs am wichtigsten, die Aufschluss darüber geben, ob das Geschäftsmodell überhaupt funktioniert und ob genug Liquidität vorhanden ist. Dazu gehören die monatlichen Kosten und Umsätze, die Anzahl aktiver Nutzer, die Conversion Rate entlang der Vertriebsprozesse oder die Churn Rate bei digitalen Geschäftsmodellen. Besonders wichtig ist auch die Liquiditätsreichweite. Welche KPIs im Einzelfall verwendet werden sollten, hängt vom jeweiligen Geschäftsmodell ab.

Ja, in den meisten Fällen ist ein separates Geschäftskonto für Start-ups sehr empfehlenswert. Bei einer GmbH oder einer UG ist das sogar unumgänglich, weil Stammkapital eingezahlt werden muss. Es ist wichtig, private und betriebliche Finanzen jederzeit klar voneinander trennen zu können. Dieses Argument gilt auch für Einzelunternehmen oder eine GbR. Gerade die Bereiche Liquiditätsplanung, Steuerberatung und Jahresabschluss profitieren von einem separaten Geschäftskonto erheblich.

Die Zahlungsinfrastruktur gehört mit zu den ersten Projekten, die Gründer eines Start-ups angehen sollten. Diese sollte bereits etabliert sein, noch bevor die ersten Kunden etwas kaufen möchten. Dazu sind einige Überlegungen erforderlich. Sollen die Umsätze zum Beispiel online über die Website entstehen oder vor Ort per Kartenzahlung? Wird per Rechnung oder im Rahmen eines Abonnements bezahlt? Entscheidend ist es, dass die Zahlungsprozesse zum Geschäftsmodell passen. Ein Marktplatz benötigt andere Zahlungsprozesse als ein SaaS-Start-up oder ein Pop-up-Store. Lösungen wie myPOS sind hier besonders flexibel, weil sie verschiedene Zahlungswege bündeln können.

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