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Was ist Skonto – Buchhaltung leicht erklärt

“Skonto” ein Begriff, der Ihnen sicherlich als Kundin oder Kunde auf Rechnungen schon einmal begegnet ist. Doch auch auf verschiedenen Werbungen wird immer wieder mit eben diesem Begriff geworden. Doch um was handelt es sich dabei genau? Wir erklären Ihnen diesen buchhalterischen Begriff – einfach und verständlich.

Was bedeutet Skonto grundsätzlich

Genau genommen ist ein Skonto, eine Ermäßigung, die an Zeit gebunden ist. Dies bedeutet, dass ein Verkäufer die Möglichkeit hat, Ihnen als Kundin oder Kunde eine Ermäßigung auf ein Produkt oder Dienstleistung anzubieten, wenn Sie die dafür gestellte Rechnung innert einer bestimmten Frist begleichen.

Dabei handelt es sich in den allermeisten Fällen um einen bestimmten Prozentsatz des Rechnungsbetrages, der Ihnen in Abzug gebracht wird. In der Fachwelt spricht man diesbezüglich auch von einen sogenannten “Lieferantenkredit”.

Oft lesen Sie zum Beispiel “4% Skonto bei Zahlung innert 14 Tagen”. Beträgt in diesem Fall also der Gesamtrechnungsbetrag 100.- Euro, so erhalten Sie 4.- Euro Ermäßigung bzw. müssen nur 96.- Euro bezahlen, wenn Sie dies innert 14 Tagen ab Rechnungsdatum tun.

Zu beachten ist, dass ein Skonto auch gestaffelt gewährt werden kann. Das heißt, dass für verschiedene Zeiträume unterschiedliche Skonto-Höhen gesprochen werden. Bezahlen Sie zum Beispiel innert 20 Tagen, erhalten Sie 3% Skonto, innert 14 Tagen sind es dann bereits 4% und innert 10 Tagen sind es sogar 5% Skonto.

Was es mit dem Lieferantenkredit auf sich hat

Wie bereits erwähnt, spricht man in der Fachwelt bei einer gestellten Rechnung bzw. dem Rechnungsbetrag auch von einem sogenannten Lieferantenkredit. Doch warum? Was hat ein Rechnungsbetrag mit einem Kredit zu tun?

Die Antwort darauf ist relativ einfach: Wenn Sie eine Dienstleistung oder ein Produkt beziehen und die Rechnung dafür nicht sofort, sondern innert einer bestimmten Frist begleichen müssen, dann ist dies buchhalterisch betrachtet ein Kredit von Seiten des Lieferanten.

Denn während der gewährten Zahlungsfrist, hat die oder der Lieferant seine Leistung bereits erbracht, Sie jedoch noch nicht dafür bezahlt. So betrachtet, verfügen Sie über Geld, dass eigentlich gar nicht (mehr) Ihnen gehört.

Skontofrist, Skontosatz & Zahlungsziel – Begriffsklärung

Im Zusammenhang mit Skonti werden Sie immer auch wieder einmal mit den Begriffen „Skontofrist“, „Skontosatz“ und „Zahlungsziel“ in Kontakt kommen. Daher möchten wir uns kurz die Zeit nehmen und Ihnen diese ebenfalls kurz erklären:

Der Unterschied zwischen Skonto und Rabatt

Skontofrist

Die Skontofrist definiert die Anzahl Tage, für die der gewährte Skonto gewährt wird. Wenn Sie also 2% Skonto für die Begleichung einer Rechnung innert 10 Tagen angeboten bekommen, dann beträgt die Skontofrist 10 Tage.

Skontosatz

Der Skontosatz wiederum definiert die Höhe der gewährten Ermäßigung. Im oben genannten Beispiel wäre der Skontosatz in diesem Fall 2% des Rechnungsbetrages.

Zahlungsziel

Das Zahlungsziel wiederum bezeichnet die gesamthaft zur Verfügung stehenden Tage zur Begleichung der Rechnung. So könnte im oben genannten Beispiel zum Beispiel das Zahlungsziel 30 Tage sein. Sie haben entsprechend insgesamt 30 Tage Zeit, die Rechnung zu begleichen und erhalten 2% Skonto, wenn Sie die Rechnung bereits innert 10 Tagen bezahlen.

Warum Skonto nicht gleich Rabatt ist

Der Gedanke, dass es sich bei einem Skonto entsprechend um einen Rabatt handelt, ist naheliegend – jedoch nicht ganz richtig. Denn zwischen einem Skonto und einem Rabatt besteht genau genommen in der Fachwelt ein ganz klarer Unterschied: Während die Gewährung eines Skontos an einen festgelegten Zeitraum bzw. an Zeit gekoppelt ist, ist ein Rabatt an eine festlegte Menge gebunden.

Wenn Sie zum Beispiel ein Paar Hosen kaufen und Ihnen beim Kauf eines zweiten Paars eine Ermäßigung auf den Gesamtbetrag gewährt wird, dann handelt es sich um einen sogenannten Rabatt. Dabei spielt der Zeitraum, in dem Sie den Rechnungsbetrag begleichen, grundsätzlich keine Rolle.

Dieses Phänomen sieht man recht häufig im Handel, wo Ihnen als Kundin oder Kunde immer wieder Angebote wie “2 für 1” oder “50% auf den zweiten Artikel” und ähnliches unterbreitet werden. Dies sind klassische Rabatt-Angebote.

Kundenskonto vs. Lieferantenskonto

Ebenfalls unterschieden wird in der Fachwelt zwischen einem sogenannten Kundenskonto und einem sogenannten Lieferantenskonto. Dabei sind die Unterschiede relativ klar benennbar:

  • Bei einem Kundenskonto gewährt ein Unternehmen das Skonto einer Kundin oder einem Kunden. Bei einem Lieferantenskonto hingegen wird das Skonto von Lieferanten einem Unternehmen gewährt.
  • Bei einem sogenannten Kundenskonto ist das Skonto ein Kostenbestandteil, bei einem Lieferantenskonto nicht.
  • Ein Kundenskonto reduziert die Umsatzerlöse für das Unternehmen, wobei ein Lieferantenskonto die Anschaffungskosten des Unternehmens reduziert.

Warum sich ein Skonto für beide Seiten lohnt

Man könnte sich nun fragen, worin der Vorteil eines gewährten Skontos besteht. Dabei ist eins klar: Ein Skonto bringt beiden Parteien Vorteile.

Die Aussicht darauf, bei einer schnellen Begleichung der offenen Rechnung weniger bezahlen zu müssen, ist für Kundinnen und Kunden reizvoll. Dies bewirkt, dass eben diese oft schneller bezahlen und das Unternehmen damit schneller zu seinem Geld kommt. Dies bedeutet in anderen Worten auch, dass der gewährte Lieferantenkredit weniger lange bestehen bleibt.

Ein Skonto ist somit von Seite des Unternehmens bzw. des Lieferanten ein Anreiz an die Kundschaft, einerseits um schneller an das zustehende Geld zu kommen und dieses entsprechend wieder einsetzen zu können. Andererseits kann der Anreiz eines Skontos auch zu einer geringeren Anzahl Mahnungen führen und auch Zahlungsausfälle verhindern.

Doch auch als Kundin oder Kunde profitieren Sie von einem Skonto. Denn wie bereits erklärt, handelt es sich bei einer offenen Rechnung um einen Kredit, den Ihnen der Rechnungssteller gewährt, so quasi ein imaginäres Darlehen. Wenn Sie nun innert der Skontofrist bezahlen, erhalten Sie einen Abschlag auf den Gesamtbetrag.

Bezahlen Sie hingegen die Rechnung “außerhalb” der Skontofrist entfällt Ihnen dieser Abschlag, womit anders betrachtet höhere Kreditkosten bzw. Zinsen anfallen. Es lohnt sich daher durchaus und auf voller Linie den jeweiligen Rechnungsbetragt bei einem gewährten Skonto tatsächlich innerhalb der Skontofrist zu begleichen.

Disclaimer: Bitte berücksichtigen Sie, dass der Inhalt dieses Artikels, sowie der Inhalt des Blogs von myPOS im Allgemeinen nicht als rechtlicher, finanzieller, steuerlicher oder als eine andere Art fachlicher Ratschlag interpretiert werden sollte. Sie sollten sich immer mit einem Experten beraten, bevor Sie eine Handlung vornehmen, weil die Besonderheiten Ihrer Lage wesentlich von diesen in anderen Fällen abweichen können.

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