Was ist ein KMU: Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland
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Was ist ein KMU: Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland

Ein Unternehmen wird als Organisation definiert, die eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit ausübt. Heutzutage werden Geschäfte oft von mehr als einer Person ausgeführt. In der Wirtschaftslandschaft Deutschlands nehmen kleine und mittlere Unternehmen, kurz KMU, eine wichtige Rolle ein. Sie bilden den Kern des deutschen Mittelstands.

Als KMU werden Unternehmen bezeichnet, die bestimmte Grenzen hinsichtlich Mitarbeiterzahl, Umsatz und/oder der Bilanzsumme nicht überschreiten. Betriebe dieser Art sind weitgehend eigenständig. Das bedeutet: sobald ein großes Unternehmen in einer Höhe von mehr als 25 Prozent beteiligt ist, gilt eine Firma nicht mehr als KMU.

Bei Beteiligungen bestimmter Investoren wie Universitäten oder durch Risikokapital- oder regionale Entwicklungsfonds können zudem auch Beteiligungen bis zu 50 Prozent zulässig sein und das Unternehmen kann dennoch als KMU gelten.

Diese Einordnung hat erhebliche wirtschaftliche und praktische Folgen. Viele staatliche Förderprogramme richten sich explizit an KMU, und für sie gelten häufig vereinfachte Antragsverfahren. Zudem profitieren sie von höheren Förderquoten und speziellen Beratungsangeboten.

Darüber hinaus gibt es steuerliche und regulatorische Erleichterungen. Überdies fördert das Vergaberecht die Beteiligung von KMU bei öffentlichen Aufträgen, etwa durch die Aufteilung von Aufträgen in Lose.

Was ist ein KMU?

Unternehmen werden nach ihrer Größe in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Kleine Unternehmen
  • Mittelständische Unternehmen
  • Große Unternehmen

Für die Klassifizierung werden die Mitarbeiter eines Unternehmens, der Umsatz und die Bilanzsumme berücksichtigt. Von diesen ist die Anzahl der Mitarbeiter das häufigste Kriterium, obwohl einige Ökonomen argumentieren, dass der Umsatz ein angemesseneres Maß für die relative Größe eines Unternehmens ist.

Die in Deutschland geltende Einordnung von Unternehmen in den Bereich der KMU folgt der offiziellen Definition der EU. Demnach gibt es drei Unterkategorien:

  • Kleinstunternehmen beschäftigen bis zu 9 Mitarbeiter und erwirtschaften bis zu 2 Millionen Euro Umsatz oder eine Bilanzsumme von 2 Millionen Euro pro Jahr.
  • Kleine Unternehmen beschäftigen 10 bis 49 Mitarbeiter und haben bis zu 10 Millionen Umsatz oder eine Bilanzsumme von 10 Millionen Euro im Jahr.
  • Zu den mittleren Unternehmen zählen Betrieb mit 50 bis 249 Beschäftigten und einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von 43 Millionen Euro jährlich.
  • Unternehmen mit 250 und mehr Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von über 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro gelten als groß

Für die Einordnung müssen Unternehmen gemäß den EU-Vorschriften sowohl die Kriterien hinsichtlich der Mitarbeiterzahl als auch die finanziellen Schwellenwerte nachweislich erfüllen.

Viele Förderprogramme sind ausschließlich an KMU gerichtet oder bieten diesen günstige Förderbedingungen. Daher ist die Einstufung für einen Betrieb von großer Bedeutung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt beispielsweise zinsgünstige Darlehen gezielt an KMU, die diese gezielt für die Unternehmensgründung, Investitionen und Betriebsmittel sowie für die Sicherung der Unternehmensnachfolge oder -beteilung einsetzen können.

Daneben gibt es verschiedene Programme von Bund und Ländern sowie der EU. Sie dienen dazu, Innovation, Digitalisierung, Wachstum und Beratung sowie die Energieeffizienz oder die Forschung und Entwicklung zu fördern.

Warum KMU für die deutsche Wirtschaft wichtig sind

Die KMU sind das Rückgrat des deutschen Mittelstands. Mehr als 99 Prozent der deutschen Unternehmen zählen zu den Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen.

Insgesamt arbeiten etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland bei einem KMU. Sie nehmen somit auch als Arbeitgeber eine wichtige Funktion ein. Darüber hinaus gelten sie als wichtigste Ausbilder und stellen dadurch die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt sicher. Dadurch schaffen sie langfristig eine Basis an Fachkräften.

Des Weiteren sind KMU zentrale Innovationsmotoren. Viele Unternehmen sind hochspezialisiert und fungieren als Markt- oder Nischenführer. Durch Investitionen in Forschung und Entwicklung, etwa in den wichtigen Bereichen Digitalisierung, Maschinenbau oder Umwelttechnik, fördern Sie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Während Großkonzerne meist in den Metropolen und Ballungszentren ansässig sind, finden sich KMU über das gesamte Land verteilt. Dadurch sichern Sie auch in ländlichen Regionen Kaufkraft, gesellschaftliches Engagement und Steuereinnahmen.

Auch in der Exportwirtschaft nehmen KMU eine entscheidende Rolle ein, denn viele der spezialsierten Unternehmen nehmen als sogenannte Hidden Champions führende Positionen auf dem Weltmarkt ein. Auch als Zulieferer für global tätige Konzerne sind zahlreiche KMU ein wichtiges Glied in der internationalen Wettbewerb.

Wie unterscheiden sich KMU von Einzelunternehmern?

Der deutsche Mittelstand: Ist das dasselbe wie ein KMU?

Die Begriffe Mittelstand und KMU werden häufig synonym verwendet. Grundsätzlich bezeichnen sie aber zwei unterschiedliche Dinge. Die Klassifizierung als KMU basiert auf international klar definierten Größen, der Mitarbeiterzahl und dem Umsatz. Diese quantitative Definition ist standardisiert und die Eigentümerstruktur ist für die Einordnung unerheblich.

Demgegenüber bezeichnet der Begriff des Mittelstands eher eine soziologische Form des Unternehmens, bei dem Eigentum und Leitung in einer Hand liegen. Mittelständische Unternehmen sind darauf ausgerichtet, ihre Ausrichtung langfristig zu bewahren und befinden sich oftmals im Familienbesitz. Diese familiären Strukturen sind meist auch entscheidend im Hinblick auf Unternehmensphilosophie und -kultur.

Dabei ist es prinzipiell möglich, dass ein Mittelstandsbetrieb die technischen KMU-Schwellenwerte überschreitet und dennoch weiterhin als Unternehmen des Mittelstands betrachtet wird.

Beispiele für KMU in Deutschland

Ihr Friseursalon vor Ort, die regionale Bäckereikette, sowie der Blumenladen oder die chemische Reinigung in Ihrer Nachbarschaft fallen ebenso unter die Definition von KMU wie ein IT-Beratungsunternehmen aus Berlin, der Zulieferer für die Fertigungsindustrie in Baden-Württemberg oder ein E-Commerce-Händler. All dies zeigt: Die Kategorie der KMU ist vielseitig.

Wenn wir sie einzeln betrachten, sind sie wirklich klein. Doch was wäre unser Leben ohne diese – und so viele mehr? Größe an sich ist kein Indikator für die Größe des Wertes eines Unternehmens.

Die Kategorie der KMU kann auch eine Fitnesskette mit mehreren in der Stadt verstreuten Clubs, eine Zeitung oder ein Magazin, eine Autovermietung, Berater, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfungsunternehmen und Versicherungsexperten umfassen.

Kleine und mittlere Unternehmen machen den größten Teil der Wirtschaft eines Landes aus. Aus diesem Grund spielen sie eine bedeutende Rolle für das Wachstum eines Sektors. Sie schaffen tendenziell mehr hochwertige Arbeitsplätze, sind innovativer und wachsen schneller als größere Unternehmen.

KMU vs. Einzelunternehmen

Obwohl es auf den ersten Blick schwierig sein mag, KMUs von Einzelunternehmern zu unterscheiden, handelt es sich um unterschiedliche Unternehmenstypen. Ein KMU ist ein Unternehmen, das sich durch die Einhaltung bestimmter Schwellenwerte definiert. Ein Einzelunternehmen hingegen ist eine von drei Selbständigen-Varianten. Der KMU-Status ist unabhängig von der Rechtsform oder der Registrierung im Handelsregister.

Wenn man als Einzelkaufmann registriert ist, arbeitet man in der Regel alleine, auch wenn Einzelkaufläute prinzipiell auch Mitarbeiter beschäftigen dürfen.

Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen lassen häufig andere für sich arbeiten. Es gibt allerdings auch KMU, die vom Eigentümer selbst geführt werden. Tatsächlich kann der Inhaber eines Unternehmens neben oder anstelle der Beschäftigung von Personal einen Selbständigen für eine bestimmte Tätigkeit oder für einen längeren Zeitraum einstellen.

Ein Einzelunternehmen kann somit ein KMU sein, doch generell gilt, dass Rechtsform und Größenklassifizierung unterschiedliche Konzepte darstellen. Was somit als KMU zählt, hängt von der Größe nach Mitarbeiter- und Umsatzzahl ab. Sowohl eine GmbH als auch eine UG oder AG können zu den KMU zählen, wenn sie die entsprechenden Schwellenwerte nicht überschreiten.

Vorteile von KMU

Ein KMU profitiert von verschiedenen vorteilhaften Aspekten, sowohl nach innen als auch nach außen. Dazu gehören die folgenden Faktoren:

  • Der Aufbau von KMU mit kurzen Kommunikationswegen und einer unbürokratischen Organisation sorgt meist für eine schnellere Entscheidungsfindung. Menschen im Team werden normalerweise eingeladen, sich mit Beiträgen zu beteiligen, während es in großen Unternehmen aufgrund ihrer schwerfälligen Strukturen Monate dauern kann, bis eine Idee eines Unternehmensmitarbeiters – egal wie brillant – umgesetzt wird.
  • KMU sind näher an ihren Kunden und kennen sie aus erster Hand. Je größer das Unternehmen, desto mehr werden seine Kunden zu Zahlen in Tabellenkalkulationen, Spalten in Histogrammen und Segmenten in Tortendiagrammen.
  • Ihre Besitzer kennen jeden in ihrer Belegschaft und oft auf einer ganz persönlichen Ebene. Dies kann zu besseren Beziehungen im Team beitragen und eine hohe Mitarbeiterbindung erzeugen.
  • Das Personal von kleinen und mittleren Unternehmen ist oft flexibel, vielseitig und oft die treibende Kraft hinter dem Unternehmenswachstum.
  • Flexible Geschäftsmodelle ermöglichen es, sich rasch an Marktveränderungen anzupassen und Innovationen zu entwickeln.
  • KMU sind meist regional stark verankert. Das sorgt für eine positive wirtschaftliche Entwicklung, sichert Arbeitsplätze und wirkt nicht selten identitätsstiftend für die Menschen vor Ort.

All dies zeigt, dass kleine und mittelständische Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft sind und sich auch positiv auf deren Entwicklung auswirken.

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Herausforderungen und Nachteile

Wie es so oft vorkommt, können sich die Stärken auch in Schwächen umwandeln

Folgende nachteilige Aspekte können KMU auszeichnen:

  • Die Flexibilität von KMU kann leicht ins Chaos münden. Hier ist es wichtig, dass der Eigentümer oder der von ihm ernannte Manager über starke organisatorische Fähigkeiten verfügt.
  • Unternehmen haben mitunter Schwierigkeiten, ihr Wachstum zu finanzieren. Banken gehen nur ungern Risiken ein und stellen ihnen seltener Kredite zur Verfügung. Der Mangel an Klarheit und Einheitlichkeit um sie herum kann verhindern, dass einige von ihnen staatliche Unterstützung erhalten. Das führt zu einem begrenzten Zugang zu Kapital und höheren Finanzierungskosten.
  • Die Schwierigkeiten bei der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen erschwert es ihnen mitunter, sich einem breiteren Publikum zu präsentieren. Sie haben weniger Verhandlungsmacht, sodass Produkte und Dienstleistungen, die sie benötigen, um zu funktionieren, sie manchmal mehr kosten. Daher ist es für sie schwieriger, mit denselben Branchenriesen zu konkurrieren, wenn es um die Preisgestaltung geht.
  • Dass KMU anfälliger für Krisen in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs sind, liegt auf der Hand. Das bloße Ausmaß der allgemeinen Belastung, die eine Erschütterung im Geschäft verursachen kann, ist geringer im Vergleich zu dem, was ein großes Unternehmen wahrscheinlich stören könnte.
  • Oft besteht eine hohe Abhängigkeit vom Fachwissen des Eigentümers. Fällt dieser Faktor weg, etwa durch einen krankheitsbedingten Ausfall, kann sich dies existenzbedrohend auswirken.
  • Mitunter ist die Nachfolgeplanung herausfordernd, wenn Nachwuchs an Fachkräften fehlt. Hier gilt es, durch Ausbildungsförderung langfristig Expertise im Unternehmen zu halten und geeignete Kandidaten für die Nachfolge frühzeitig zu identifizieren und aufzubauen.

Um die Stärken und Vorteile zu bewahren, gilt es, diese Punkte immer gut im Blick zu behalten und ungünstigen Entwicklungen zeitnah entgegenzusteuern.

Häufige Risiken für deutsche KMU

KMU fehlt es im Gegensatz zu Konzernen oftmals an Ressourcen, um schnell und angemssen auf unvorhersehbare wirtschaftliche oder operative Störungen zu reagieren. 

Typische Risiken sind beispielsweise folgende:

  • Kein Geld mehr zu haben, ist für jeden gefährlich. Dies gilt insbesondere für KMU, für die Liquiditätsengpässe besonders schnell existenzbedrohende Ausmaße annehmen können. Fehlende Rücklagen, eine hohe Inflation, die mangelhafte Finanzplanung oder Zahlungsausfälle wirken sich negativ auf den Cashflow aus. Daher ist ein strukturiertes Finanzmanagement unerlässlich für den langfristigen Erfolg.
  • Besteht eine hohe Abhängigkeit von einem oder wenigen Kunden und fällt davon einer weg, fehlen Einnahmen. Um hier vorzubeugen, handeln viele KMU oft langjährige Verträge aus, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern.
  • Hinsichtlich des Marketings und der Skalierung scheitern KMU häufig am Ressourcenmangel und starren Prozessen. Kleinere Marketingbudgets gehen zulasten der Sichtbarkeit auf dem Markt. Zudem wachsen viele Geschäftsmodelle eher linear und nicht skaliert, da die Mittel für größere Investitionen fehlen.
  • Wenn KMU es nicht schaffen, mit der digitalen Transformation Schritt zu halten, kann dies zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führen, hohe Kosten durch Ineffizienz verursachen oder die Anfälligkeit für Cyberangriffe erhöhen.

Hier empfiehlt es sich, eine strukturierte Risikoanalyse zu implementieren. So lassen sich potenzielle Risiken rechtzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln sowie umsetzen.

Finanzierungsmöglichkeiten für KMU in Deutschland

Ein Unternehmen, dass zu den KMU zählt, hat unterschiedliche Optionen der Finanzierung. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn im Gegensatz zu Großunternehmen haben Betriebe kleiner und mittlerer Größe meist ein eher geringes Budget zur Verfügung. Dennoch gibt es für sie zahlreiche Finanzierungsformen.

Klassische Bankfinanzierung

Ein Darlehen bei der Hausbank bietet Unternehmen die Möglichkeit, Investitionen auch mit geringem Eigenkapital zu tätigen. Hierfür verlangen sie meistens einen ausgearbeiteten Businessplan mit einer soliden Rentabilitätsrechnung. 

Auch eine gute Bonität und Sicherheiten sind häufig erforderlich. Um kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken, können auch Kontokorrentkredite aufgenommen werden. Diese sind flexibel, gehen jedoch auch mit hohen Zinsen einher.

KfW-Förderprogramme

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet verschiedene Förderprogramme an, mit denen KMU ihre Finanzierung sichern können. Der ERP-Förderkredit für KMU richtet sich beispielsweise gezielt an kleine und mittlere Unternehmen und Freiberufler.

Hierbei handelt es sich um ein zinsgünstiges Darlehen, das Betriebe für Investitionen, die Finanzierung von Betriebsmitteln sowie für die Unternehmensgründung, -nachfolge oder -beteiligung verwenden können.

Darüber hinaus gibt es weitere Förderungen wie den KfW-Unternehmerkredit, den ERP-Gründerkredit – StartGeld, Energie- und Klimaschutzprogramme und Förderungen im Bereich Digitalisierung und Innovation. Der Antrag muss immer vor Beginn des Vorhabens erfolgen und wird bei der Hausbank gestellt.

EU-Strukturfonds

EU-Strukturfonds sind Programme, die der Unterstützung von KMU dienen. Sie sind für die regionale Unternehmensförderung, Digitalisierung, Innovation und den Klimaschutz gedacht. Die Vergabe erfolgt dezentral über regionale Förderbanken und die Bundesländer.

Für KMU sind vor allem zwei Fonds eine wertvolle Unterstützung:

  • Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) soll strukturschwächeren und ärmeren Regionen helfen, sich wirtschaftlich besser aufzustellen. In geförderten Unternehmen werden dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen, zudem werden technische Hilfsmaßnahmen finanziert und die Infrastruktur wird erweitert.
  • Der Europäische Sozialfonds, kurz ESF+, legt den Fokus auf die Förderung von Menschen, Weiterbildung und Fachkräften. Weiterbildungsmaßnahmen können hierbei ebenso gefördert werden wie Gründungen, soziale Innovationen, die Integration von Langzeitarbeitslosen oder internationalen Fachkräften und noch vieles mehr.

In Deutschland hat jedes Bundesland eigene Portale für die EU-Förderung, zudem gibt es auch bundesweite Programme. Wichtig ist, dass der Förderantrag vor Beginn des Vorhabens erfolgt.

Leasing und andere alternative Finanzierungsarten

Das Leasing bietet Unternehmen die Chance, Zugriff auf kostspielige Maschinen, Anlagen und Geräte zu erhalten, ohne sie direkt kaufen zu müssen. Das schont die Liquidität und verbessert dadurch den Cashflow.

Neben dem Leasing gehört der Mietkauf zu den alternativen Finanzierungsformen. Er stellt eine Kombination aus Kauf- und Mietvertrag dar und wird für Gebrauchsgüter verwendet. Dabei wird eine fest definierte Laufzeit vereinbart, innerhalb der eine Ratenzahlung erfolgt. Nach Zahlung der letzten Rate geht das Eigentum auf den Mietkäufer über. Auch diese Finanzierungsform schont das Eigenkapital.

Auch das Sale-and-Lease-Back-Verfahren ist die Option, das Eigenkapital zu schonen. Unternehmen verkaufen hierbei eigene Anlagegüter an eine Leasinggesellschaft und liesen sie direkt zurück. So können sie diese weiter verwenden und setzen kurzfristig liquide Mittel frei.

Private Investoren

Manche Unternehmen setzen bei der Finanzierung auf externe Mittel von privaten Geldgebern. Dies können sogenannte Business Angels sein, vermögende Privatpersonen oder ehemalige Unternehmen, die Kapital, Know-how und Kontakte bereitstellen, oder auch Beteiligungsgesellschaften.

Letztere investieren üblicherweise in etablierte und bereits profitable Unternehmen. Häufig kaufen sie sich als Mehrheitseigner ein und veräußern das Unternehmen nach einigen Jahren mit Gewinn.

Das Crowdinvesting ist eine weitere Form der privaten Investition, von der KMU profitieren können. Hierbei investieren viele Privatpersonen kleinere oder größere Beträge in eine KMU. Hierfür gibt es spezialisierte Plattformen, über die Unternehmen potenzielle Geldgeber finden können.

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf mittelständische Unternehmen in Deutschland aus

Digitalisierung und Zahlungsinfrastruktur für KMU

Die Akzeptanz von verschiedenen Zahlungsmethoden ist auch für KMU ein Erfolgsfaktor. In der heutigen Zeit legen Kunden verstärkt Wert darauf, Zahlungen per Kredit- oder Debitkarte sowie mobil oder kontaktlos vornehmen zu können.

Ob auf dem Wochen- oder Foodmarkt, im Friseursalon, im stationären Einzelhandel oder im E-Commerce: Je mehr Zahlungsformen Sie Ihren Kunden anbieten, desto besser sind Ihre Chancen, eine breite Zielgruppe zu erreichen.

Immer mehr Unternehmen sind heutzutage kanalübergreifend aktiv und sowohl offline als auch online für Kunden erreichbar. Auch für den Ominichannel-Vertrieb nimmt die digitale Zahlung eine immer zentralere Rolle ein. Unkomplizierte Checkout-Verfahren, die eine reibungslose und schnelle Zahlung ermöglichen, erhöhen die Chance auf Umsatzsteigerungen.

Mit den myPOS-Lösungen ist es für KMU möglich, verschiedene Zahlungsformen zu akzeptieren und so den Kunden die Zahlungsweise zu bieten, die sie wünschen. Darüber hinaus können Sie damit auch Ihren Cashflow verwalten und schnelle Abrechnungen erhalten.

Fazit

Die Definition von KMU wird weltweit unterschiedlich ausgelegt. In Deutschland hat man sich dazu entschieden, dem EU-Rahmen zu folgen und dessen Schwellenwerte heranzuziehen, um zu bestimmen, was ein Kleinst-, Klein- oder ein mittleres Unternehmen ausmacht.

Dieses Verständnis der Klassifizierung ist von entscheidender Bedeutung, denn die Definition bildet die Grundlage für Finanzierungsfragen, Wachstum und Compliance.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass KMU das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden und ihn der Unternehmenslandschaft daher eine wichtige Position einnehmen. Sie treiben Innovation und Entwicklung heran und sind für den Arbeitsmarkt bedeutsam.

Disclaimer: Bitte berücksichtigen Sie, dass der Inhalt dieses Artikels, sowie der Inhalt des Blogs von myPOS im Allgemeinen nicht als rechtlicher, finanzieller, steuerlicher oder als eine andere Art fachlicher Ratschlag interpretiert werden sollte. Sie sollten sich immer mit einem Experten beraten, bevor Sie eine Handlung vornehmen, weil die Besonderheiten Ihrer Lage wesentlich von diesen in anderen Fällen abweichen können.

Häufige Fragen

Wann ein deutscher Betrieb als KMU zählt, wird in Deutschland angelehnt an die EU-Definition kategorisiert. Kleinstunternehmen beschäftigen demnach bis zu 9 Personen und haben einen Jahresumsatz von bis zu 2 Millionen Euro. In Kleinunternehmen arbeiten laut Definition bis zu 49 Menschen und der Umsatz liegt bei höchstens 10 Millionen Euro. Mittlere Unternehmen zeichnen sich durch bis zu 249 Mitarbeiter aus. Ihr Jahresumsatz liegt bei maximal 50 MIllionen Euro.

Für die Definition als KMU können sowohl der Umsatz als auch die Bilanzsumme herangezogen werden. Demnach zählt ein Unternehmen hierzu, wenn der Jahresumsatz höchstens 50 Millionen Euro oder die Bilanzsumme maximal 43 Millionen Euro beträgt.

Freiberufler können als KMU gelten, wenn sie wirtschaftlich tätig sind und die EU-Schwellenwerte nicht überschreiten. Allerdings werden sie nicht automatisch zu den KMU gezählt, denn auch sie können durchaus höhere Umsätze erzielen. Allerdings kommt dies in der Praxis selten vor, da die meisten Freiberufler in Deutschland als Solo-Selbstständige oder Kleinstunternehmen tätig sind.

Kleine und mittlere Unternehmen genießen im deutschen Steuerrecht spezielle Vergünstigungen, durch die Liqudität gesichert, Investitionen ermöglicht und der administrative Aufwand reduziert werden können. Zu den Steuervorteilen gehören etwa die Sonderabschreibung, der Investitionsabzugsbetrag, die erhöhte Forschungszulage sowie die begünstigte Besteuerung nicht entnommener Gewinne.

Es gibt verschiedene Programme von Bund, Ländern und der EU, die KMU unterstützen sollen. Dazu gehören unter anderem der ERP-Förderkredit, das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand sowie verschiedene regionale und EU-Förderprogramme.

Eine GmbH ist nicht automatisch ein KMU, denn dies sind zwei unterschiedliche Kategorien. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Unternehmensform, um als KMU zu gelten, muss sie die EU-Kriterien der Beschäftigten- und Umsatzgrenzen erfüllen. Daher kann eine GmbH nur dann eine KMU sein, wenn dies der Fall ist.

Für ein KMU kann die einfache Buchführungspfilcht, die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), gelten, wenn sie bestimmte Schwellenwerte nicht überschreitet. Sie gilt für Freiberufler generell, sowie für Kaufleute und Gewerbetreibende, wenn sie bestimmte Umsatz- und Gewinngrenzen nicht überschreiten. Diese legt das Steuerrecht fest. Die einfache Buchführung gilt allerdings nicht für Kapitalgesellschaften wie die GmbH, UG oder AG. Sie sind unabhängig von ihrer Größe immer verpflichtet, eine doppelte Buchführung und Bilanzierung durchzuführen und ihre Jahresabschlüsse offenzulegen.

Ein Start-up, dass ein schnelles Wachstum durchläuft, kann dennoch den Status als kleines oder mittleres Unternehmen bewahren. Dies gilt, solange die festgelegten Schwellenwerte nicht überschritten werden. Bei schnell wachsenden Start-ups werden diese in der Praxis allerdings häufig überschritten, sodass sie ihren KMU-Status verlieren. Kleine und mittlere Unternehmen zeichnen sich häufig durch ein langsames und organisches Wachstum aus.

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