Wie viele Startups scheitern im ersten Jahr – und warum?
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Wie viele Startups scheitern im ersten Jahr – und warum?

Mit einem möglichen Misserfolg möchten sich viele Gründer nicht zu sehr beschäftigen. Die Auseinandersetzung mit diesem ungeliebten Thema ist aber wichtig, weil typische Faktoren für einen Fehlschlag nur dadurch zu umgehen bzw. frühzeitig zu kalkulieren sind.

Die Frage „Wie viele Startups scheitern?“ lässt sich für Deutschland nur mit einer wichtigen Einordnung beantworten. Offizielle Statistiken erfassen meist neu gegründete Unternehmen. Sie unterscheiden selten zwischen innovativen Startups, klassischen Gewerbebetrieben und selbstständigen Einzelpersonen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in einer Pressemitteilung zu Beschäftigung und Umsätzen in der Gastronomie waren im Jahr 2021 80,0 Prozent der im Vorjahr neu gegründeten und statistisch erfassten Unternehmen noch aktiv (nicht nur im Gastrobereich). Daraus folgt eine Ausfallquote von rund 20 Prozent. Die oft wiederholte Behauptung, fast alle Startups würden „sofort“ scheitern, passt daher nicht zu den deutschen Unternehmensdaten.

Auch eine Schließung bedeutet nicht automatisch eine Insolvenz. Manche Gründer beenden ihr Geschäft freiwillig. Andere wechseln zurück in eine Beschäftigung, verkaufen den Betrieb oder führen eine Tätigkeit unter einer anderen Rechtsform fort. Eine genaue Eingrenzung ist damit überaus schwierig. Trotzdem machen die Zahlen und die dahinterstehenden Auslöser deutlich, weshalb Gründer wissen sollten, was schiefgehen kann.

Ausfallquoten im ersten Geschäftsjahr

Eine verlässliche Statistik zu Startups hilft Ihnen, unternehmerische Risiken realistisch einzuschätzen. Sie zeigt jedoch keine persönliche Erfolgswahrscheinlichkeit. Branche, Kapitalbedarf und Erfahrung beeinflussen erheblich, welche Überlebensrate Startups haben.

Allgemeine Ausfallquoten

Rund vier von fünf neu gegründeten Unternehmen überstehen nach den anfangs bereits angesprochenen Daten des Statistischen Bundesamts das erste Jahr. Etwa jedes fünfte ist nach diesem Zeitraum nicht mehr wirtschaftlich aktiv. Diese Werte umfassen verschiedene Geschäftsmodelle und Betriebsgrößen.

Die Überlebensrate unterscheidet sich je nach Jahr und Datenbasis. Von den Unternehmen, die 2017 gegründet wurden, waren laut Institut für Mittelstandsforschung Bonn nach einem Jahr noch 74,0 Prozent am Markt aktiv. Bei dieser Ausgangslage hatte also rund jedes vierte Unternehmen seine Tätigkeit innerhalb des ersten Jahres beendet.

Die Quote sollte außerdem nicht mit der Insolvenzquote verwechselt werden. Ein Unternehmen kann den Markt verlassen, ohne zahlungsunfähig zu sein. Umgekehrt können wirtschaftliche Schwierigkeiten bereits lange vor einer formalen Insolvenz beginnen.

Branchen mit hohen Fixkosten tragen oft größere Anfangsrisiken. Ein Restaurant benötigt Räume, Ausstattung und Personal, bevor regelmäßige Umsätze entstehen. Eine selbstständige Beratung kann dagegen mit geringeren Anfangsinvestitionen starten. Hier wird manchmal kaum mehr als ein Büro mit einer hinreichenden technischen Ausstattung gebraucht.

Überlebensraten nach Branche

Dienstleistungsunternehmen benötigen häufig weniger Startkapital als produzierende Betriebe. Ihr Markteintritt gelingt dadurch schneller. Allerdings kann eine starke Abhängigkeit von einzelnen Auftraggebern erhebliche Risiken schaffen.

Produktbasierte Firmen müssen meist Entwicklung, Fertigung und Lager finanzieren. Hinzu kommen Qualitätsanforderungen und längere Vorlaufzeiten. Innovative Geschäftsmodelle brauchen deshalb eine Finanzierung, die auch Verzögerungen abdeckt.

Große Unterschiede zeigen sich innerhalb einzelner Wirtschaftszweige. Laut einer Destatis-Auswertung zu fünfjährigen Überlebensraten waren 36 Prozent der 2018 gegründeten Gastronomieunternehmen im Jahr 2023 noch aktiv. Bei kreativen, künstlerischen und unterhaltenden Tätigkeiten lag der Anteil bei 27,3 Prozent. Post-, Kurier- und Expressdienste erreichten 27,9 Prozent.

Überleben nach dem ersten Jahr

Mit jedem weiteren Jahr sinkt der Anteil der fortbestehenden Gründungen. Nach den Unternehmensdaten des Statistischen Bundesamtes waren nach fünf Jahren noch 37,8 Prozent der untersuchten Unternehmen aktiv.

Für drei oder zehn Jahre gibt es keine einzelne allgemeingültige Quote, die alle Gründungsformen und Jahrgänge gleichermaßen abbildet. Die Werte hängen von der gewählten Datenbasis ab. Auch die Definition einer aktiven Gründung verändert das Ergebnis.

Langfristig zählen wiederkehrende Einnahmen, ausreichende Liquidität und eine klare Positionierung zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Ebenso relevant ist ein Angebot, das sich an veränderte Kundenbedürfnisse anpassen lässt.

Häufige Gründe für das Scheitern

Häufige Gründe für das Scheitern

Die Gründe für Scheitern entstehen selten isoliert. Oft verstärken sich mehrere Probleme über einen längeren Zeitraum. Ein schwacher Absatz führt zu Liquiditätsdruck. Dieser begrenzt anschließend Marketing, Personalaufbau und Produktentwicklung.

Fehler im Finanzmanagement

Ob ein Finanzierungsdefizit Startups nachhaltiger gefährden könnte, zeigt sich häufig erst nach der Gründung. Viele Kosten fallen früher an als geplant. Kundenzahlungen treffen dagegen später ein oder bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Erstellen Sie deshalb eine monatliche Liquiditätsplanung. Trennen Sie Einzahlungen, Auszahlungen und offene Forderungen. Planen Sie zudem Reserven für Steuern, Sozialabgaben und unerwartete Reparaturen ein.

Auch die Rechtsform beeinflusst den Kapitalbedarf. Eine UG kann mit niedrigem Stammkapital gegründet werden. Für eine GmbH gelten höhere Kapitalanforderungen. Ein Einzelunternehmen verursacht weniger formalen Gründungsaufwand, bietet jedoch keine vergleichbare Haftungsbegrenzung.

Passende Finanzierungsstrategien können Eigenkapital, Bankdarlehen und Förderkredite verbinden. Für wachstumsorientierte Vorhaben kommen Business Angels oder andere Investoren hinzu. Jede Finanzierung verändert Kosten, Mitspracherechte oder Rückzahlungsverpflichtungen.

Unzureichende Marktforschung

Eine gute Idee erzeugt erst dann Umsatz, wenn sie ein relevantes Problem löst. Dafür müssen Angebot, Preis und Zielgruppe zusammenpassen. Persönliche Begeisterung ersetzt keine belastbare Marktanalyse.

Testen Sie früh, ob Interessenten tatsächlich bezahlen. Interviews liefern erste Hinweise. Vorbestellungen oder ein Minimum Viable Product zeigen stärker, ob echte Nachfrage besteht. Dieses minimal funktionsfähige Angebot enthält nur die Funktionen, die für einen Markttest erforderlich sind.

Lokale Unterschiede spielen ebenfalls eine Rolle. Kaufkraft, Konkurrenz und Gewerbemieten unterscheiden sich zwischen München, Leipzig und ländlichen Regionen. B2B-Kunden erwarten häufig dokumentierte Prozesse, verlässliche Fristen und formelle Angebote.

Schwache Geschäftsplanung

Unvollständige Geschäftsmodelle lassen zentrale Fragen offen. Dazu gehören der konkrete Kundennutzen, die Preisberechnung und der Vertriebsweg. Fehlt eine realistische Kostenstruktur, wirkt selbst ein steigender Umsatz schnell irreführend.

Ein tragfähiger Plan verbindet strategische Ziele mit dem Tagesgeschäft. Legen Sie fest, wer verkauft und wer Rechnungen prüft. Bestimmen Sie außerdem, welche Kennzahlen Sie monatlich auswerten.

Zum Gründungsprozess gehören zudem formale Pflichten. Gewerbetreibende benötigen in der Regel eine Gewerbeanmeldung. Freiberufler registrieren ihre Tätigkeit beim Finanzamt. Umsatzsteuerpflicht, Buchführung und Genehmigungen sollten vor dem Marktstart geklärt sein. Einen Überblick über Anmeldung, Finanzamt und weitere Behörden bietet das Existenzgründungsportal des Bundes.

Fehler bei Marketing und Kundengewinnung

Das Marketing scheitert oft an einer unklaren Botschaft. Allgemeine Versprechen erreichen kaum eine konkrete Zielgruppe. Zeigen Sie stattdessen, welches Problem Ihr Angebot löst und welchen Nutzen Kunden erhalten.

Im Geschäft mit anderen Unternehmen gewinnen Gründer neue Käufer häufig besonders effizient über Fachmessen, Branchenverbände und persönliche Empfehlungen. Diese Kanäle schaffen Vertrauen und erleichtern den Zugang zu Entscheidern. Auch Kooperationen mit passenden Unternehmen vor Ort können Ihr Geschäft vorantreiben. Ein Fitnessstudio kann etwa mit einer Physiotherapiepraxis zusammenarbeiten, ein Café mit einem regionalen Veranstalter.

Kundenbindung beginnt bereits beim ersten Kauf. Klare Kommunikation stärkt das Vertrauen unmittelbar. Verlässlicher Service und passende Zahlungslösungen reduzieren Reibung im Kaufprozess. Es sind oft Kleinigkeiten, die maßgeblich darüber mitentscheiden, wie viele Startups scheitern.

Operative Herausforderungen

Frühe Einstellungen erhöhen die laufenden Kosten. Neben dem Bruttogehalt fallen Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung an. Arbeitsverträge, Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche müssen deutschem Arbeitsrecht entsprechen.

Eine wirksame Teamführung schafft klare Zuständigkeiten. Jeder Mitarbeiter sollte wissen, welche Ergebnisse erwartet werden. Regelmäßige Rückmeldungen helfen, Fehler früh zu erkennen.

Regulatorische Herausforderungen unterscheiden sich nach Branche. Lebensmittelbetriebe müssen Hygienevorgaben erfüllen. Im Gesundheitsbereich können Zulassungen und Nachweise erforderlich sein. Fehlende Genehmigungen verzögern den Start und binden Kapital.

Lehren erfolgreicher Unternehmen

Erfolgreiche Gründer verbinden Planung mit konsequenter Umsetzung. Sie prüfen Annahmen früh und passen ihre Entscheidungen auf Grundlage belastbarer Zahlen an. Diese Haltung lässt sich in jeder Branche anwenden. Folgende Komponenten sind elementar wichtig.

Ein starker Businessplan

Jeder Businessplan braucht eine klare Beschreibung des Angebots. Ebenso wichtig sind Zielgruppe, Wettbewerb und Preisstrategie. Der Finanzteil zeigt Kapitalbedarf, Umsatzannahmen und Liquiditätsentwicklung.

Einige Inhalte sind stärker branchenspezifisch. Ein Gastronomiekonzept benötigt zum Beispiel noch Angaben zu Standort, Auslastung und Wareneinsatz. Ein Softwareunternehmen erklärt Entwicklungsphasen, Datenschutz und laufende Serverkosten.

Drei Planungsbereiche gehören immer hinein:

  1. Geschäftsmodell: Wie entsteht Kundennutzen und wofür zahlen Käufer wirklich?
  2. Finanzen: Welche Kosten entstehen und wann erreicht der Betrieb die Gewinnzone?
  3. Umsetzung: Welche Aufgaben, Fristen und Verantwortlichkeiten bestimmen den Start?

Nutzen Sie realistische Szenarien. Ein Basisszenario bildet Ihre wahrscheinlichste Entwicklung ab. Ein vorsichtiges Szenario zeigt, wie lange Ihre Reserven bei schwächerem Umsatz reichen. Der Mehraufwand lohnt sich alleine deshalb, weil Sie Ihr Geschäft damit wirtschaftlich erheblich sicherer machen. Bei der Entwicklung des Geschäftsmodells und des Businessplans hilft die Gründerplattform von KfW und Bundeswirtschaftsministerium.

Anpassung an Marktveränderungen

Marktentwicklung verändert Preise, Vertriebskanäle und Kundenerwartungen. Unternehmen mit hoher Agilität überprüfen daher regelmäßig ihre Annahmen. Sie ändern zuerst einzelne Elemente, bevor sie das gesamte Konzept umbauen.

Ein Hersteller kann beispielsweise kleinere Stückzahlen testen. Ein Händler kann sein stationäres Angebot um digitale Bestellungen ergänzen. Ein Dienstleister kann aus individuellen Projekten standardisierte Pakete entwickeln.

Kundenfeedback sollte dabei konkrete Entscheidungen unterstützen. Fragen Sie nach Kaufhindernissen und fehlenden Funktionen. Verkaufsdaten zeigen anschließend, ob die Anpassung wirkt.

Ein belastbares Team

Ein gutes Team vereint fachliche Kompetenz mit effizienter Zusammenarbeit. Stellen Sie zuerst für Aufgaben ein, die Wachstum begrenzen oder Sie als Gründer dauerhaft überlasten. Eine zusätzliche Stelle braucht einen nachvollziehbaren wirtschaftlichen Nutzen.

Netzwerke erweitern das verfügbare Wissen, ohne sofort hohe Personalkosten zu erzeugen. De Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Unternehmen bei der Personalsuche. Industrie- und Handelskammern, Branchenvereine und regionale Gründerzentren vermitteln Kontakte. Auch eine Gründungsberatung kann helfen.

Innovation entsteht schließlich durch strukturierte Tests und Freiräume. Mitarbeiter benötigen dafür Entscheidungsmöglichkeiten und klare Ziele. Angestelltenzertifizierungen und dokumentierte Abläufe stärken im deutschen B2B-Markt zusätzlich die Glaubwürdigkeit.

Branchenspezifische Erkenntnisse

Branchenspezifische Erkenntnisse

Allgemeine Quoten bieten Orientierung. Für Ihre Planung sind jedoch die Bedingungen Ihres Geschäftssegments entscheidend. Kapitalbindung, Regulierung und Nachfrage unterscheiden sich deutlich.

Ausfallquoten verschiedener Branchen

Wie unter anderem das IfM Bonn zeigt, ist die Branchenzugehörigkeit bei der langfristigen Überlebenschance absolut relevant. Im Gesundheits- und Sozialwesen bestanden demnach fünf Jahre nach der Gründung (im Zeitraum 2016 / 2017) noch 51,2 Prozent der betrachteten Unternehmen. Im verarbeitenden Gewerbe waren es 44,8 Prozent. Für Kunst, Unterhaltung und Erholung wird hingegen eine Überlebensrate von weniger als einem Drittel ausgewiesen.

Gastronomie und kreative Tätigkeiten weisen in den anfangs genannten Destatis-Daten ebenfalls vergleichsweise niedrige fünfjährige Überlebensraten auf. Hohe Standortkosten und schwankende Nachfrage erhöhen dort den Druck.

Die Produktion benötigt größere Investitionen in Maschinen, Material und Qualitätssicherung. Dafür können technische Spezialisierung und langfristige B2B-Beziehungen den Wettbewerb begrenzen.

Auch regulierte Branchen bieten Chancen. Hohe Zulassungshürden erschweren dort neuen Wettbewerbern den Eintritt. Wer hier erst einmal Fuß gefasst hat, ist mit dem richtigen Geschäftsplan vergleichsweise sicher. Gründer müssen Genehmigungen, Zertifikate und Prüfverfahren jedoch früh in Zeitplan und Budget aufnehmen.

Startups und etablierte Unternehmen

Startups handeln oft schneller und können neue Technologien früh einsetzen. Ihnen fehlen jedoch häufig Reserven, Marktkenntnis und bestehende Kundenbeziehungen. Das erhöht die Folgen einzelner Fehlentscheidungen, von denen dann abhängt, wie viele Startups scheitern.

Etablierte Unternehmen verfügen meist über eingespielte Prozesse und Finanzierungsspielraum. Ihre Größe kann Veränderungen jedoch verlangsamen. Kooperationen zwischen Startups und dem Mittelstand verbinden daher technisches Tempo mit Branchenerfahrung.

Deutschlands Mittelstand bietet jungen Firmen attraktive Geschäftschancen. Formelle Kommunikation und belastbare Leistungsnachweise sind dabei besonders wichtig. Viele Geschäftskunden erwarten zudem langfristige Lieferfähigkeit.

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So vermeiden Sie ein Scheitern im ersten Jahr

Wer für die Unternehmensgründung Tipps und bewährte Strategien nutzen möchte, sollte schon vor der Geschäftsanmeldung ansetzen. Prüfen Sie insbesondere Nachfrage, Kapitalbedarf und Pflichten, bevor dauerhafte Kosten entstehen. Danach brauchen Sie wenige aussagekräftige Kennzahlen.

Fundierte Marktforschung

Sprechen Sie mit potenziellen Kunden aus Ihrer Zielgruppe. Fragen Sie nach bisherigen Lösungen und konkreten Problemen. Vermeiden Sie Fragen, die lediglich Zustimmung erzeugen.

Für lokale Analysen eignen sich Regionaldaten, Wettbewerber-Websites und Branchenberichte. Google Trends zeigt Suchinteressen. Der Unternehmensregisterbestand und kommunale Standortdaten liefern zusätzliche Anhaltspunkte.

Vergleichen Sie auch Aufwände aus Kundensicht. Ein niedriger Preis erleichtert den Verkauf nicht automatisch. Er muss Kosten decken und zum erwarteten Qualitätsniveau passen.

Konsequentes Liquiditätsmanagement

Aktualisieren Sie Ihre Liquiditätsplanung jeden Monat. Erfassen Sie offene Rechnungen separat vom verfügbaren Bankguthaben. Umsatz ist erst nutzbar, wenn die Zahlung eingegangen ist.

Vereinbaren Sie bei größeren Projekten Abschläge oder Anzahlungen. Prüfen Sie Forderungen regelmäßig. Eine Reserve sollte mehrere Monate betrieblicher Fixkosten abdecken.

Trennen Sie geschäftliche und private Ausgaben. Berücksichtigen Sie Einkommensteuer sowie mögliche Gewerbe- und Umsatzsteuerzahlungen. Stimmen Sie Buchführung und Rechnungsprozesse früh mit einem Steuerberater ab.

Flexible Strategie

Eine flexible Strategie setzt klare Ziele und lässt den Weg dorthin anpassbar. Definieren Sie Annahmen, die Sie überprüfen können. Zentrale Leistungskennzahlen sind die Conversion-Rate, die Wiederkaufsrate und der durchschnittliche Auftragswert.

Kurze Testzyklen senken das Risiko großer Fehlentscheidungen. Ändern Sie jeweils einen wichtigen Faktor. Vergleichen Sie danach die Ergebnisse mit einem vorher festgelegten Zielwert.

Deutschlands digitale Transformation schafft neue Chancen. Datenschutz, IT-Sicherheit und branchenspezifische Regeln gehören dabei von Beginn an in die Produktplanung.

Marketing und Kundenbeziehungen

Wählen Sie wenige Kanäle, die zur Zielgruppe passen. Lokale Betriebe profitieren oft von Suchmaschinenprofilen und Empfehlungen. B2B-Anbieter gewinnen Kunden eher über Fachinhalte, direkte Ansprache und Netzwerke.

Messen Sie Kosten und Ergebnis je Kanal. Reichweite allein finanziert kein Unternehmen. Entscheidend sind qualifizierte Anfragen und profitable Aufträge.

Bestehende Kunden verdienen besondere Aufmerksamkeit. Rückmeldungen verbessern das Angebot. Wiederkehrende Aufträge stabilisieren zudem den Cashflow.

Der größere Zusammenhang von Unternehmensschließungen

Der größere Zusammenhang von Unternehmensschließungen

Ein Geschäft kann trotz guter Führung unter Druck geraten. Konjunktur, Energiepreise und Lieferketten beeinflussen Kosten und Nachfrage. Eine vorausschauende Planung begrenzt die Gefahren.

Historische Entwicklung

Die Zahl der Insolvenzen verändert sich mit wirtschaftlichen Zyklen und der Anpassung staatlicher Regelungen. Im Jahr 2025 registrierte Deutschland laut der aktuellen Destatis-Insolvenzstatistik 10,3 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahr.

Solche Anstiege beweisen jedoch keine entsprechend höhere Ausfallquote junger Startups. Insolvenzstatistiken enthalten auch ältere Unternehmen. Gründungszahlen, Schließungen und Insolvenzen messen verschiedene Entwicklungen.

Langfristige Planung bleibt deshalb wichtig. Prüfen Sie Ihre Kostenstruktur auch in guten Monaten. Verträge und Investitionen sollten zu mehreren Umsatzszenarien passen.

Externe Einflussfaktoren

Konjunkturabschwünge senken Bestellungen und verlängern Entscheidungswege. Politische Änderungen können neue Pflichten schaffen. Globale Lieferstörungen erhöhen Beschaffungskosten.

Verlassen Sie sich bei wichtigen Leistungen möglichst nicht auf einen einzigen Anbieter. Ein zweiter Lieferant schafft Handlungsspielraum. Verschiedene Kundengruppen verringern die Abhängigkeit von einzelnen Auftraggebern.

Versicherungen können ausgewählte Beeinträchtigungen abdecken. Sie ersetzen jedoch keine Vorsorge. Prüfen Sie Verträge, Lieferzeiten und Finanzreserven regelmäßig.

Fazit

Die meisten deutschen Neugründungen überstehen das erste Jahr. Mit zunehmender Dauer sinkt die Überlebensrate jedoch deutlich. Finanzierungsprobleme, fehlende Nachfrage und schwache Geschäftsplanung gehören zu den wichtigsten Ursachen.

Durch eine gute Übersicht typischer Einflussfaktoren verbessern Sie Ihre Chancen erheblich. Frühe Markttests, kontrollierte Ausgaben und klar verteilte Aufgaben stärken Ihr Geschäft. Legen Sie fest, wer Kunden betreut, Finanzen überwacht und wichtige Entscheidungen trifft. Berücksichtigen Sie außerdem deutsche Steuerpflichten, das Arbeitsrecht und branchenspezifische Genehmigungen.

Unterstützung erhalten Sie bei der Gründungsberatung der Industrie- und Handelskammern. Auch regionale Wirtschaftsförderungen und Gründerzentren bieten Kontakte, Veranstaltungen oder Beratung an. Passende Programme von Bund und Ländern finden Sie über die Förderdatenbank des Bundes. Entscheidend bleibt, dass die Hilfestellung zu Ihrem Vorhaben, Ihrer Branche und Ihrem Kapitalbedarf passt.

Häufige Fragen

Eine einheitliche Quote für alle Selbstständigen gibt es nicht. Destatis-Daten für 2021 zeigen jedoch, dass 80,0 Prozent der neu gegründeten Unternehmen nach einem Jahr noch aktiv waren. Rund jedes fünfte Geschäft hatte den Markt bis dahin verlassen. Eine Schließung bedeutet allerdings nicht automatisch eine Insolvenz.

Startups scheitern häufig an fehlender Nachfrage, zu wenig Liquidität oder einer unrealistischen Planung. Auch ein ungeklärter Kundennutzen und zu hohe Fixkosten erhöhen das Risiko. Frühe Markttests zeigen, ob zentrale Erwartungen an Nachfrage, Preis und Zielgruppe realistisch sind.

Nach Daten des Statistischen Bundesamts, die sich auf das Jahr 2021 beziehen, waren 37,8 Prozent der fünf Jahre zuvor gegründeten Betriebe noch aktiv. Die tatsächliche Quote unterscheidet sich je nach Branche und Gründungsjahr. Startups werden in dieser allgemeinen Unternehmensstatistik nicht separat ausgewiesen.

Viele Unternehmen stellen ihre Tätigkeit erst nach dem ersten Geschäftsjahr ein. Deutsche Daten widersprechen daher der verbreiteten Behauptung, die meisten Startups würden bereits im ersten Jahr verschwinden. Der finanzielle Druck steigt oft erst, wenn Reserven aufgebraucht sind und geplante Umsätze längerfristig ausbleiben.

Besonders kritisch ist die Phase nach dem ersten Markttest. Das Unternehmen muss nun aus ersten Kunden wiederkehrende Umsätze entwickeln. Zugleich steigen häufig Personal-, Marketing- und Betriebskosten.

Ein zentraler Fehler ist, ein Angebot ohne ausreichenden Nachweis der Nachfrage auszubauen. Hohe Investitionen erfolgen dann auf Basis ungetesteter Annahmen. Gespräche, Vorverkäufe und ein kleines marktfähiges Produkt senken dieses Risiko.

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