Schlussbilanz berechnen: Wie es funktioniert – mit Formel, Beispiel und Tipps
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Schlussbilanz berechnen: Wie es funktioniert – mit Formel, Beispiel und Tipps

Die Schlussbilanz zeigt die finanzielle Lage eines Unternehmens am Ende eines Geschäftsjahres. Sie fasst Vermögen, Verbindlichkeiten und Eigenkapital zum Bilanzstichtag zusammen.

Für Unternehmer ist sie weit mehr als eine formale Pflicht. Ihre Werte fließen in den Jahresabschluss ein und bilden die Grundlage für die Eröffnungsbilanz des Folgejahres. Außerdem unterstützt die Bilanzanalyse wichtige Entscheidungen rund um Finanzierungen, Liquidität und Unternehmenssteuerung.

Dieser Beitrag erklärt die Schlussbilanz genau, vermittelt eine praxisnahe Anleitung zur Berechnung samt Formel und gibt Tipps, worauf es dabei besonders zu achten gilt.

Die Schlussbilanz verstehen

Am Ende einer Rechnungsperiode fasst die Schlussbilanz das Vermögen, die Schulden und das Eigenkapital eines Unternehmens zusammen – die sogenannten bilanziellen Werte. In Deutschland entspricht dieser Zeitraum meist dem Geschäftsjahr. Der Stichtag ist häufig der 31. Dezember, sofern kein abweichendes Wirtschaftsjahr genutzt wird.

Die Bilanz besteht aus einer Aktivseite und einer Passivseite. Beide Seiten müssen dieselbe Bilanzsumme ausweisen: 

  • Auf der Aktivseite stehen die Vermögenswerte. Dazu gehören beispielsweise Maschinen, Vorräte, Forderungen und Bankguthaben.
  • Die Passivseite zeigt, wie dieses Vermögen finanziert wurde. Dort erscheinen Eigenkapital, Rückstellungen und Fremdkapital.

Bilanzierungspflichtige Kaufleute müssen eine Schlussbilanz erstellen. Das gilt auch für Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder UG. Maßgeblich sind unter anderem die Regelungen aus dem Handelsgesetzbuch. Je nach Rechtsform und Unternehmensgröße kommen spezifische steuerrechtliche Vorschriften hinzu.

Freiberufler dürfen ihren Gewinn grundsätzlich unabhängig von Umsatz und Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung ermitteln. Eine Bilanzpflicht kann entstehen, wenn sie freiwillig Bücher führen und regelmäßig Abschlüsse erstellen oder ihre Tätigkeit über eine Kapitalgesellschaft ausüben. 

Gewerbliche Einzelkaufleute sind nach § 241a HGB befreit, wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen höchstens 800.000 Euro Umsatz und 80.000 Euro Jahresüberschuss erzielen; nach § 141 AO kann oberhalb von 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn eine steuerliche Buchführungspflicht entstehen.

Im Alltag wird der Begriff Schlussbilanz gelegentlich mit dem Endbestand eines Kontos verwechselt. Ein Banksaldo zeigt jedoch nur das Guthaben oder die Überziehung auf einem Geschäftskonto. Die Schlussbilanz bildet das gesamte Vermögen und dessen Finanzierung ab.

Sie entsteht am Ende der Buchführung aus den Salden der Bilanzkonten. Zuvor müssen Unternehmer ihre Konten abstimmen, offene Geschäftsvorfälle erfassen und erforderliche Abschlussbuchungen vornehmen. Das verbessert die Bilanzklarheit und sorgt für nachvollziehbare Werte.

Wie lautet die Formel für die Schlussbilanz?

Wie lautet die Formel für die Schlussbilanz?

Für die Schlussbilanz gibt es keine einzelne Rechenformel. Ihre Grundlage bilden die Schlussbestände aller relevanten Bestandskonten. Mit der folgenden Formel prüfen Sie zunächst, wie sich ein einzelnes Konto, eine Kasse oder ein vergleichbarer Bestand innerhalb einer Periode verändert hat. 

Anschließend werden die ermittelten Schlussbestände über das Schlussbilanzkonto zusammengeführt und in die Aktiv- bzw. Passivseite der Schlussbilanz übernommen.

Grundformel für den Schlussbestand als Basis für die Schlussbilanz:

Schlussbestand = Anfangsbestand + Zugänge – Abgänge

Der Anfangsbestand bezeichnet den Wert zu Beginn der betrachteten Periode. Bei einem Bankkonto entspricht er dem Kontostand am ersten Tag. Bei einem Bestandskonto stammt er aus der Eröffnungsbilanz oder dem Abschluss der vorherigen Periode.

Zahlungseingänge erhöhen den betrachteten Geldbestand. Dazu können Umsätze, Kundenzahlungen oder Zinserträge gehören. Auch eine Einlage des Unternehmers erhöht den verfügbaren Betrag, stellt aber keinen betrieblichen Ertrag dar.

Ausgaben verringern den Bestand. Dazu zählen etwa Mietzahlungen, Gehälter und beglichene Lieferantenrechnungen. Investitionen führen ebenfalls zu einem Geldabfluss, werden bilanziell jedoch anders behandelt als laufende Betriebsausgaben.

Für Geldkonten lässt sich die Formel auch als “Schlussbestand = Anfangsbestand + Einnahmen – Ausgaben” darstellen. Einnahmen und Ausgaben beziehen sich dabei auf tatsächliche Geldbewegungen. Ein erzielter Umsatz erhöht den Bankbestand erst, sobald die zugehörige Kundenzahlung eingeht.

Die ermittelten Schlussbestände bilden die Grundlage für die Schlussbilanz. Wie das in der Praxis funktioniert, wird unten noch genauer gezeigt.

Schlussbestand berechnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Eine verlässliche Berechnung beginnt mit vollständigen Unterlagen. Arbeiten Sie die folgenden Schritte in fester Reihenfolge ab und dokumentieren Sie jede Korrektur. So bleiben die Werte auch für den Steuerberater oder das Finanzamt nachvollziehbar.

Schritt 1: Anfangsbestand ermitteln

Übernehmen Sie den Schlussbestand der vorherigen Periode als neuen Anfangsbestand. Bei monatlichen Abstimmungen finden Sie ihn auf dem letzten Kontoauszug. In der doppelten Buchführung steht er auf dem betreffenden Bestandskonto.

Beim Jahreswechsel gilt der Bilanzierungsgrundsatz der Bilanzidentität. Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz müssen mit denen der Schlussbilanz des Vorjahres übereinstimmen. Spätere Änderungen dürfen nur auf einer zulässigen und dokumentierten Buchung beruhen.

Prüfen Sie außerdem, ob das Konto korrekt eröffnet wurde. Ein falscher Vortrag wirkt sich auf alle weiteren Berechnungen aus und kann die spätere Fehlersuche erheblich erschweren.

Schritt 2: Alle Einnahmen erfassen

Erfassen Sie sämtliche Zahlungseingänge der Periode. Ausgangsrechnungen, Kontoauszüge und Kassenbelege liefern dafür die wichtigsten Nachweise.

Ordnen Sie Kundenzahlungen den offenen Forderungen zu. Bei Online Zahlungen sollten Sie zusätzlich prüfen, ob Gebühren, Rückerstattungen und zeitversetzte Auszahlungen korrekt verbucht sind.

Auch Kreditauszahlungen erhöhen den Bankbestand. Sie gelten jedoch nicht als Umsatz, sondern führen zu einer Verbindlichkeit. Dasselbe Prinzip gilt für private oder gesellschaftsrechtliche Einlagen.

Buchhaltungssoftware wie DATEV, Lexware oder sevDesk kann Bankbewegungen importieren und Buchungsvorschläge erzeugen. Kontrollieren Sie die Zuordnung trotzdem regelmäßig. Eine automatisierte Buchhaltung senkt den manuellen Aufwand, benötigt aber klare Regeln und vollständige Belege.

Schritt 3: Alle Ausgaben erfassen

Buchen Sie nun die Geldabflüsse der Periode. Beginnen Sie mit laufenden Betriebsausgaben wie Miete und Personalkosten. Prüfen Sie danach Lieferantenrechnungen und Steuerzahlungen.

Kreditrückzahlungen müssen aufgeteilt werden. Der Tilgungsanteil reduziert die Verbindlichkeit. Zinsen stellen dagegen einen betrieblichen Aufwand dar.

Wareneinkäufe verändern den Bankbestand und häufig auch das Vorratsvermögen. Für die Bilanz zählt deshalb nicht allein der bezahlte Betrag. Die Inventur zeigt, welcher Bestand am Bilanzstichtag noch vorhanden ist.

Achten Sie außerdem auf Ausgaben, die mehreren Perioden zugeordnet werden müssen. Vorausbezahlte Versicherungen können beispielsweise eine aktive Rechnungsabgrenzung erfordern. Ihr Steuerberater kann beurteilen, welche Abgrenzungen im Einzelfall notwendig sind.

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Schritt 4: Formel anwenden

Setzen Sie den Anfangsbestand sowie die Summe aller Ein- und Auszahlungen in die Formel ein:

Schlussbestand = Anfangsbestand + Einnahmen – Ausgaben

Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Kontoauszug oder dem gezählten Kassenbestand. Eine Abweichung weist häufig auf fehlende Buchungen, doppelte Erfassungen oder einen falschen Anfangsbestand hin. Klären Sie solche Differenzen vor dem Kontenabschluss.

Schritt 5: Schlussbestände zusammenführen

Nach der Berechnung werden die Schlussbestände aller relevanten Bestandskonten zur Schlussbilanz zusammengeführt. Zuvor schließen Sie die Erfolgskonten über das Gewinn- und Verlustkonto ab. Der daraus ermittelte Gewinn oder Verlust verändert das Eigenkapital.

Anschließend übertragen Sie die Salden der Bestandskonten auf das Schlussbilanzkonto. Aktivkonten erscheinen dort auf der Sollseite, Passivkonten auf der Habenseite. Aus dieser Gegenüberstellung entstehen die Aktivseite und die Passivseite der Schlussbilanz.

Prüfen Sie zum Abschluss, ob beide Seiten dieselbe Bilanzsumme ausweisen. Stimmen die Summen überein, ist die rechnerische Bilanzgleichheit erfüllt. Die sachliche Richtigkeit der einzelnen Buchungen sollte dennoch separat kontrolliert werden.

Beispiel für die Berechnung des Schlussbestands für die Schlussbilanz

Das folgende Beispiel zeigt zunächst die Berechnung des Schlussbestands eines Geschäftskontos. Anschließend wird veranschaulicht, wie dieser Wert zusammen mit weiteren Bestandskonten in die Schlussbilanz einfließt.

Ausgangslage

Ein kleines Unternehmen startet die Abrechnungsperiode mit einem Bankguthaben von 8.000 Euro. Im selben Zeitraum gehen 12.000 Euro ein. Die erfassten Ausgaben betragen 9.000 Euro.

Die Ausgangswerte lauten somit:

  • Anfangsbestand: 8.000 Euro
  • Einnahmen: 12.000 Euro
  • Ausgaben: 9.000 Euro

Berechnung

Schlussbestand = 8.000 Euro + 12.000 Euro – 9.000 Euro

Schlussbestand = 11.000 Euro

Am Ende der Abrechnungsperiode verbleiben 11.000 Euro auf dem Geschäftskonto. Dieser Betrag entspricht dem Schlussbestand des Bankkontos, aber noch nicht dem Unternehmensgewinn.

Unter den Einnahmen kann sich beispielsweise eine Kreditauszahlung befinden. Offene Forderungen beeinflussen ebenfalls die wirtschaftliche Lage, obwohl das Geld noch nicht eingegangen ist. Abschreibungen verändern wiederum den Gewinn, ohne den Bankbestand unmittelbar zu berühren.

Schlussbilanz zusammenfassen

Der Schlussbestand des Geschäftskontos wird zusammen mit den Salden aller weiteren Bestandskonten in das Schlussbilanzkonto übernommen. 

Dieses Konto dient in der doppelten Buchführung als technische Sammelstelle für den Jahresabschluss. In einer Buchhaltungssoftware erfolgt die Zusammenführung meist über die Funktion zum Konten- oder Jahresabschluss.

Für das vereinfachte Beispiel liegen am Bilanzstichtag folgende Schlussbestände vor:

  • Bankguthaben: 11.000 Euro
  • Kassenbestand: 1.000 Euro
  • Forderungen: 4.000 Euro
  • Anlagevermögen: 14.000 Euro
  • Eigenkapital: 18.000 Euro
  • Verbindlichkeiten: 12.000 Euro

Die Aktivkonten werden auf die Aktivseite der Schlussbilanz übertragen. Dort stehen das Bankguthaben, der Kassenbestand, die Forderungen und das Anlagevermögen. Zusammen ergeben sie eine Bilanzsumme von 30.000 Euro.

Auf der Passivseite erscheinen das Eigenkapital und die Verbindlichkeiten. Auch diese Positionen ergeben zusammen 30.000 Euro.

AktivseiteBetragPassivseiteBetrag
Anlagevermögen14.000 EuroEigenkapital18.000 Euro
Forderungen4.000 EuroVerbindlichkeiten12.000 Euro
Bankguthaben11.000 Euro
Kassenbestand1.000 Euro
Bilanzsumme30.000 EuroBilanzsumme30.000 Euro

In einer manuellen Buchführung erfolgt die Zusammenfassung über das Schlussbilanzkonto. Je nach Produkt und Funktionsumfang erstellt die Buchhaltungssoftware Bilanzauswertungen oder bereitet die Kontensalden für den Jahresabschluss und die Übergabe an den Steuerberater vor. Voraussetzung sind vollständig erfasste Belege, korrekte Kontierungen und durchgeführte Abschlussbuchungen.

Arten von Schlussbeständen im Unternehmen

Arten von Schlussbeständen im Unternehmen

Je nach Auswertung bezeichnet der Schlussbestand unterschiedliche Werte. Unternehmer sollten diese voneinander trennen, damit Kontostand, Kassenbestand und Bilanzsumme nicht verwechselt werden.

Schlussbestand des Bankkontos

Der Bankschlussbestand ist der Saldo eines Geschäftskontos am Ende einer Periode. Sie finden ihn auf dem monatlichen Kontoauszug.

Für die Buchhaltung muss der Auszug mit dem Bankkonto im Buchungssystem übereinstimmen. Noch nicht ausgeführte Überweisungen oder ausstehende Lastschriften können zeitliche Unterschiede verursachen. Eine monatliche Bankabstimmung macht solche Abweichungen sichtbar.

Schlussbestand der Kasse

Der Kassenschlussbestand bezeichnet das tatsächlich vorhandene Bargeld. Er muss mit dem rechnerischen Bestand im Kassenbuch übereinstimmen.

Zählen Sie die Kasse regelmäßig und dokumentieren Sie das Ergebnis. Ein negativer Kassenbestand ist rechnerisch unplausibel, da einer Kasse nicht mehr Bargeld entnommen werden kann, als vorhanden ist. Differenzen sollten deshalb zeitnah geklärt werden.

Schlussbilanz des Unternehmens

Die bilanzielle Schlussbilanz zeigt die Werte des gesamten Unternehmens am Ende des Geschäftsjahres. Auf der Aktivseite stehen Anlage- und Umlaufvermögen. Die Passivseite enthält Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten.

Beide Seiten weisen dieselbe Summe aus. Diese Gleichheit ergibt sich aus dem System der doppelten Buchführung. Sie bestätigt jedoch noch nicht, dass jede einzelne Buchung sachlich richtig ist.

Warum ist die Schlussbilanz für Unternehmen wichtig?

Die Schlussbilanz schafft einen strukturierten Überblick über Vermögen und Finanzierung. Sie erfüllt gesetzliche Anforderungen und liefert zugleich wichtige Informationen für wirtschaftliche Entscheidungen.

Finanzielle Lage beurteilen

Eine Bilanz zeigt, welche Vermögenswerte dem Unternehmen zur Verfügung stehen und wie hoch seine Verpflichtungen sind. Daraus lassen sich zentrale Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote, die Anlagendeckung und die Vorratsintensität berechnen.

Die Eigenkapitalquote macht sichtbar, welcher Anteil des Vermögens aus eigenen Mitteln finanziert ist. Die Anlagendeckung betrachtet die langfristige Finanzierung des Anlagevermögens. Eine hohe Vorratsintensität kann auf viel gebundenes Kapital im Lager hinweisen.

Liquidität steuern

Bank- und Kassenschlussbestände unterstützen die kurzfristige Liquiditätsplanung. Sie zeigen, welche Zahlungsmittel zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar sind.

Für eine belastbare Einschätzung reicht der Kontostand allein nicht aus. Berücksichtigen Sie zusätzlich fällige Verbindlichkeiten und erwartete Zahlungseingänge. So erkennen Sie mögliche Engpässe früher und können Zahlungsziele oder Finanzierungsbedarfe planen.

Jahresabschluss vorbereiten

Die Schlussbilanz ist ein zentraler Bestandteil des Jahresabschlusses bilanzierungspflichtiger Unternehmen. Sie entsteht nach Inventur, Bewertung und Kontenabschluss.

Unternehmen mit Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ermitteln ihren Gewinn dagegen anhand der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. Die Wahl der Gewinnermittlung richtet sich nach Rechtsform und gesetzlichen Voraussetzungen. Eine EÜR ist daher keine vereinfachte Schlussbilanz.

Entscheidungen fundieren

Bilanzwerte unterstützen Investitions- und Finanzierungsentscheidungen. Ein hoher Anteil kurzfristiger Schulden kann beispielsweise gegen eine zusätzliche kurzfristige Kreditaufnahme sprechen.

Auch wirtschaftliche Aspekte wie Lagerbindung oder Forderungslaufzeiten werden sichtbar. In Verbindung mit der Gewinn- und Verlustrechnung entsteht ein umfassenderes Bild der Unternehmensentwicklung.

Häufige Schwierigkeiten bei der Berechnung

Fehler entstehen vor allem durch unvollständige Unterlagen, unpassend zugeordnete Geschäftsvorfälle oder Buchungen in der falschen Abrechnungsperiode. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um meistens sehr aufwendige Korrekturen am Jahresende zu vermeiden.

Ausstehende Transaktionen

Eine Zahlung kann bereits gebucht sein, obwohl sie noch nicht auf dem Bankkonto erscheint. Umgekehrt kann eine Kontobewegung vorliegen, zu der der Beleg noch fehlt.

Stimmen Sie Bankkonto und Buchführung jeden Monat ab. Markieren Sie offene Buchungen und klären Sie deren Status. So verhindern Sie, dass alte Differenzen in den Jahresabschluss übernommen werden.

Fehler bei der Datenerfassung

Zahlendreher, doppelte Buchungen oder falsche Kontenzuordnungen verändern die Salden. Auch ein falsch gewählter Steuerschlüssel kann Umsatzsteuerwerte verfälschen.

DATEV oder Buchhaltungssoftware wie Lexware und sevDesk bieten diverse Prüf- und Automatisierungsfunktionen. Richten Sie dennoch feste Kontrollschritte ein. Besonders wichtig sind die Belegprüfung, die Kontenabstimmung und die Kontrolle ungewöhnlicher Salden.

Nicht zahlungswirksame Posten

Eine Schlussbilanz enthält auch Werte ohne unmittelbaren Geldfluss. Abschreibungen mindern den Buchwert von Vermögensgegenständen. Forderungen zeigen noch offene Kundenzahlungen. Rückstellungen berücksichtigen wirtschaftlich verursachte Verpflichtungen mit ungewisser Höhe oder Fälligkeit.

Diese Posten erklären, warum Gewinn und Bankguthaben voneinander abweichen können. Für die Bilanzierung müssen sie nach den geltenden handelsrechtlichen und steuerlichen Regeln bewertet werden.

Tipps für eine korrekte Berechnung

Tipps für eine korrekte Berechnung

Eine korrekte Berechnung setzt eine sorgfältige Buchführung, konsequente Kontrollen und einen klar strukturierten Abschlussprozess voraus. 

Die folgenden Praxistipps helfen dabei, belastbare Zahlen sicherzustellen und Fehler vor der Finalisierung des Jahresabschlusses zu vermeiden: 

  • Vollständige Unterlagen: Erfassen Sie jeden Geschäftsvorfall mit einem nachvollziehbaren Beleg und einer eindeutigen Kontierung.
  • Monatliche Abstimmung: Vergleichen Sie Bankkonten, Kassenbestand und offene Posten mindestens einmal pro Monat.
  • Passende Buchhaltungssoftware: Nutzen Sie DATEV, Lexware oder sevDesk entsprechend Ihrer Unternehmensgröße und der Zusammenarbeit mit dem Steuerberater.
  • Laufende Kontrolle: Überwachen Sie Einnahmen und Ausgaben fortlaufend, statt Differenzen erst beim Jahresabschluss zu suchen.
  • Offene Posten: Prüfen Sie ausstehende Kunden- und Lieferantenrechnungen vor dem Kontenabschluss und klären Sie überfällige Beträge.
  • Saubere Abschlussbuchungen: Schließen Sie Erfolgskonten über das Gewinnverlustkonto und Bestandskonten über das Schlussbilanzkonto ab.
  • Plausibilitätsprüfung: Untersuchen Sie ungewöhnliche Salden und starke Veränderungen gegenüber dem Vorjahr vor der Freigabe des Abschlusses.

Ein strukturierter und sauber dokumentierter Prozess erhöht nicht nur die Genauigkeit der Berechnung, sondern schafft auch eine verlässliche Grundlage für Prüfungen, Steuererklärungen und fundierte unternehmerische Entscheidungen. 

Schlussbestand und Anfangsbestand im Vergleich

Für die Schlussbilanz ist der Zusammenhang zwischen Anfangsbestand und Schlussbestand zentral: 

MerkmalAnfangsbestandSchlussbestand
ZeitpunktBeginn einer AbrechnungsperiodeEnde einer Abrechnungsperiode
HerkunftSchlussbestand der vorherigen PeriodeErgebnis der laufenden Buchungen
ZweckAusgangspunkt für neue BuchungenAbschluss und Kontrolle der Periode
Buchhalterische GrundlageEröffnungsbilanz oder SaldenvortragKontenabschluss und Schlussbilanz
VerwendungEröffnung der BestandskontenVorbereitung des Jahresabschlusses
BedeutungZeigt den übernommenen AusgangswertZeigt den verbleibenden Endwert

Der Schlussbestand einer Periode wird in der Regel zum Anfangsbestand der nächsten Periode und sichert damit die Bilanzidentität.

Fazit: Schlussbestände sicher berechnen

Die Schlussbilanz zeigt Vermögen, Schulden und Eigenkapital eines Unternehmens zum Bilanzstichtag. Die Schlussbestände einzelner Konten bilden die wichtigste Grundlage dafür. Sie lassen sich mit der Formel “Anfangsbestand plus Einnahmen minus Ausgaben” berechnen.

Für eine vollständige Bilanz sind aber zusätzliche Arbeitsschritte erforderlich. Dafür erfassen Sie zunächst alle vorhandenen Vermögenswerte und Schulden. Anschließend prüfen und bewerten Sie die Bestände, stimmen die Konten ab und nehmen die erforderlichen Abschlussbuchungen vor. Das Schlussbilanzkonto übernimmt letztlich die Salden der Bestandskonten.

Eine verlässliche Buchführung ist für eine korrekte, effiziente Umsetzung elementar. Monatliche Abstimmungen reduzieren Fehler und schaffen zudem einen klaren Überblick zur Liquiditätslage. Geeignete Buchhaltungssoftware erleichtert die Arbeit, wenn Prozesse und Zuständigkeiten klar geregelt sind.

Häufige Fragen

Die Schlussbilanz stellt das Vermögen und die Finanzierung eines Unternehmens am Ende eines Geschäftsjahres gegenüber. Sie zeigt auf der Aktivseite die Vermögenswerte und auf der Passivseite Eigenkapital sowie Schulden. Bei bilanzierungspflichtigen Unternehmen ist sie Teil des Jahresabschlusses.

Aktive Bestandskonten werden mit dem Buchungssatz “Schlussbilanzkonto an Aktivkonto” abgeschlossen. Bei passiven Bestandskonten lautet der Buchungssatz “Passivkonto an Schlussbilanzkonto”. Das Schlussbilanzkonto bildet anschließend die Schlussbilanz in Kontenform ab.

In die Schlussbilanz fließen die Endbestände aller aktiven und passiven Bestandskonten ein. Dazu gehören etwa Bank, Kasse, Forderungen, Anlagevermögen, Eigenkapital und Verbindlichkeiten. Erfolgskonten erscheinen dort nicht unmittelbar, da sie zuvor über das Gewinnverlustkonto abgeschlossen werden.

Die Schlussbilanz besteht aus Aktivseite und Passivseite. Die Aktivseite zeigt die Verwendung des Kapitals, etwa für Anlagevermögen oder Vorräte. Die Passivseite weist die Herkunft des Kapitals aus und enthält Eigenkapital sowie Fremdkapital.

Der Gewinn lässt sich aus einer einzelnen Schlussbilanz nur eingeschränkt ablesen. Er erhöht grundsätzlich das Eigenkapital, sofern keine Entnahmen oder Ausschüttungen gegenwirken. Den Periodenerfolg zeigt vor allem die Gewinn- und Verlustrechnung.

Zu den wichtigen Kennzahlen gehören die Eigenkapitalquote, der Verschuldungsgrad und die Anlagendeckung. Auch die Vorratsintensität und die Zusammensetzung des Umlaufvermögens liefern wichtige Hinweise. Für eine belastbare Beurteilung sollten Sie mehrere Jahre sowie die Gewinn- und Verlustrechnung vergleichen.

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